Googles Knol ist "kein Wikipedia-Killer"

24. Juli 2008, 14:59 Uhr

Googles Wissensplattform "Knol" ist nun in englischer Sprache für die Allgemeinheit zugänglich. Anders als bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia schreibt kein Kollektiv die Artikel, sondern die Autoren sind mit Namen und Bild gekennzeichnet. Deswegen tun die Betreiber beider Angebote so, als seien sie gar keine Konkurrenten.

Google hat eine Wissensplattform gestartet, die mit Wikipedia konkurriert: Knol steht nach einer geschlossenen Testphase allen Nutzern zur Verfügung. Anders als im Online-Lexikon Wikipedia bearbeiten die Nutzer die Artikel nicht kollektiv; stattdessen rückt der Internet-Konzern einzelne Autoren in den Vordergrund. "Wir glauben, dass man Web-Inhalte besser nutzen kann, wenn man weiß, wer was geschrieben hat", schrieb Google im offiziellen Blog. Derzeit ist nur eine englische Version verfügbar.

Google will Experten - beispielsweise Wissenschaftler - auf die Plattform locken, die anders als in der Wikipedia unter eigenem Namen ihre Texte publizieren dürfen. "Es ist ihr Knol-Artikel, ihre Stimme, ihre Meinung", heißt es im offiziellen Blog. Es könne dabei mehrere Beiträge zum gleichen Thema geben. Vollständig auf die "Weisheit der Massen" soll Knol aber nicht verzichten: Andere Nutzer können Änderungsvorschläge machen. Wenn der Autor entschieden hat, ob er diese annehmen möchte, erscheinen sie unter dem Artikel. Google nennt dieses Verfahren "moderierte Zusammenarbeit".

Umsatzbeteiligung für Autoren

Neben der Namensnennung besteht ein zusätzlicher Anreiz für Autoren darin, dass sie Geld verdienen können: Wenn sie von Google verkaufte Anzeigen im Kontext ihrer Artikel zulassen, erhalten sie eine Umsatzbeteiligung.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales äußerte sich gegenüber dem "Wall Street Journal" zurückhaltend über den potenziellen Konkurrenten - es sei noch zu früh, um die Chancen von Knol bewerten zu können. Er erwarte jedoch, dass die Website mit "vielen Einzelmeinungen statt Lexikon-Inhalten" aufwarten werde. Bislang bietet Knol einige hundert Texte. Ein beträchtlicher Anteil behandelt medizinische Themen und ist im wissenschaftlichen Stil verfasst.

Der Suchmaschinen-Konzern widersprach der Ansicht, er habe einen "Wikipedia-Killer" schaffen wollen: "Google ist froh über den Erfolg von Wikipedia", sagte der zuständige Projektmanager Cedric Dupont. Er trat zudem Bedenken entgegen, Google werde seine Suche zugunsten des eigenen Angebots verändern und die werbefreien Wikipedia-Artikel, die derzeit häufig auf den Spitzenplätzen erscheinen, weiter nach hinten verbannen. "Wir werden Knol wie andere Websites behandeln", erklärte Dupont. "Wenn ein Knol-Artikel in der Suche auf Platz eins erscheint, hat er es auch verdient."

Zum Thema
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Eisenbaer (26.07.2008, 13:16 Uhr)
Rache...
...ich benutze ab jetzt das Wikipedia-PlugIn als Suchmaschine für den Firefoxbrowser.

Haha!!
Eisenbaer (26.07.2008, 13:11 Uhr)
Ich wünsche Google viel Spaß...
...bei dem Versuch sich mit der Wikipedia zu messen. Denn viel Lust und gute Laune werden die noch genug brauchen ;-))
shine (25.07.2008, 10:55 Uhr)
...hat er es auch verdient
"Wenn ein Knol-Artikel in der Suche auf Platz eins erscheint, hat er es auch verdient." Und Google hat dabie natürlich auch "verdient"...
Digital
Ratgeber und Extras
iPhone 6: Die nächste Smartphone-Generation iPhone 6 Die nächste Smartphone-Generation
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?

 

  von Amos: Ich werde von der Telekom mit tollen Angeboten zu schnellerem Internetzugang bombardiert.

 

  von Amos: Obwohl schon oft gestellt: bei trockener Straße ohne Schnee darf ich doch mit Sommerreifen fahren....

 

  von Amos: Habe von Bio-Mineralwaser gelesen. Was ist das oder was soll das?

 

  von Gast: Ich trainiere ca. 5-6 mal pro Woche und habe einen Ruhepuls von 35 mit 15 Jahren, leider bekomme...