Lohn der Zuwendung:
Die Fortschritte des Autisten Miko
Seit vielen Jahren berichtet stern TV immer wieder über den mittlerweile 12-jährigen Autisten Miko Müller. Ein autistisches Kind zu haben, bedeutet für Eltern stets eine große seelische Belastung.
Mikos Mutter Evelyn berichtet eindrucksvoll über ihre schwankenden Gefühle. Sie schildert Verzweiflung und neu entdecktes Kinderglück. Miko hat seit dem ersten Besuch von stern TV große Fortschritte in seiner Entwicklung gemacht. Geholfen haben ihm dabei Reit- und Delfintherapien sowie Nelly, der neue Hund der Müllers.
Zu Gast bei Günther Jauch ist Evelyn Müller, Miko und sein Hund Nelly.
Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Autismus als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die nach neueren Erkenntnissen vermutlich genetische Ursachen hat. Die Störung betrifft die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung im Gehirn: Hör-, Seh- und Tastreize können von Autisten nicht richtig verarbeitet werden. Infolgedessen sind für viele Autisten eine starke Selbstbezogenheit, Störungen im zwischenmenschlichen Verhalten sowie in der Kommunikation charakteristisch.
Typisch für viele Autisten ist die Unfähigkeit, sich in andere Menschen hinein zu versetzen, also Empathie zu zeigen. Infolgedessen können Autisten häufig nur unzureichend kommunizieren. Außerdem haben sie oft Schwierigkeiten damit, Gestiken und Mimiken zu entschlüsseln. Fachleute sprechen hierbei von "sozialer Blindheit".
Autisten leben meist in ihrer eigenen, verschlossenen Welt. Einige der Betroffenen meiden den Kontakt zu anderen Menschen ganz.
Viele Autisten neigen zudem zu zwanghaftem Verhalten und stereotypen Wiederholungen. Diese geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Auf Abweichungen von ihrer gewohnten Routine reagieren manche Autisten hingegen mit Panikattacken.
Es gibt Autisten, die über sogenannte "Inselbegabungen", also überdurchschnittliche Intelligenz in Teilbereichen verfügen: Sie können überdurchschnittlich gut rechnen, malen, musizieren oder eine andere Tätigkeit ausüben. So sind Fälle bekannt, in denen Autisten in kürzester Zeit ganze Telefonbücher auswendig lernten.
Hierbei handelt es sich jedoch um Ausnahmen.
Autismus kommt in unterschiedlich starken Ausprägungen vor, die unter dem Oberbegriff "Krankheiten mit autistischem Spektrum" zusammengefasst werden. Leichte Formen des Autismus können als bloße Schüchternheit fehlinterpretiert werden, während schwere Formen in den Bereich der Geisteskrankheiten fallen.
Am häufigsten vertreten sind das Kanner-Syndrom (im frühkindlichen Stadium) und das Asperger-Syndrom (tritt ab etwa 3 Jahren auf): Kinder mit dem Kanner-Syndrom zeigen Schwierigkeiten bei der Sprachentwicklung, in einzelnen Fällen tritt eine geistige Behinderung auf. Motorisch entwickeln sich jedoch meist normal. Kinder mit dem Asperger-Syndrom weisen hingegen meist eine hervorragende Sprachentwicklung (auch wenn sie oft Probleme haben, Metaphern zu verstehen) auf, sind häufig sehr intelligent, haben jedoch oft motorische Probleme.
Alle Autisten vermeiden direkten Blickkontakt. Jungen sind viermal so häufig betroffen wie Mädchen.
In jeder größeren Stadt gibt es Autismus-Zentren, an die sich Betroffene wenden können. Eine Auflistung finden Sie auf www.autismus.de
Dort wird festgestellt, ob und in welchem Maße ein Kind autistisch ist. Therapiemöglichkeiten sind mannigfaltig und müssen individuell abgestimmt werden.
Autismus ist grundsätzlich nicht heilbar. Betroffene können sich jedoch soziale Kompetenzen antrainieren, wie "gesunde" Menschen Vokabeln erlernen können.
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