Umstrittenes Urheberrechtsabkommen:
Warum Acta die Massen auf die Straße treibt
Das internationale Urheberrechtsabkommen Acta treibt die Massen auf die Straßen: Zehntausende Menschen haben überall in Europa dagegen demonstriert. Worum es bei dem Protest geht.
Zehntausende Internet-Aktivisten haben am Samstag in ganz Europa gegen das umstrittene internationale Urheberrechtsabkommen Acta demonstriert. In Deutschland gingen mehr als 25.000 Demonstranten auf die Straßen, 16.000 allein in München. Das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen (Acta) soll den Schutz geistigen Eigentums verbessern, Kritiker befürchten jedoch Internet-Zensur.
Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement, kurz Acta, baut auf älteren
internationalen Verträgen zum Urheberrecht auf und sieht eine Reihe
von Maßnahmen für ihre Durchsetzung vor. Dabei geht es sowohl um die Nachahmung von Produkten (Plagiate) als auch um das Recht auf
geistiges Eigentum im Internet.
Die wesentlichen Regelungen sind schon jetzt Teil des deutschen
Urheberrechts, sodass mit Acta laut Justizministerium kein
gesetzlicher Änderungsbedarf entsteht.
Acta folgt den Grundsätzen des traditionellen Urheberrechts. Viele
gesellschaftliche Gruppen, aber auch Politiker fordern schon lange
eine Reform, die das Urheberrecht den veränderten Bedingungen im
Internet anpasst. Kritisiert wird außerdem, dass viele Bestimmungen
so vage gehalten sind, dass sie auch als Verschärfung des
Urheberrechts ausgelegt werden könnten. Zudem wird bemängelt, dass es während der Verhandlungen über Acta keine Öffentlichkeit gab.
Die meisten Acta-Gegner erkennen an, dass es für die Leistung der
Urheber einen Gegenwert geben muss. Im Internet ist jeder sowohl
Empfänger als auch Sender. Internetnutzer weisen andere auf
interessante Inhalte hin, die oft urheberrechtlich geschützt sind. An
dieser Verbreitung sind auch die Urheber interessiert, weil sie so
ein größeres Publikum bekommen. Die Acta-Gegner fordern eine Reform des Urheberrechts, die eine Nutzung von digitalen Inhalten
erleichtert und auch Möglichkeiten vorsieht, diese für die Gestaltung
neuer Werke zu verwenden, die dann als Mashup oder Remix bezeichnet werden.
Diskutiert wird seit Langem über den Vorschlag einer Kulturflatrate.
Das ist eine Pauschalabgabe, die von allen Internetnutzern erhoben
werden soll, etwa zusammen mit der Rechnung für den Internetzugang. Die Einnahmen könnten dann an die Urheber verteilt werden. Allerdings sind die Details des Modells umstritten. Unternehmen wie Plattenfirmen oder Verlage fürchten, dass ein solches System ihr bisheriges Geschäftsmodell gefährdet.
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