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„Alexa, darf ich in die Kneipe?“

Amazons Sprachassistentin „Alexa“ regelt die Heizung und dimmt das Licht. Wie lernfähig ist das System? Hat am Ende der Computer das Sagen? Das weiß Karsten Finke, Produktmanager SmartHome bei innogy.

Musik, Temperatur, Licht: Die elektronische Haushaltsassistentin Alexa redet überall mit

Musik, Temperatur, Licht: Die elektronische Haushaltsassistentin Alexa redet überall mit

Herr Finke, Smart-Home-Technologie mache das Leben einfacher, heißt es. Warum aber soll ich die Heizung unbedingt mit dem Smartphone hochdrehen können?

Natürlich kann ich das weiterhin direkt am Heizkörper oder am Raumthermostat machen – auch wenn ich ein SmartHome-System habe. Es geht nicht in erster Linie darum, den Menschen den Weg vom Sofa zur Heizung zu ersparen. Wir denken weiter: Mit der App auf dem Smartphone oder dem Tabletcomputer kann ich das optimale Wohlfühlklima in jedem einzelnen Raum individuell automatisch einstellen. Abgestimmt darauf, ob ich zu Hause bin oder nicht. Wenn ich um 17 Uhr nach Hause komme, hat das System über die Heizungssteuerung bereits ab 16:30 Uhr die Temperatur in den Wohnräumen auf 21 Grad hochgefahren. Dann ist es schön gemütlich, sobald ich die Wohnung betrete.

Karsten Finke, Produktmanager SmartHome bei innogy

Karsten Finke, Produktmanager SmartHome bei innogy

Zum System gehört die Sprachsteuerung „Alexa“ von Amazon, die das Licht einschaltet oder die Rollläden herunterfährt. Ist es nicht aber gerade gut für die Fitness, ab und zu vom Sofa aufstehen zu müssen?

Natürlich. Alexa aber hilft bei vielleicht als lästig empfundenen Tätigkeiten. Wenn ich abends die Rollläden herunterfahren möchte, reicht ein Satz: „Alexa, schließe die Rollläden.“ Das ist eine sehr intuitive, bequeme Unterstützung. Sonst müsste ich selbst durchs Haus gehen und die Rollläden bei jedem Fenster einzeln schließen. Das kann auch eine große Hilfe für ältere Menschen sein, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Das Bier oder das Buch zum Lesen aber bringt einem Alexa nicht ans Sofa. Da muss man schon noch selbst aufstehen.

Alexa kennt die Musikvorlieben der Bewohner, das Wetter, steuert die Raumtemperatur. Das erinnert an den sprechenden Computer HAL 9000 aus dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“ …

Ja, das stimmt. Was früher als Science-Fiction galt, das wird heute Realität. Und zwar für jeden, nicht nur für ausgesprochene Computer-Fans. Das System ist denkbar leicht zu bedienen. Wenn ich in der Küche am Herd stehe, kann ich mit einem Satz den Wasserkocher starten. Das ist einfach praktisch.

HAL wird im Film zunehmend eigenständig und will das Raumschiff am Ende allein zum Jupiter fliegen, ohne Menschen. Besteht die Gefahr, dass Alexa irgendwann allein im Haus sein will und die Bewohner aussperrt?

Nein. Es gibt wichtige Funktionen, bei denen Alexa als Sprachsteuerung zum Einsatz kommen kann: Lichtsteuerung, Heizung, Musik, Fußballergebnisse mitteilen … Es handelt sich aber sicher nicht um ein System mit künstlicher Intelligenz, das gerne allein wohnen würde (lacht).

Inwieweit ist das System lernfähig? Muss man sich irgendwann von Alexa anhören, man sei zu lange in der Kneipe gewesen und solle künftig gefälligst früher nach Hause kommen?

Sicher nicht. Das System ist nicht für solche Szenarien ausgelegt. Zum einen weiß Alexa nicht, wo man war, und es ist, wie gesagt, nicht intelligent im menschlichen Sinn. Alexa erkennt auch nicht, wer da zur Tür hereinkommt. Zum anderen muss man Alexa immer selbst mit einem Sprachbefehl aktivieren. „Alexa, mach das Licht an“, „Alexa, spiel klassische Musik“. Von sich aus beginnt das System keine Kommunikation.

Was machen eigentlich all jene Kunden, deren Tochter Alexa heißt? Das könnte zu Verwirrung führen …

Man kann über die App das Aufweckwort ändern und das System mit „Amazon“, „Echo“ oder „Computer“ aktivieren. Das klingt natürlich etwas nüchterner. Bisher ist es aber so, dass nicht alle Namen eindeutig vom Spracherkennungssystem identifiziert werden würden. „Fritzl“ zum Beispiel wäre phonetisch nicht optimal. Man will sichergehen, dass das System immer perfekt aktiviert werden kann. Das ist aber ein wichtiger Punkt. Ich kann mir vorstellen, dass sich hier künftig noch etwas verändert und man selbst einen Namen vergeben kann.

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