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27. November 2009, 15:17 Uhr

Quantensprung in den Sportwinter

49Games hat seine Spielereihe "Winter Sports" komplett überarbeitet. Weniger ist diesmal mehr - aber nur bei der Zahl der Disziplinen. Ansonsten hat "RTL Winter Sports 2010 - The Great Tournament" im Vergleich mit den Vorgängern in jeder Hinsicht mehr zu bieten.

RTL Winter Sports, Wintersport, Sportspiel, Ski, Bob,

Wenn ein Skisprung so endet, ist das schlecht. Beim Trickskiing ist es Kunst© 49Games

Nicht alles ist anders. Aber vieles. Zum Beispiel ist Anni Friesinger verschwunden. Einfach weg. War sie im vergangenen Jahr noch "das Gesicht" der "RTL Winter Sports"-Reihe, verzichten die Macher von 49Games diesmal ganz auf prominente Namen. Stattdessen wurde das Geld offenbar in das Spiel selbst gesteckt, das diesmal keineswegs nur eine leicht veränderte Variante zum Vorgänger ist. Nein, "RTL Winter Sports 2010 - The Great Tournament" unterscheidet sich deutlich. Gameplay, Grafik, Steuerung, Modi sind neu. Und statt Anni gibt es diesmal ... einen aufdringlichen Hasen.

Vorab: Treu blieb man sich, was die Zielgruppe betrifft. Die 2010er-Ausgabe richtet sich wie ihre Vorgänger an Casual Gamer, Gelegenheitsspieler, die in Nullkommanix und ohne großes Studieren von Begleitheften auf Medaillenjagd gehen wollen. Bis zu vier Spieler können gleichzeitig antreten, hinzukommt ein Online-Modus mit weltweitem Ranking System. Die Steuerung wurde neu gestaltet, bleibt aber weiterhin eingängig und simpel.

Die Zahl der Disziplinen und Wettbewerbe wurde deutlich reduziert. Mal was Neues. Wer sich in der Vergangenheit gerne bei Curling die Zeit vertrieb, wird diesmal enttäuscht. Bedauerlicher indes: Im Bereich "Ski Alpin" gibt es nur noch die Abfahrt, ein Slalom wäre nett gewesen. Dazu kommen Skifliegen, Shorttrack, Biathlon, Bob und Eiskunstlaufen.

Stichwort Motion Capturing. "Mit 40 hochmodernen Kameras wurden über 9.000 Sekunden Material, verteilt auf über 450 einzelne Bewegungen, aufgezeichnet." So formuliert es der Hersteller. Tatsächlich hat das Spiel, verglichen mit seinen Vorgängern, nun auf den Next-Gen-Konsolen einen Quantensprung hinter sich. Feine Intros führen in die Wettbewerbe ein, die allesamt flüssig und dynamisch dargestellt sind.

Neu ist auch der Karrieremodus, der immer neue Herausforderungen stellt. Sind die erfolgreich bewältigt, erhalten die Athleten in jeder Disziplin Upgrades. Wer schnell in alle Wettbewerbe einsteigen will, kann das mit vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden tun.

Es regiert die Sachlichkeit

So deutlich die Verbesserungen auch sind. Ein wenig fehlt diesmal der Charme alter 49Games-Veröffentlichungen, die ob ihrer simplen, aber gelungenen Gestaltung stets eine besondere Sogwirkung erzielten. Auch die humorvollen Kommentatoren von früher sind verschwunden, stattdessen regiert die Sachlichkeit. Offenbar als Zugeständnis an eine jugendliche Zielgruppe wurde auch eine Reihe von Merkwürdigkeiten neu eingeführt. So erlaubt eine Adrenalin-Taste nun in allen Tempo-Disziplinen einen vorübergehenden Boost, der dafür sorgt, dass man beim Abfahrtslauf mit gefühlten 350 Stundenkilometern die Strecke hinabrast. Für ein Spiel,das sich neuerdings "Realismus" auf die Fahnen geschrieben hat, natürlich kompletter Unsinn. Wie auch die Möglichkeit des bewussten Anrempelns der Kontrahenten etwa beim Shorttrack.

Kein schlechtes Spiel also, aber sicher nicht das Nonplusultra in Sachen Winterolympiade. Gespannt wartet man derweil auf Segas "Vancouver 2010", das offizielle Spiel zum Wettbewerb. Dessen offizielle Maskottchen sind übrigens Quatchi, der "Big Foot", Miga, der Seebär, und Sumi, der Donnervogel. Bei "RTL Winter Sports 2010" treibt sich immer und überall ein menschengroßer Hase herum.

RTL Winter Sports 2010 - The Great Tournament
Hersteller/Vertrieb 49Games/NBG
Genre Sportspiel
Plattform PS3, Xbox 360, Wii
Preis ca. 55 Euro
Altersfreigabe ohne Beschränkung
Christopher Zallmann/Teleschau
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
chilam (28.11.2009, 21:33 Uhr)
Fremdworte als Aufmacher
Quantensprung?
Mein werter Autor -
Wenn man die Bedeutung eines Wortes nicht kennt, sollte man es nicht benutzen.
Der Rest der Rezension ist da schon gelungener.
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