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2. April 2009, 09:28 Uhr

Wie wir morgen im Web suchen

Die Frage "Wie wird man Hüftgold los?" stellt heutige Suchmaschinen schon vor Probleme. Geht es aber nach Google und Co., werden wir uns in Zukunft mit einer Suchmaschine normal unterhalten können. Dank künstlicher Intelligenz gibt es keine schlagwortbasierten Ergebnisse mehr, sondern echte Antworten. Von Arndt Ohler und Helene Laube

Google, Yahoo, Microsoft, ask.com, Suchmaschine, Stephen Wolfram, Wolfram Alpha

In Zukunft soll man sich mit intelligenten Suchmaschinen normal unterhalten können© Colourbox

Mitarbeiter der Websuchmaschine Ask.com spielen regelmäßig. "Wir versuchen, eine Frage auf möglichst viele andere Arten zu umschreiben, und wer die obskurste Paraphrase findet, kriegt einen Einkaufsgutschein", sagt Ask-Manager Tomasz Imielinski. Kürzlich kamen sie auf über 1000 unterschiedliche Umschreibungen für die Frage "Wie wird man Hüftgold los?". "Dieses Experiment veranschaulicht, wie schwierig es für eine Suchmaschine ist, eine Anfrage so zu verstehen und zu interpretieren, wie ein Mensch das könnte", befindet der Suchexperte.

Das Problem treibt auch die Branchenriesen Google und Microsoft, Forschungs- und Firmeninitiativen wie Theseus aus Deutschland sowie ein Heer von Startups um. Im Mai soll die Suchmaschine Wolfram Alpha des britischen Mathematikers und Physikers Stephen Wolfram online gehen. Angeblich soll diese erheblich bessere Ergebnisse als Google liefern - und semantische Züge tragen.

Es geht um einen Evolutionssprung, der das Tor zum Web 3.0 aufstoßen kann. Die Hoffnung ruht auf Fortschritten in der Entwicklung semantischer Technologien und künstlicher Intelligenz. Mit deren Hilfe sollen die bislang eher plump agierenden Computer verstehen, was für Inhalte sie hin und her verschieben oder gespeichert haben. Erst dann werden Nutzer auf ihre Fragen tatsächlich Antworten erhalten und nicht nur eine mehr oder weniger passende Aufreihung von Weblinks.

"Eine Suchmaschine, mit der man sich normal unterhalten kann."

Gesucht wird so viel wie nie zuvor: Fast 96 Milliarden Anfragen weltweit tippten Nutzer allein im Februar laut Marktforscher Comscore in die Suchschlitze von Google und dessen Konkurrenten ein. Ein Jahr zuvor waren es 67 Milliarden. "Das Ziel wäre eine Suchmaschine, mit der man sich normal unterhalten kann und die dabei aus dem gesamten Wissen der Welt schöpfen kann", sagte Thomas Hofmann, technischer Direktor von Googles Suche in Europa. Der Weg bis dahin ist jedoch sehr weit. "Künstliche Intelligenz beschäftigt Forscher seit 30, 40 Jahren, lange bevor es Suchmaschinen gab", sagt Imielinski. Selbst wenn das Endziel nie erreicht werde, seien die Zwischenschritte bedeutsam: "Was auf dem Weg dahin bei den Entwicklungen der semantischen Suche herauskommt, wird auf jeden Fall viel besser sein, als was heute mit der rudimentären, schlagwortbasierten Suche möglich ist", so der Ask-Manager weiter.

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KOMMENTARE (3 von 3)
 
screne (02.04.2009, 17:16 Uhr)
Schon?
"Wie wird man Hüftgold los?" stellt heutige Suchmaschinen schon vor Probleme? Der Autor scheint keine Ahnung davon zu haben, wie eine Suchmaschine funktioniert. Die Frage verstehen ja sogar manche Menschen nicht, weil sie z.B. nicht wissen, was "Hüftgold" ist. Wie kann man dann von einer Maschine oder Software verlangen, dass sie sowas versteht und ihr, wenn sie es nicht tut, vorzuwerfen, das bereite "schon" Probleme? Einfach absurd. Derzeit jedenfalls.
Blacky007 (02.04.2009, 16:33 Uhr)
@tobix
Das Finanzielle sehe ich weniger als Problem, da sich nicht viel ändern wird - die Suchmaschine wird dann nur relevantere Ergebnisse auflisten. Die im Artikel als Beispiel gestellte Frage "wie wird man hüftgold los" wird mit einem Einzeiler sicher nicht zu beantworten sein, also wird man sich, wie heute, auf der Website nähere Informationen holen müssen. Bei Fragen wie: "welcher ist der größte Vulkan" würde zwar ein Einzeiler zwar vollkommen reichen, aber tiefergehende Infos und Bilder dazu, gibt es eben wieder nur auf der Website, wie heute auch schon.
tobix (02.04.2009, 15:25 Uhr)
Das Finanzielle ist ein Problem.
Neben der technischen Realisierung würde der gezeigte Ansatz auch bedeuten, dass die einzelnen Websites nur noch Inhalte liefern würden. Eigentlich könnte man sie dann gleich als Webservices implementieren. Denn Frage und Antwort erscheinen in der Suchmaschine - die Website bekommt man nicht zu Gesicht. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie die Websites sich finanzieren... Zahlen wir in Zukunft für die Nutzung? "Diese Antwort kostet sie 10 Cent." :)
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