Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

"Das ist nicht mehr das Apple, das es mal war"

Apple-Gründer Steve Wozniak stand in einer Fragerunde Rede und Antwort. Darin erklärte er, was er über Tim Cook als Chef denkt - und warum er zur Apple Watch eine Hassliebe empfindet.

Apple-Gründer Steve Wozniak findet, dass Tim Cook einen guten Job macht. Probleme hat er mit der Apple Watch.

Apple-Gründer Steve Wozniak findet, dass Tim Cook und "das neue Apple" einen guten Job machen. Nur das Vermarktungskonzept der Apple Watch kann er nicht gutheißen.

Ohne Steve Wozniak hätte es Apple nicht gegeben. Denn es war "Woz", wie er in Fankreisen genannt wird, der in den 70ern die Rechner zusammenlötete, die PC-Revolution anschob und damit den Grundstein für den heutigen Milliarden-Konzern Apple legte. Von ihm stammte die Idee, die Bauteile auf einer Hauptplatine zu vereinen, die Anordnung der Schaltkreise bis hin zur Software, die das System zum Laufen brachte. Damit sicherte sich Wozniak, der im vergangenen August 65 Jahre alt wurde, einen Platz in den Geschichtsbüchern. 1985 verließ er Apple, doch bis heute verfolgt der Apple-Mitgründer die Entwicklung der Firma.

Steve Wozniak steht Rede und Antwort

Auf dem US-Portal "Reddit" stand Wozniak nun in einer Fragerunde Rede und Antwort. Ein Leser wollte etwa wissen, wie zufrieden er mit Tim Cook als Apple-Chef sei. "Er führt die Tradition von Steve Jobs fort, in dem er Produkte entwickelt, mit denen die Leute ihr Leben so führen können, wie sie es wollen." Insgesamt sei er sehr zufrieden mit Cook, weil er die Mitarbeiter und Kunden in den Mittelpunkt rücke und hält den von ihm eingeschlagenen Weg für richtig.

Nur eine Sache bereitet ihm Sorgen: "Ich liebe meine Apple Watch, aber sie hat uns in das Schmuck-Segment gebracht, wo man zwischen 500 und 1100 Dollar ausgibt, je nachdem wie wichtig man sich als Person nimmt. […] Es gibt 20 Uhren zwischen 500 und 1100 Dollar. Das Band ist der einzige Unterschied? Das ist nicht mehr das Apple, das es mal war und das die Welt verändert hat." Wozniak ist nicht der erste Kritiker, der diesen Punkt aufgreift. Mit seinen Luxusmodellen (Apple Watch Edition), die bis zu 18.000 Euro kosten, stieß Apple einigen Kunden vor den Kopf.

Apple hat Recht im FBI-Streit

Auch zum aktuellen Streit zwischen Apple und dem FBI äußerte sich Wozniak: "Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als das kommunistische Russland unter Stalin jeden ausspionierte, jeden durchleuchtete und dich für alles ins Gefängnis bringen konnte", schrieb Wozniak. Die USA hätten dem mit ihrem Recht auf Freiheit entgegengestanden.

Das Wichtigste sei für ihn die "persönliche Freiheit". Deshalb schlägt er sich - wenig überraschend - auf Apples Seite: "Es gibt gefährliche, gefährliche Dinge und wenn ein Code geschrieben und in ein Apple-Produkt eingefügt wird, der Menschen den Zugriff ermöglicht, werden böse Menschen diesen Weg höchstwahrscheinlich ebenfalls finden."

Wozniak begeistert von Virtual Reality

Positiv äußerte sich Wozniak zur Virtual-Reality-Technologie, die gerade einen Boom erlebt: "Ich liebe es, meine Brille aufzusetzen und ein Basketball-Spiel live zu sehen. Es ist eine Erfahrung, die man kaum glauben kann." Angeblich tüftelt Apple an einer eigenen VR-Brille, Konkurrenten wie Samsung oder HTC sind dem Konzern aber bereits zuvorgekommen.

Ein anderer Leser wollte von Wozniak wissen: "Steve, was ist die beste Erfindung von der du wünschst, dass du sie entwickelt hättest?" Seine Antwort: "Ein Gerät, das uns jeden Tag eine Extra-Stunde schenkt?" Eine Steilvorlage für einen anderen Reddit-Nutzer: "Google arbeitet daran bereits, es nennt sich fahrerloses Auto."