Startseite

Experten zweifeln an Sicherheit

Die Nutzer rennen Kim Dotcom die Server ein, doch Experten zweifeln an der neuen Mega-Plattform. Sie behaupten, der Dienst sei voller Schwachstellen und die vielgepriesene Verschlüsselung unsicher.

Von Christoph Fröhlich

  Mega, der neue Dienst von Kim Dotcom, steht in der Kritik

Mega, der neue Dienst von Kim Dotcom, steht in der Kritik

Die Server stotterten, E-Mails verschwanden, Uploads brachen zu Tausenden ab: Der Start des Filehostingdiensts Mega, dem neuen Werk des Internetmillionärs Kim Dotcom, verlief alles andere als rosig. Offiziell ist die Plattform trotz der langen Vorbereitungszeit noch immer im Teststadium. Dass die Plattform trotzdem am Samstag um Punkt 18.48 Uhr hochgefahren wurde, war eher ein symbolischer Akt, denn zu diesem Zeitpunkt kreisten ein Jahr zuvor die FBI-Helikopter über Kim Dotcoms Anwesen in Neuseeland. Viele User beschwerten sich, die Macher gelobten Besserung, und tatsächlich: Mittlerweile arbeitet der Dienst weitgehend zuverlässig. Laut dem Gründer werden derzeit etwa 60 Dateien pro Sekunde erfolgreich hochgeladen.

Doch nun droht neuer Ärger: Immer mehr Sicherheitsexperten hegen Zweifel an der angeblich sicheren Verschlüsselung der Mega-Plattform. So meint Alan Woodward, Computerexperte an der University of Surrey, die Verschlüsselung sei "alles andere als ideal". Das liege vor allem daran, dass Javascript im Browser verwendet werde. Wer in der Lage ist, die SSL-Verschlüsselung des Browsers zu knacken, könne auch den Mega-Schutzmechanismus problemlos umgehen, behauptet der Experte. Einige Seiten seien zudem nur mit 1024 Bit verschlüsselt, welche wesentlich leichter ausgehebelt werden können als Seiten mit 2048-Bit-Verschlüsselung.

Nie das Passwort vergessen

Bram van der Kolk, einer der Mega-Chefs, wehrt sich gegen diesen Vorwurf: Die 1024-Bit Verschlüsselung werde auf einigen Seiten nur genutzt, um die "CPU-Ladezeit zu reduzieren", schreibt er in einer E-Mail dem US-Magazin "Forbes".

Auch andere Sicherheitsexperten lassen kaum ein gutes Haar an der Verschlüsselung: Lee Hutchinson, Autor der renommierten Technik-Webseite "Ars Technica", hat sich den Algorithmus ebenfalls genauer angeschaut. Sein Fazit: Die Mega-Verschlüsselung sei in Wahrheit mega-schlecht. So nutze der Dienst beispiielsweise eine symmetrische Verschlüsselung, beim Lesen und Speichern einer Datei werde also derselbe Dekodierschlüssel verwendet. Das sei unsicherer, als für jeden Vorgang einen eigenen Code zu nutzen.

Das Hauptproblem liege aber ganz woanders, schreibt der Experte: Die zum Dekodieren der Dateien nötigen Schlüssel werden nicht auf dem Computer des Nutzers, sondern auf den Servern von Mega gespeichert. Zwar bekommt jeder User beim Anlegen eines Mega-Accounts ein Passwort, das dient aber nur dazu, den Master-Schlüssel freizulegen.

Dieses System kann für den Nutzer schwerwiegende Folgen haben: Wer sein Passwort vergisst, kommt nicht mehr an seine bei Mega hochgeladenen Daten. Da bislang eine "Passwort vergessen"-Funktion fehlt, sollten Nutzer ihre Zugangsdaten im Zweifel aufschreiben und an einem sicheren Ort verwahren. Eine entsprechende Funktion soll demnächst nachgereicht werden, versichern die Macher, ein solcher Dienst sei aber sehr aufwändig.

Für Aufsehen sorgte auch der Erdinger IT-Dienstleister Heiko Frenzel, der eine Schwachstelle in Mega entdeckte und demonstrierte, wie sie zum massenhaften Versand von Spamnachrichten ausgenutzt werden kann. Die Plattform würde weder die Länge der E-Mail begrenzen noch den Inhalt der Formulare überprüfen. So sei es möglich, via Mega manipulierte Links mit Schadsoftware an nichtsahnende User zu verschicken.

  Hat Rapidshare und Dropbox bereits in puncto Traffic überholt: Kim Dotcoms neue Plattform Mega.

Hat Rapidshare und Dropbox bereits in puncto Traffic überholt: Kim Dotcoms neue Plattform Mega.

Preisgeld für den Mega-Knacker

Auch weitere Funktionen - beispielsweise Programme für Windows, Linux und OS X oder Apps für Tablets und Smartphones - stehen auf der Agenda der Macher. Dass die Verschlüsselung unsicher sei, wollen die Betreiber aber nicht auf sich sitzen lassen: In einem Blogeintrag gehen sie teils sehr detailliert auf die Vorwürfe der Kritiker ein - mal mehr, mal weniger souverän.

So antworten die Macher auf den Vorwurf der unsicheren SSL-Verschlüsselung etwa: "Das stimmt. Wer aber SSL knacken kann, kann noch viel interessantere Sachen knacken als Mega". Selbstbewusst fordert Kim Dotcom via Twitter alle Kritiker zu einem Verschlüsselungswettbewerb auf - und bietet zugleich ein Preisgeld an.

Dem Erfolg scheinen die Sicherheitsbedenken bislang keinen Abbruch zu tun. Nach dem immensen Nutzeransturm am ersten Tag ist die Nachfrage zwar etwas abgeebbt, mit mehr als einer Million Usern in wenigen Tagen zählt der Dienst aber schon jetzt zu den am schnellsten wachsenden Internet-Startups.

Nach nur drei Tagen sei Mega laut Dotcom bereits die größte neuseeländische Internetseite und hat damit selbst die lokale Google-Startseite verdrängt. Das schlägt sich auch im Traffic wieder: Schon jetzt rauschen auf den Servern des Megaupload-Nachfolgers mehr Daten durch die Leitung als beim One-Click-Hoster-Konkurrenten Rapidshare oder bei der Cloud-Festplatte Dropbox.

Hier können Sie dem Verfasser auch auf Twitter folgen.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools