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24. Februar 2010, 16:09 Uhr

Google-Manager haften für User-Video

Ein italienisches Gericht hat drei Google-Manager zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil auf dem Videoportal des Unternehmens einen Clip von der Misshandlung eines Behinderten zu sehen war. Das Urteil könnte weit reichende Folgen haben.

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Google sagt, es sei nicht für die Videos seiner Nutzer verantwortlich© Paul Sakuma/AP

Ein Amateurfilm von der Misshandlung eines Behinderten im Videoportal von Google Italien hat drei leitenden Mitarbeitern des Internetunternehmens Bewährungsstrafen eingebracht. Ein Mailänder Gericht sprach am Mittwoch eine Strafe von sechs Monaten Haft auf Bewährung aus, weil die Google-Mitarbeiter im Jahr 2006 die Veröffentlichung des Videos nicht verhindert hatten. Das Handy-Video zeigt, wie Schüler einen am Down-Syndrom erkrankten Mitschüler brutal misshandeln und schlagen. Der Film war von den Tätern im September 2006 auf Google Video unter der Rubrik "Die lustigsten Filme" veröffentlicht und erst nach Protesten zwei Monate später von Google entfernt worden.

Es sei "weltweit das erste Mal", dass die Chefs eines Suchmaschinenbetreibers für Inhalte auf ihrem Portal zur Verantwortung gezogen wurden, kommentierten italienische Medien am Mittwoch. Damit könnte das Urteil als Präzedenzfall weitreichende Folgen haben.

"Ich bin außer mir. Diese Entscheidung schafft ein gefährliches Beispiel", protestierte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Google Italien, David Drummond, der zu den Verurteilten zählt. Es gebe "klare gesetzliche Bestimmungen in Italien wie auch in der EU", die eindeutig festlegten, dass Internetunternehmen die Inhalte nicht vorab kontrollieren müssten. Sobald sie von dem Video erfahren hätten, sei es unverzüglich gelöscht worden. Marco Pancini, Sprecher von Google Italien, sprach von "einer Attacke auf die grundlegenden Freiheitsprinzipien, auf denen das Internet gegründet worden ist".

Die Mailänder Staatsanwaltschaft erklärte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Prozesses. Es sei "zum ersten Mal in Italien ein großes Problem im Hinblick auf den Schutz der Menschenwürde in der heutigen Zeit" aufgeworfen worden. Die Richter hatten ihre Entscheidung damit begründet, dass Google es unterlassen hätte, das Einverständnis für die Veröffentlichung vonseiten aller an dem Video Beteiligten einzuholen. Google kündigte an, in die Berufung gehen zu wollen.

Ärger in Deutschland

In Deutschland steht der neue Google-Dienst "Streetview" weiter in der Kritik. Das Verbraucherschutzministerium empfahl Bürgern zum Schutz ihrer Privatsphäre Widerspruch gegen die geplante Veröffentlichung von Fotos von Straßenzügen, Häusern und Gärten einzulegen. Google nimmt derzeit in weiten Teilen des Landes für das neue Angebot Straßenansichten mit Kameras auf. Das Material soll anschließend im Netz publiziert werden. Datenschützer laufen dagegen Sturm.

DAP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
also_ne... (25.02.2010, 14:47 Uhr)
@ eric111 (25.02.2010, 13:00 Uhr)
ist mir bekannt, dass Youtube von Google aufgekauft wurde. Deshalb tut eine Unterscheidung der Video-Portale trotzdem not; wenn man sich schon so aufregen will, dann bitte auch mit Fakten.
Ich habe mittlerweile zwar auf anderen Seiten gelesen, dass es sich doch um youtube handelt, allerdings bezieht sich der Artikel hier auf das Videoportal GoogleVideo.
eric111 (25.02.2010, 13:00 Uhr)
google
@also_ne: YouTube ist Bestandteil der Google-Gruppe.

Ich finde man muss unterscheiden: klar können Suchmaschinen etc. nicht alles überprüfen. Es findet sich immer ein Weg Sch**e einzustellen.

Doch geht es klar darum, dass wenn Opfer Google oder YouTube anschreiben und dann 2 Monate lang nichts geschieht, ist das mehr als strafbar, denn dann macht Google sich zum Mittäter, der an diesen i.d.R. massenhaft abgerufenen Inhalten durch erhöhte Pageimpressions und damit Werbeeinblendungen mitverdient.
also_ne... (25.02.2010, 09:18 Uhr)
oh je... die Kommentare schon wieder...
wo steht hier denn was von YOUTUBE im Artikel?
GoogleVideo ist ein anderes Videoportal und hier wird grad die ganze Zeit bei den Kommentaren auf Youtube rumgehackt (Preston, jetrabbit, Blacky007), dann wird was von Urheberrechtsverletzung geschwafelt, was hier gar nichts zu suchen hat (allesklar)... hauptsache Kommentare abgegeben...
dist-bln (25.02.2010, 08:38 Uhr)
GOGGLE Verantwortung
...wenn es solches Menschenverachtendes Video 2 Monate zu sehen ist und es auch noch in die Top-List schafft, ohne das Goggle dagegen vorgeht, sollte dies schon Konsquenzen für Goggle haben!
Corazito3333 (25.02.2010, 06:35 Uhr)
Chef von Suchmaschine verhaftet - lächerlich
der ist für den Inhalt verantwortlich....absolut lächerlich und was ist mit den Sadisten und Pädophilen die sich im Internet tummeln, dem Menschenhandel - da kommen sie nicht ran, da fehlt das Wissen.
Aber den Suchmaschinen-Chef an den kommen sie ran!!!!!!!!!
allesklar (25.02.2010, 04:54 Uhr)
Ach das findet ihr kommentar Heinis a la Blacky007 in Ordnung!
Google gruendern sollten die Eier verfaulen...

_______
Das Handy-Video zeigt, wie Schüler einen am Down-Syndrom erkrankten Mitschüler brutal misshandeln und schlagen. Der Film war von den Tätern im September 2006 auf Google Video unter der Rubrik "Die lustigsten Filme" veröffentlicht und erst nach Protesten zwei Monate später von Google entfernt worden.
allesklar (25.02.2010, 04:51 Uhr)
HERRLICH
Und richtig so. Google macht was es will und sollte in der EU grenzen augezeigt bekommen! Wie waers Anwaelte - macht ne Sammelklage fur ne Class Action Lawsuit! ( ist hier Gang und gebe - und nur darauf reagieren die Amis) gegen google fur 500 Milionen wegen Urheberrechtsverletzung - ( 33 % fuer euch) einfach strassen - buecher - irgendwas einscannen damit und aehnlichem sollte schluss sein.
Blacky007 (25.02.2010, 02:27 Uhr)
Nach H4ler, nun Google
die man tagtäglich durch den Schmutz zieht! Google zensiert sehr wohl und ziemlich rigoros! Würden sie das nicht tun, würde es bei Youtube binnen 24 Stunden von KiPos nur so wimmeln und diese könenn dank Bilderkennungssoftware auch recht gut vorgefiltert werden
-
Videos über Juden, neue Weltverschwörungen, Holocaustleugnern, etc. werden hingegen nicht gefilter und nicht zensiert, da diese Themen in den USA und auch in etlichen anderen Staaten, keine Straftaten sind, wie in D! Das sollte jeder akzeptieren, denn D ist nicht der König der Welt, nach dem sich alle richten müssen!
--
Zudem gibt es immer noch die Zensur durch die User und die ist stärker, als viele glauben! Jeder kann Videos melden und dann werden sie auch recht schnell gecheckt und im Bedarfsfall gelöscht.
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Jeder der keine solche Plattform betreibt, sollte nicht einfach drauflos knüpplen, denn die meisten haben keine Ahnung, wieviel Arbeit es ist, bei solch einem Uplaodvolumen alles durchzusehen!
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Wir sollten froh sein, dass es Google gibt, denn sie haben das Internet, neben der Pornoindustrie, revolutioniert!
Leseratte79 (24.02.2010, 22:00 Uhr)
Berufung
Google wird in der Berufung wohl gewinnen. Ich bin auch nicht der Meinung, dass man heutzutage jedes Video kontrollieren kann...dass will dann auch wieder niemand. Zum K..zen finde ich das es solche Videos überhaupt gibt. Videos werden auch wirklich nach Meldung viel zu spät gelöscht. Da hat man den Eindurck, dass einmal im Monat eine 400 Euro Kraft 2 tage lang über die gemeldeten Videos schaut und entscheidet (nichts gegen 400 Euro Jobber, es soll nur deutlich machen wie unwichtig es den betreibern ist).
jetrabbit (24.02.2010, 21:54 Uhr)
internet freiheit
der artikel weckt den eindruck, dass google nicht zensiert, das stimmt nicht. wenn regierungen und google nicht zensieren würden, wäre das internet mit kinder porno, gewalt, und hass übersäht. genau dass ist aber eben nicht der fall. die jeweiligen regierungen arbeiten eng mit google und co zusammen und jeden tag werden zig seiten gesperrt, gebannt, etc... und das ist auch gut so! ... vereinzelt kommt es vor, dass extreme videos auch mal länger als erträglich noch in youtube und co anzusehen ist. aber generel wird in youtube gut und schnell zensiert. das internet muss aber frei bleiben von der zensur der meinungsfreiheit... und genau hier verletzt google immer mehr das gesetz, das ist eine gefahr für das internet.

youtube ist aber trotz zensur, ein typisches beispiel für die vielfalt der meinungsfreiheit, und dazu gehört nunmal nicht nur "mainstream media" oder "schulwissen". daher ist "weltverschwörung" auch meinungsfreiheit. einige US politker fordern "verschwörungstheoretiker" zu bannen oder mit geldstrafen zu belegen... somit kann zb. sehr effektiv kritisch und frei denkende menschen ausgeschaltet werden. das internet muss frei bleiben.
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