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4. Juli 2008, 12:29 Uhr

Bei Youtube in der Datenfalle

Copyright-Streit mit Folgen: Google muss dem Medienkonzern Viacom die Daten von Millionen Youtube-Nutzern übergeben. Der Fall zeigt, wie riesig die Informationsmengen sind, die über uns gesammelt werden. Schaut das Web 2.0 bald in die Röhre, weil die Nutzer Angst um ihre Daten haben? Von Karsten Lemm, San Francisco

Google muss Viacom Einblick in alle gespeicherten Nutzerdaten gewähren© AFP

Die Väter von MTV sind auf Youtube nicht gut zu sprechen. Wenn die Topmanager des New Yorker Mediengiganten Viacom bei der populären Onlinevideoseite vorbeischauen, sehen sie immer wieder Clips, die von ihren eigenen Fernsehsendern stammen - neben MTV auch VH-1, Comedy Central und der Kinderkanal Nickelodeon. Mehr als 160.000 Copyright-Verletzungen will Viacom ausgemacht haben; deshalb verklagte der Konzern, der im vorigen Jahr 13 Milliarden Dollar einnahm, die Youtube-Mutter Google auf mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Nun entschied ein Richter: Google muss Viacom Einblick in alle gespeicherten Nutzerdaten gewähren, damit das Medienhaus prüfen kann, wie groß der Schaden an seinem Urheberrecht ausfällt.

Das Urteil versetzt das Internet in Aufruhr, weil die Auswirkungen noch nicht zu überblicken sind. Laut Richterspruch ist Google verpflichtet, zu jedem Video, das je zu sehen war, sämtliche verfügbaren Daten herauszugeben - einschließlich der Nutzernamen, mit denen Youtube-Fans sich anmelden, sowie Webseiten, die Youtube-Videos zeigen. Neben aktiven Mitgliedern sind auch reine Surfer betroffen, denn Google muss Informationen über alle Menschen weiterreichen, die jemals ein Youtube-Video angesehen haben.

"Überzogenes Verlangen"

"Wir sind enttäuscht, dass das Gericht dem überzogenen Verlangen von Viacom nach Nutzerdaten stattgegeben hat", klagte Google-Anwältin Catherine Lacavera in einer offiziellen Stellungnahme. "Wir werden Viacom bitten, die Privatsphäre unserer Nutzer zu respektieren und uns zu erlauben, die Protokolle zu anonymisieren, ehe wir sie entsprechend der Anordnung des Gerichts weitergeben."

Zeitleiste: Googles Geschichte

Die Daten, die Youtube für jedes Video sammelt, betreffen im wesentlichen die Nutzernamen (die meistens - aber nicht immer - nicht identisch sind mit den wahren Namen, sondern aus Kunstbegriffen wie "iglotz123" bestehen) und die IP-Adresse - also die Kennzahl des PCs im Internet, die für sich genommen allerdings meist nicht ausreicht, um einen Nutzer namentlich zu identifizieren. E-Mail-Adressen werden in der Youtube-Datenbank nach Informationen des "Wall Street Journal" nicht gespeichert. Google möchte die Nutzernamen und IP-Adressen löschen, ehe die Informationen - mehrere Terabyte an Daten - an Viacom weitergegeben werden.

Der Medienkonzern wiederum versicherte eilends, kein Youtube-Fan müsse um seine Privatsphäre fürchten - oder gar Angst haben, nun wegen Copyright-Verletzung vor dem Kadi zu landen. "Viacom hat keinerlei Informationen verlangt, die Nutzer persönlich identifizieren können", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme und betonte, sämtliche Daten, die Google überreiche, würden "hoch vertraulich behandelt" und dienten lediglich dazu, "unsere Klage gegen Youtube und Google zu untermauern". Ohnehin erhalte Viacom nicht selbst Einblick in die Nutzerdaten, sondern alle Informationen würden von außenstehenden Beratern untersucht, sagte Viacoms Chef-Anwalt Michael Fricklas der "New York Times". "Wir werden nichts von dem, was wir erfahren, dazu nutzen, Endverbraucher rechtlich zu verfolgen", versicherte er.

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KOMMENTARE (10 von 16)
 
Saddams_Rache (06.07.2008, 10:11 Uhr)
@known
es geht doch nicht darum man..
nebenbei gemerkt, wer zieht sich schon musik oder filme die er verachtet :/ ..
MS ist ok.. die machen ihre geschäfte und scheffeln millionen mit ihrer monopolstellung, mit der tatsache dass 85% alles pc's ihr betriebssystem nutzen, bestimmt nicht mit den einnahmen die sie mit irgendnem OS machen..
über google lässt sich streiten..hier hat die konkurrenz eindeutig gepennt.. aber es gilt webwide immer noch das gesetz, dass wer seine perönlichen daten wietergibt seber schuld ist..
und wenn du schonmal im ausland gewesen wäst, würde dich vielleciht auffallen, dass dieses rechts-/unrechtsbewusstsein bezüglich raubkopien wie es in dland gelebt wird, fast schon enmalig ist..
da werden massenwiese raubkopien am strassenrand vertickt, egal ob OS, oder filme oder musik.. UND DIE LEBEN AUCH ..und sehr gut :)
von den 85% alles PC's die mit einem
Ms-OS laufen, sind schätzungweise 70% raubkopien.. der rest sind unternehmen..
fahr mal nach spanien, portugal.. oder polen oder tschechien .. da lachen sie sich kaput über leute mit deinen ansichten..
aber na ya.. wer zu viel kohle hat und nich t weiss was er sonst damit anstellen soll.. :/
Known (05.07.2008, 18:11 Uhr)
@Saddams_Rache
"und die haben es nich anders vedient als gedemütigt und ausgenomen zu werden..." Wenn Sie diese Leute so behämmert finden und ihren Lebensstil hassen, dann sollten Sie so ehrlich sein und diese Musik nicht kaufen, aber nicht ankommen, meckern und sich es dann doch kostenlos anhören. Höhepunkt der Bigotterie. Das selbe gilt für Software: hey, Microsoft ist doch so ein riesiger Konzern und böse noch dazu, denen macht das nichts aus, Millionen zu verlieren. Wenn Sie Microsoft doof finden, benutzen Sie Linux und finden sich damit ab, dass Sie z.B. keine Treiber für ein bestimmtes Gerät bekommen und nicht die neusten Spiele spielen können. Das selbe gilt z.B. für Programme wie Photoshop die mit Millionen Aufwand entwickelt werden; wem erzähle ich das? Das die Datenkrake Nr.1, Google, von den Urheberrechtsverletzungen auch noch profitiert ist unsäglich; GEIZ IST GEIL!
Saddams_Rache (05.07.2008, 12:06 Uhr)
@Xyr2
..keinplan..^^ ncih dass ich wüsste..oder?
Xyr2 (05.07.2008, 01:20 Uhr)
@Saddams_Rache
hey, wer bist du? kenn ich dich? :D
Saddams_Rache (04.07.2008, 21:39 Uhr)
@Xyr2
jaman.. du bist hier im stern :)
schon echt beängstigend .. es ist wirklich so.. dass du wenn du n verlag hättest, du wirklich jeden scheiss als "die wahrheit" verkaufen kannst..
und das dumme fussvolk glaubt es nicht nur.. es plappert auch alles nach
Saddams_Rache (04.07.2008, 21:35 Uhr)
@Known
lächerlich!!
.. zufällig bin ich z.b. einer dieser entwickler und gaaaanz zufällig mache ich auch musik..
jeder der sich wirklich für einen ernstzunehmenden künsler hält WILL dass seine werke unters volk kommen .. EGAL WIE ..
die von denen du redest, sind irgendwelche möchtegerns die NUR EINS wollen..nämlich kohle scheffeln !!! .. und die haben es nich anders vedient als gedemütigt und ausgenomen zu werden.. basta!
nebenbeigemerkt würden diese affen keinen müden cent von der kohle sehen.. das sind alles profite der industrie.. und DIE ist das personifizierte böse auf dieser welt..
es schadet NIEMANDEM wenn man die sogenannten "illegalen raubkopien" verbreitet.. im gegenteil
die meisten die sich z.b. ein lied aus m web ziehen würden sich die cd sowieso nicht kaufen.. und opensource gibts auch nicht erst seit gestern ..
Xyr2 (04.07.2008, 18:25 Uhr)
....
witzig zu beobachten wie innerhalb von kurzer zeit aus 12 kommentaren erst 10 und dann nurnoch 9 werden...
Known (04.07.2008, 17:24 Uhr)
@taucher1102
"Dieses Scheiß Urheberrecht!..." Dieser "Scheiß" würde Ihnen mehr einleuchten, wenn Sie z.B. Musiker, Softwareentwickler oder Schauspieler wären und Millionen Dollar verlieren würden. Sie wären der erste der nach Bestrafung schreien würde.
Mensch.Student (04.07.2008, 17:04 Uhr)
Eine andere Datenfalle ...
unter anderem auch hier im stern gibt es lauter tests in welchem man einen ziemlich private dinge fragt ... was wäre wohl wenn diese daten in verknüpfung mit kommentaren an die falschen hände geraten ....
Antipathisant (04.07.2008, 16:55 Uhr)
In den A... gekniffen...
Recht witzig, zu beobachten, wie ein Medien-Konzern gegen die eigene Zielgruppe vorgeht. Wäre eigentlich der PR-GAU schlechthin, falls die MTV-Klientel nicht schon zu verblöded ist, zu begreifen, wer ihnen da auf ihrem Web-2.0-Spielplatz in den Sandkasten scheißt. Unabhängig davon ist jegliche Aktivität im Internet - die Meinungsäußerung in diesem Forum eingeschlossen - dazu geeignet, Rückschlüsse auf den jeweiligen Nutzer abzuleiten.
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