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2. März 2009, 20:15 Uhr

Die vernetzte Gesellschaft

Das Schlagwort von der vernetzten Gesellschaft ist seit den ersten Tagen des Internets ein Thema. Jetzt hat die Cebit dafür einen neuen Trendbegriff gefunden und Webciety gleich zu einem Top-Thema gemacht. Von Sven Schirmer

Webciety, Cebit, Internet, Social Network

Der Kunstbegriff "Webciety" soll die Verbindung von Web und Gesellschaft (Society) verdeutlichen© DPA/Jens Ressing

Webciety. Gebildet aus Web und Society, also Netz und Gesellschaft. Das enorme Wachstum der sogenannten Social Communities ist der Ausgangspunkt, die Vernetzung des Menschen Jahrzehnte nach den großen Diskussionen aus den Anfangstagen des Internets wieder zu einem exponierten Thema zu machen.

Der Erfolg von Internet-Seiten wie Facebook, Xing oder StudiVZ, auf denen Nutzer von privaten Informationen bis zu Geschäftskontakten nahezu alles austauschen, was auch in der realen Welt getauscht wird, hat dem vernetzten Zusammenleben einen neue Qualität verliehen und den Diskurs neu befeuert.

Noch vor zehn Jahren hatte die Aussage "Wir bleiben in Kontakt" eine ganz andere Bedeutung als heute. Instant Messaging, Wikis, Blogs und eben Social Networks wie Facebook haben vieles verändert - vor allem die Kommunikation unter- und miteinander.

Die Welt in 140 Zeichen

Und dabei geht es nicht nur um Kontaktpflege oder den Austausch von großen Gedanken. Gerade die kleinen Gedanken, die Schnipsel der menschlichen Wahrnehmung finden sich vermehrt im weltweiten Netzwerk. "Googeln" wir bereits seit einigen Jahren, so wird nun "getwittert". Angelehnt an die Website Twitter.com, die den Trend begründet hat, und wo Millionen Nutzer in jeweils 140 Zeichen Gefühle, Kommentare, Tagebucheinträge, aber auch Nachrichten für die Welt öffentlich machen.

Auch für E-Learning-Angebote bietet das Netz vielversprechende Möglichkeiten. Unter dem Stichwort "E-Learning 2.0" werden mittlerweile Podcasts zum Sprachtraining sowie Foren und Blogs angeboten. Ein weiteres Schlüsselwort heißt "Blended Learning". Damit sind Weiterbildungskonzepte gemeint, die verschiedene Lernformen wie beispielsweise das Webinar (Trainer und Teilnehmer treffen sich zu einem bestimmten Termin in einem virtuellen Raum) nutzen.

Doch kaum ist der Trend erkannt, geht er auch schon neue Wege. Denn mittlerweile ist die Webciety mobil geworden und die Anbieter können sich an einer steigenden Zahl von Nutzern freuen, die sich auch unterwegs sozial vernetzen wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Comscore, die den europäischen Markt für mobile Webanwendungen untersucht hat.

Web 2.0 mobil

Demnach nutzten allein im November 2008 rund zwölf Millionen Westeuropäer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien mobile Web 2.0-Anwendungen - ein Plus von 152 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Besonders interessant: 39,1 Prozent der mobilen Internetsurfer aus Deutschland riefen über das Handy-Web ausschließlich Social-Community-Seiten ab.

Experten rechnen damit, dass die mobile Webciety in den nächsten Jahren stark an Popularität gewinnt. Bei der Integration ortsbasierter Dienste steht die TK-Branche noch am Anfang. Die Verknüpfung von satellitengestützten GPS-Funktionen mit sozialen Netzwerkdiensten gilt als lukrativer Zukunftsmarkt. So hat Google vor kurzem ein neues Online-Tool gestartet ("Latitude"), mit dem sich auf einem GPS-fähigen Handy automatisch Freunde in der Nähe finden lassen.

Die Cebit bietet in der Webciety-Area in Halle 6 Informationen und Diskussionen rund um das Thema.

Von Sven Schirmer
 
 
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