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Ebay räumt Schmuddelecke auf

Auf Ebay wurden laut Medienberichten mehrfach Nacktfotos von Kindern verkauft. Wochenlang soll der Konzern untätig gebleiben sein, nun räumt die Website auf und löscht mehr als 10.000 Auktionen.

  Auf Ebay sollen angeblich wochenlang Nacktfotos von Kindern verkauft worden sein

Auf Ebay sollen angeblich wochenlang Nacktfotos von Kindern verkauft worden sein

Lasziv räkelt sich eine junge Blondine nackt im Wald. Wenige Klicks weiter klettert eine barbusige Brünette auf einer Leiter. Die Online-Plattform Ebay ist voll mit amateurhaften Erotik-Aufnahmen, derzeit werden rund 2100 Stück angeboten. Oft wechseln sie für wenige Euro den Besitzer. Laut Berichten der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) waren es vor wenigen Wochen noch ein Vielfaches mehr mit wesentlich brisanteren Motiven: Demnach wurden in Ebays virtueller Schmuddelecke jugendgefährdende oder gar illegale Inhalte entdeckt. Nun hat der Plattformbetreiber Konsequenzen gezogen und die Kategorie "Akt & Erotik" aufgeräumt. Tausende Fotos wurden gelöscht.

Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) hatten ergeben, dass auf der Plattform etliche problematische Bilder zu finden waren. Darunter war auch ein sogenanntes "Posenfoto", das ein Kind in einer "unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltung" zeigt, wie Experten des vom Familienministerium unterstützen Portals "Jugendschutz.net" gegenüber der Zeitung erklärten.

Blieb Ebay wochenlang untätig?

Neun solcher Auktionen hatte das Jugendschutz-Portal allein im Februar Ebay gemeldet, heißt es in dem Zeitungsbericht. Bei einigen konnte den Jugendschützern zufolge "ein Verstoß gegen Straf- oder Jugendschutzbestimmungen festgestellt werden". Auch mehrere Nutzer informierten Ebay über die brisanten Fotos und forderten laut "SZ", dass die Fotos gelöscht werden. Mehr als zwei Wochen soll der Konzern untätig gewesen sein. Ebay dementiert diesen Vorwurf: "Es haben sich neun Internet-Nutzer bei 'Jugendschutz.net' gemeldet. Davon sind zwei Fälle an uns weiter geleitet worden, bei denen wir auch mit Löschungen reagiert haben."

Laut dem "SZ"-Bericht habe Ebay erst nach der Konfrontation eine großangelegte Löschaktion gestartet. Eine Ebay-Sprecherin bestätigte, man habe nach den Gesprächen mit der Zeitung in dem Bereich im großen Stil "manuell aufgeräumt" und rund 10.000 Angebote gelöscht. "Wir wollen mit unangemessenen Bildern kein Geld verdienen", sagte die Sprecherin der Nachrichtenagentur DPA. Gegen einige Anbieter seien auch Sanktionen verhängt worden.

Neue Hürden für Erotikfotos

Zugleich wird es zukünftigen Händler schwerer gemacht, mit Nacktfotos Geld zu verdienen. Das Internethandelshaus führt nun Mindestpreise ein, die eine Flut billiger Sexfotos eindämmen soll. Seit Mittwoch wird die Website entsprechend umgebaut. Gewerbliche Händler müssen künftig fünf Euro oder mehr für erotische Aktaufnahmen verlangen, Privatanbieter mindestens zehn Euro. Für viele Anbieter dürfte dieser Schritt das Aus bedeuten: Nur in seltenen Fällen wechseln Fotos für mehr als zehn Euro den Besitzer.

cf/DPA/DPA

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