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Gema-Chef sieht YouTube in Zugzwang

Nach dem Urteil gegen das Internet-Portal YouTube vor dem Hamburger Landgericht will die Verwertungsgesellschaft Gema keine Sperrung weiterer Musiktitel erwirken. Kläger und Gema-Chef Harald Heker unterstreicht jedoch die Forderung nach einem Vertrag mit dem US-Konzern.

Es ist bislang lediglich ein Punktsieg – und der hat noch keine rechtlichen Folgen. Am Freitag hatte das Hamburger Landgericht entschieden, dass das Internet-Portal YouTube keine Videos zu Musiktiteln mehr bereitstellen darf, an denen die Gema Urheberrechte geltend macht. Exemplarisch wurden im Urteil sieben Titel namentlich genannt – zwölf hatte die Gema gefordert - darunter Boney M.s "Rivers of Babylon", Songs von Rolf Zuckowski und "Zwei kleine Italiener". Wer jetzt jedoch via YouTube in den Genuss von Conny Froboess' Gassenhauer kommen möchte, wird auch zwei Tage nach dem Urteil noch fündig. Zum einen ist es noch nicht rechtskräftig, zum anderen stellt es nicht viel mehr als einen Zwischenstopp in dem langwierigen Ringen um ein Vergütungsmodell zwischen der Gema und dem US-Konzern dar.

So sieht es auch Gema-Chef Harald Heker, der von weiteren Löschforderungen gegenüber YouTube absieht, die Video-Plattform jedoch mehr und mehr unter Zugzwang sieht, wie er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" äußerte: "Dieses Verfahren ist ganz bewusst ein Musterverfahren. Die Titel waren zufällig gewählt: Unsere Hoffnung ist, dass YouTube mit uns jetzt wieder ernsthaft verhandelt." Entweder müsse die Videoplattform den Urheberrechtsschutz gewährleisten oder "einen sauberen Vertrag" schließen. Man sei verhandlungsbereit. "Wir wollen YouTube nicht verklagen, wir wollen einen Vertrag", so Heker weiter.

"Effektive Vorabkontrolle kaum möglich"

Wie der aussehen könnte, davon hat man auf Seiten der Gema auch bereits klare Vorstellungen. Neben einem pauschalen Anteil an den Werbeerlösen - von 10,25 Prozent ist die Reden - wollte die Gema auch für jedes angeklickte Video einen Obolus von bis zu 0,6 Prozent pro Stream. Die Google-Tochter sträubte sich bisher dagegen. Pro Minute werden mehr als 60 Stunden Videomaterial auf hochgeladen. Eine effektive Vorabkontrolle sei hier kaum möglich, argumentiert der US-Konzern.

Auch wenn Musiker, Komponisten und Texter das Urteil als einen ersten Sieg verbuchen, eindeutig ist es nicht, wenngleich zumindest richtungsweisend, birgt es doch die mögliche Konsequenz, dass beide Parteien – die Google-Tochter YouTube und der Rechteverwerter Gema – sich an den Verhandlungstisch begeben. Die Rolle des Spielverderber will Harald Heker sich dabei nicht zuziehen. "Die Mehrheit unserer Mitglieder ist auf unsere Verhandlungen angewiesen. Wir wollen keinen florierenden Internetmarkt verhindern. Aber auch im Netz gelten Spielregeln", lautet sein Fazit im Interview mit dem "Spiegel". YouTube dagegen, so ist zu erwarten, wird wohl in die nächste Instanz ziehen.

Ingo Scheel, mit Agenturen

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