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Warum Luiz keine Tiere mehr essen will

Der kleine Luiz bekommt von der Mutter Tintenfischringe vorgesetzt. Doch wie kommen die auf den Teller? Als Luiz die Antwort weiß, weigert er sich, Tiere zu essen - und wird zum Helden der Vegetarier.

Von Verena Pommerenke

  Der kleine Luiz Antonio, der sich weigert, Tintenfischringe zu essen, wird weltweit zum Held der Vegetarier

Der kleine Luiz Antonio, der sich weigert, Tintenfischringe zu essen, wird weltweit zum Held der Vegetarier

  • Verena Pommerenke

Rosenkohl? Igitt! Pilze und Salat? Bäh! Kinder und Gemüse, das lässt viele Eltern regelmäßig verzweifeln. Doch nun wird ausgerechnet ein kleines Kind dank eines Internetclips zum Liebling der Vegetarier. Alles begann damit, dass Luiz Antonio, ein zierlicher Junge, am Küchentisch von seiner Mutter einen Teller mit Reis, Kartoffeln, Gnocchi und Tintenfischringen vorgesetzt bekommt. Er begutachtet den Teller, zerrt dabei an seinem blauen Hemd und scheint sich zu wundern, was sein Essen mit den Oktopussen zu tun hat, die normalerweise im Meer schwimmen. "Das ist kein echter Tintenfisch, oder?", fragt er seine Mutter. Der Kleine ist verwirrt, fragt, wo sich der Kopf des Tieres befindet. Seine Mutter erklärt, dass der Kopf nicht mehr im Meer, sondern längst auf dem Fischmarkt liegt. Als der Junge begreift, dass der Oktopus zerschnitten wurde, fragt er immer wieder auf portugiesisch: "Por que? Por que?" ("Warum? Warum?").

"Ich will nicht, dass sie sterben!"

Mit seinen großen Augen schaut Luiz Antonio ungläubig seine Mutter an. "Das sind doch Tiere!", bemerkt er. Und als der Kleine weiter überlegt, wird ihm klar, dass die Tiere sterben müssen, wenn man sie essen will. Luiz kann nicht verstehen, warum man das tut. "Ich will nicht, dass sie sterben! Man muss Acht auf sie geben. Und sie nicht essen," sagt er überzeugt.

Seine Mutter gibt ihm Recht. Ihr fehlen die Argumente, um ihn umzustimmen und sie sagt, er solle nur die Kartoffeln und den Reis essen. Sie ist überwältigt von der Sichtweise ihres Sohnes und fängt an zu weinen. Doch nicht nur Luiz Antonios Mutter ist beeindruckt.

Tausende Kommentare unter den Videos

Kurz nachdem sie das Originalvideo in portugiesischer Sprache bei Youtube veröffentlichte, wurde es schon mehr als eine Million Mal angeklickt. Eine spätere Version mit englischem Untertitel knackte die Marke bereits in weniger als vier Tagen. Doch noch beachtlicher ist die Anzahl der Kommentare: Mehr als zehntausend zum Teil lange Ausführungen sind unter den beiden Videos zu lesen.

Viele Vegetarier freuen sich über die ehrliche, fürsorgliche Art des Jungen. Einige sehen Luiz Antonio als Hoffnung für die fleischlose Zukunft, einige gehen noch weiter und bezeichnen ihn gar als den nächsten Ghandi. Ein Held ist er für viele Vegetarier schon jetzt - und die Diskussion über Tierhaltung und Fleischkonsum hat er auf seine ganz eigene Weise erneut angeregt.

Update: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, der Junge käme aus Portugal. Allerdings können wir die Herkunft des Jungen nicht zweifelsfrei belegen. Fest steht nur, dass er Portugiesisch spricht.

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