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So finden Sie Ihre Lieblingssendung im Netz

Schon wieder eine aktuelle Folge verpasst? Im Netz könnte sich genau das verbergen, was Sie suchen. Aber wo? Und wie daran kommen? stern.de erklärt es Ihnen.

Von Ulrike Klode

  Die brandneue Staffel von "Grey's Anatomy" ist Ende September in den USA angelaufen, deutsche Zuschauer werden sich noch gedulden müssen...

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Sonntagabend ist "Navy CIS" und "The Mentalist" dran, Montag ist "Fringe"-Abend, und mittwochs läuft "Mad Men" - das Leben eines echten Serienfans kann ziemlich stressig sein. Gerade jetzt, da im Herbst viele neue Staffeln losgehen. Und ein echtes Drama ist es, wenn man ausgerechnet den Staffelstart der Lieblingsserie verpasst, weil es im Büro mal wieder länger gedauert hat.

Doch der Frust ist eigentlich völlig überflüssig: Wer sich im Internet gut auskennt, kommt schnell an die begehrte Folge. Wir stellen vier Möglichkeiten vor, wie Sie Serien online finden und erklären, was Sie rechtlich bedenken müssen.

  Er beschert Sat1 gute Quoten: Simon Baker, der Hauptdarsteller der Serie "The Mentalist"

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Das Programm vom Vortag: Online-Mediatheken

Mittlerweile haben fast alle deutschen Fernsehsender erkannt: Der von allen umworbene junge Zuschauer richtet sein Leben längst nicht mehr nach dem TV-Programm aus. Deshalb bieten die Sender - von den öffentlich-rechtlichen bis zu den privaten - große Teile ihres Programms nach der Ausstrahlung im Internet in ihren Mediatheken an. Für ARD und ZDF ist rechtlich begrenzt, wie lange die Sendungen im Netz stehen dürfen: Sieben Tage, wenn es sich um tägliche Sendungen handelt, sechs Wochen, wenn sie wöchentlich gesendet werden. Aber auch in den Web-Angeboten von Pro7, RTL oder Sat1 sind die Shows, Serien oder Magazine in der Regel nur eine Woche lang gratis aufrufbar. Danach kostet es Geld: Für eine ältere Folge "CSI: Miami" verlangt RTL im Netz zum Beispiel 1,99 Euro. Allerdings sind in den Online-Mediatheken längst nicht alle Serien verfügbar - nicht immer haben die Sender bei amerikanischen Produktionen auch die Online-Rechte gekauft.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte es noch einfacher werden, auf die Sendungen der TV-Sender im Netz zuzugreifen. Die beiden großen Mediengruppen ProSiebenSat1 und RTL planen eine gemeinsame Plattform, auf der alle deutschsprachigen Sender ihre Inhalte veröffentlichen können. Das Vorhaben hat ein sehr erfolgreiches Vorbild in den USA: Hulu.com - der Traum eines jeden Serienfans.

  Die hochgelobte US-Serie "Mad Men" startet in Deutschland am 5. Oktober auf ZDF Neo. Hier die Hauptdarsteller und der Erfinder der Serie bei der Emmy-Verleihung

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So tun, als wäre man Amerikaner: eine US-IP-Adresse

Für Fans amerikanischer Serien liegt das Paradies auf der anderen Seite des Atlantiks - geografisch weit entfernt, aber auch per Internet nur schwer erreichbar. Denn die Webseiten der amerikanischen TV-Sender und auch Videoportale wie Hulu.com prüfen bei jedem User, welche IP-Adresse er hat. Die vergibt der Internetanbieter, über den man im Netz unterwegs ist. Die meist zwölfstellige Nummer gibt unter anderem darüber Auskunft, in welchem Land der User sitzt. Alle Internetnutzer, die nicht in den USA leben, erhalten den Hinweis, dass sie in ihrem Teil der Erde die neueste Folge der heißgeliebten Serie nicht sehen dürfen.

Eine Klippe, die Sie aber umschiffen können: indem Sie sich eine amerikanische IP-Adresse beschaffen. Das geht zum Beispiel mit Hotspot Shield. Das Programm ist kostenlos - dafür müssen Sie Werbung in Kauf nehmen, die im Browser-Fenster eingeblendet wird. Und: Wundern Sie sich nicht über amerikanische Suchergebnisse, wenn Sie mit Hotspot Shield im Netz unterwegs sind - denn natürlich denkt auch Google, dass Sie in den USA am Rechner sitzen. Noch reibungsloser und schneller als mit Hotspot Shield können Sie amerikanische Serien genießen, wenn Sie etwas Geld investieren und sich von einem kommerziellen Anbieter eine VPN-Verbindung aufbauen lassen. Das ist eine Art Tunnel, der die Datenübertragung so sicher wie möglich machen soll. Unternehmen wie Cyberghost oder Anonymizer bieten Abos für einen Monat oder auch ein Jahr an. Hier müssen Sie darauf achten, dass Sie ein Abo für einen Server abschließen, der in den USA steht. Denn nur dann surfen Sie mit einer amerikanischen IP-Adresse.

Rechtlich ist der Umweg über einen US-Server unbedenklich. "Ich sehe da kein Problem - solange der User nicht vorher versichern muss, dass er wirklich in den USA ist, das wäre dann nämlich ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen", sagt Rechtsanwalt Stephan Mathé. "Aber da droht im schlimmsten Fall auch nur der Ausschluss von der Seite."

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Die Serie einfach kaufen: Online-Videotheken

Wenn man früher einen Film im Kino verpasst hatte, war die Videothek um die Ecke die perfekte Möglichkeit, das filmische Vergnügen nachzuholen. Das ist im Netz kaum anders: Auch hier gibt es Videotheken, die eine riesige Auswahl haben. Der entscheidende Vorteil: Alles ist virtuell, man muss nicht daran denken, die DVD in die Videothek zurück zu bringen. Am bekanntesten ist der iTunes-Store von Apple - angefangen hat alles mit Musik, doch mittlerweile finden sich hier gegen Geld auch Filme und ganze Staffeln von vielen Serien. Zwei weitere große Online-Videotheken in Deutschland, in denen Sie nach der gesuchten Serie stöbern können, sind und Videoload.

Während neue Folgen bei iTunes erst am Tag nach der Ausstrahlung im TV zu sehen sind, gibt es bei Maxdome neue Episoden häufig sogar noch vor dem Sendetermin. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Online-Videotheken zu nutzen: Wenn Sie eine Episode leihen, haben Sie nur für eine begrenzte Zeit darauf Zugriff, danach können Sie sie nicht mehr anschauen. Wenn Sie eine Folge oder eine ganze Serie kaufen, können Sie sie jederzeit und immer wieder sehen. Es gibt sogar Serien-Abos - dann können Sie die Serie schauen, wann wo und wie oft Sie wollen, die neusten Folgen sind inklusive.

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Nur ansehen, nicht anfassen: Streaming-Dienste

Wenn Sie sich Folgen von Serien über illegale Tauschbörsen im Netz auf den Rechner holen, machen Sie sich strafbar, denn das verstößt gegen das Urheberrecht. Nicht ganz so eindeutig ist die Rechtslage bei Streaming-Diensten. "Das ist eine rechtliche Grauzone", sagt Urheberrechtsexperte Stephan Mathé. Beliebt sind zum Beispiel kino.to oder watchxonline.com.

Hierbei handelt sich um "Sammlerdienste", die im Grunde nur verraten, auf welchen Servern irgendwo in der Welt andere User Serien versteckt haben. Die Dateien sind in der Regel Mitschnitte aus dem Fernsehen oder Kopien von DVDs - damit haben die User, die sie anbieten, eindeutig gegen das Urheberrecht verstoßen. Wer auf eine Folge klickt, um sie anzuschauen, wird von der Seite auf den jeweiligen Server weitergeleitet, auf der die Datei liegt und kann sie sich dann quasi direkt im Netz anschauen.

Mathé: "Hier gibt es zwei Rechtsauffassungen. Die einen sagen: Die Datei wird im Cache oder im Arbeitsspeicher für einen ganz kurzen Zeitraum gespeichert, und damit handelt es sich um eine Kopie. Die anderen sagen: Das ist keine Kopie." Im Urheberrecht sind solche neuartigen Formen der Verbreitung bisher nämlich nicht berücksichtigt. Nach Einschätzung des Medienrechtsexperten bleibt ein Risiko, wenn Sie solche Streaming-Dienste nutzen: "Wenn ein derartiger Fall wirklich irgendwann vor Gericht kommen sollte, hängt es davon ab, ob der Richter das Streaming als Kopie bewertet oder nicht." Hinzu kommt ein anderes Risiko: Die meisten Streaming-Dienste sind Abofallen. Ständig poppen Werbefenster für Programme auf, die eigentlich kostenlos sind. Oder - besonders hinterhältig - es tauchen Meldungen für angebliche Fehler auf, die nur behoben werden können, wenn Sie dieses oder jenes Plugin oder Update installieren. In Wirklichkeit sind das aber nur perfide Tricks, um Sie in eine Abofalle zu locken, mit der die Geschäftspartner der Seiten ihr Geld verdienen. In einem solchen Umfeld können sich übrigens auch Viren tummeln, die Ihrem Rechner zu schaffen machen könnten. Ohne einen guten aktualisierten Virenscanner sollten Sie sich nicht auf diese Seite wagen.

Die Qualität der Mitschnitte ist im Übrigen oftmals sehr schlecht - Sie sollten sich vorher gut überlegen, ob Sie dafür die Risiken wirklich eingehen wollen.

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