. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Februar 2009, 11:04 Uhr

Twittern wird zum Sicherheitsrisiko

US-Politiker nutzen immer stärker soziale Netzwerke und andere Techniken des Web 2.0. Dabei sind sie bisweilen so mitteilsam, dass sie sich selbst in Gefahr bringen könnten. Jetzt beschäftigen sich auch die US-Streitkräfte mit Twitter.

Twitter, Irak

Pete Hoekstra brachte durch sein Twitter-Bedürfnis das US-Militär in Bedrängnis© Win McNamee/Getty Images

Der immer populärer werdende Internetdienst Twitter, der das schnelle und einfache Veröffentlichen von Kurznachrichten ermöglicht, beschäftigt jetzt auch die US-Streitkräfte. Ausgerechnet der führende Republikaner im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Pete Hoekstra, hatte Twitter genutzt, um seine Freunde bei einer Reise durch Afghanistan und den Irak über seinen genauen Aufenthaltsort zu informieren. Das Pentagon prüfte umgehend seine Vorschriften in dieser Richtung, da derartige Informationen normalerweise als sicherheitsrelevant eingestuft werden. Hoekstra glaubt aber, sich nichts vorwerfen zu müssen. Er verweist darauf, dass auch andere Politiker wie die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, zum Beispiel ihre nächsten Reisen bekanntgeben.

Hoekstra ging aber tatsächlich noch einen Schritt weiter und gab viele Details über seine Reise preis. Und jeder konnte sie empfangen. "Gerade in Bagdad gelandet", berichtete er am 5. Februar um 09.41 Uhr. Um 11.56 Uhr hieß es dann: "Mit dem Hubschrauber in die Grüne Zone geflogen. Irakische Flagge über dem Palast. Gehe zur neuen US-Botschaft. Scheint ruhiger, weniger chaotisch als beim letzten Mal." "Man weiß doch nicht, ob das die genaue Zeit ist", verteidigte Hoekstra sich.

Der Fall zeigt vor allem, wie sehr sich US-Abgeordnete darum bemühen, die neuen und sozialen Netzwerktechniken zu nutzen, um direkt mit ihren Wählern in Kontakt zu bleiben. Ihre Mitarbeiter berichten, sie seien angewiesen worden, neue Wege für die Verbreitung der Ansichten ihrer Chefs zu finden. Dabei sollten sie sich auch nicht nur auf die traditionellen Medien wie die Zeitungen konzentrieren, wo die Meinungen vielleicht verändert oder gar falsch wiedergegeben würden. Der Abgeordnete James Inhofe stellte kürzlich einen längeren Vortrag über das Gefangenenlager in Guantanamo auf Kuba und seine Meinung, warum es nicht geschlossen werden sollte, bei Youtube ein. Auch Hoekstra gehört zu denjenigen, die alle Möglichkeiten der neuen Medien nutzen. Von einer eigenen Homepage über Podcasts bis zu einer interaktiven Karte, auf der man seine Reisen in seinem Wahlbezirk verfolgen kann. Ein Twitter-Account gehört natürlich auch dazu.

Er wisse nicht, ob seinen militärischen Begleitern bei seiner Irakreise bewusst gewesen sei, dass er seine Twitter-Seite immer auf dem neuesten Stand gehalten habe, sagt Hoekstra. Aber es habe ihn auch niemand aufgefordert aufzuhören. Pentagonsprecher Darryn James erklärte, es sei Vorschrift im Pentagon, keine Details von der Reise einer Kongressdelegation zu veröffentlichen, bis diese ihr Ziel erreicht habe. Die Vorschriften würden jetzt im Hinblick auf neue Techniken wie Twitter überprüft, sagte James.

Anne Flaherty/AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
faustjucken_de (23.02.2009, 11:02 Uhr)
@Countryjoe
Sehr schön geschrieben.
In einem Absatz aufgewischt mit dummen Politikern und dem Mitteilungsdrang unwichtiger Leute.
Countryjoe (23.02.2009, 07:48 Uhr)
Exhibitionismus bis zur Selbstaufgabe
Da glauben Leute so wichtig zu sein, daß sie die Welt an jeder einzelnen ihrer psychischen und physischen Flatulenzen teilhaben lassen wollen. In diesem Falle sogar unter völliger Verdrängung der Tatsache, daß Feinde diesen logorrhoetischen Mitteilungsdrang nutzen könnten und das dann blaue Bohnen zwitschern könnten. Das sog. Web 2.0 hat hat auch seine Schattenseiten.
MEHR ZUM ARTIKEL
Flugzeugunglück vor Manhattan Bei Twitter notgelandet

Das erste Foto des im Hudson River notgelandeten Airbus' wurde nicht von Journalisten veröffentlicht, sondern von einem Bürger auf "Twitter". Das Flugzeugunglück ist nur das jüngste Beispiel für das Tempo, mit dem der Onlinedienst Nachrichten verbreiten kann. Aber was ist Twitter eigentlich? mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft