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Welches Smartphone-Betriebssystem ist am besten?

Welches Smartphone-Betriebssystem ist am besten: Android 6, iOS 9 oder Windows 10 Mobile? Wer liefert die schnellsten Updates, wer hat die besten Apps? Der große "Connect"-Test verrät es.

Von "Connect"-Redakteur Andreas Seeger

Welches Smartphone-Betriebssystem ist am besten?

iOS 9, Android 6 oder Wndows 10 Mobile: Welches Smartphone-Betriebssystem ist am besten?

Egal, welche Statistik man bemüht - alle bescheinigen Android einen globalen Marktanteil von über 80 Prozent, mit Abstand gefolgt von iOS, das seit Jahren etwa 15 Prozent behaupten kann. Die übrigen fünf Prozent verteilen sich auf Systeme, die ein paar Jahre in der Nische dahindämmern, bevor sie verschwinden. Jüngstes Beispiel ist Blackberry OS, dem sein Schöpfer Research in Motion (RIM) mit der Entscheidung, fortan auf Android zu bauen, den Todesstoß versetzt hat.

Nächster Kandidat auf der Abschussliste könnte Windows Phone/Windows Mobile sein. IDC sieht den Marktanteil in der jüngsten Analyse vom Dezember 2015 bei 2,2 Prozent und gibt einen ernüchternden Ausblick: "Ein nennenswertes Wachstum ist in den kommenden Jahren nicht zu erwarten."

Windows Phone: Chronik des Scheiterns

Dabei sind die Anstrengungen enorm, die Microsoft in den letzten Jahren unternommen hat, um im Smartphone-Geschäft mitzumischen. 2010 stellte man mit Windows Phone 7 ein von Grund auf erneuertes OS auf die Beine, dessen Oberfläche (Metro UI) bereits den Prinzipien des "flat Design" folgte, das heute die digitale Bildsprache dominiert und dem auch die aktuellen Versionen von Android und iOS folgen. 2013 bezahlte Microsoft mehr als fünf Milliarden Euro für die Mobiltelefonsparte von Nokia, um "das volle Potenzial des Windows-Ökosystems zu erschließen".

Aber in all den Jahren gelang es nie, die Kunden von Windows Phone zu überzeugen. Die griffen lieber zu iPhones oder Androiden und zwangen Microsoft-Chef Satya Nadella, der Anfang 2014 die Nachfolge von Steve Ballmer antrat, zu einem radikalen Kurswechsel: Mitte 2015 kündigte er die Entlassung von knapp 8000 Mitarbeitern an, schrieb die gewaltige Summe von 6,9 Milliarden Euro auf den Nokia-Deal ab und erklärte, fortan kein eigenständiges Geschäft mehr mit Smartphones zu betreiben, sondern nur noch Modelle zu bringen, die die Windows-Familie bereichern.

Windows 10: Eines für alles

Was wie eine offene Kapitulation aussieht, birgt bei genauerer Betrachtung Potenzial. Denn Windows ist nach wie vor stark: Es ist klarer Marktführer bei PCs - und das neue Windows 10 läuft plattformübergreifend auf allen Geräteklassen. "Universal Apps" wie Office 365 bieten überall die gleiche Nutzererfahrung, Inhalte werden über den Cloud-Dienst OneDrive synchron gehalten.

Wenn es Microsoft gelingt, den Kunden mit seinen am PC lieb gewonnenen Gewohnheiten abzuholen und in sein mobiles System zu führen, dann hat auch Windows auf Smartphones eine Chance. Denn Android und iOS sind nicht so verbreitet, weil es die besten Systeme sind, sondern weil sie die größte Nutzerbasis haben. PC-Monopolist Microsoft weiß ganz genau: Die intrinsische Logik dahinter durchbricht man nur, wenn man mehr Funktionen bietet und sie gleichzeitig bequemer zugänglich macht. Ob Windows 10 Mobile das schafft, verraten wir im großen Test der Fachzeitschrift "Connect".

Multiroom-Streaming: Von Sonos bis Bose: Das sind die besten Funk-Lautsprecher
Sonos Play:5

Sonos ist der Pionier in Sachen Multiroom. Die hochpreisigen Geräte zeichnen sich durch ein schlichtes, edles Design, hervorragendem Sound und einfacher Bedienung aus. Alle Sonos-Boxen können über eine Smartphone-App miteinander drahtlos vernetzt werden und so ganze Häuser beschallen, entweder mit  einer Musikauswahl oder in jedem Zimmer mit einem unterschiedlichen Musikprogramm.  Das neuste Modell ist der Play:5 (2015 Edition). Er hat ein moderneres Design und besseren Klang - kostet mit 579 Euro aber auch eine ordentliche Stange Geld. Den vollständigen Test finden Sie hier.


Oberfläche von Android, iOS und Windows                             

Android: Das Chamäleon

Die Anpassbarkeit der Oberfläche ist die Trumpfkarte von Android. Das System kann so stark verändert werden, dass man denkt, ein iPhone in der Hand zu halten. Ein weiterer großer Pluspunkt sind Widgets, kleine Info-Felder auf dem Startbildschirm, die ihren Inhalt in Echtzeit synchronisieren und so eine Vorschau des Inhalts geben, ohne dass man dafür extra eine App öffnen muss: Das Wetter-Widget zeigt die Temperatur, das E-Mail-Widget die Betreffzeilen der neuen Nachrichten. In der Summe ist die Bedienung aber nicht so intuitiv wie bei Apple, auch die Sprachsteuerung reicht nicht an iOS heran.

iOS: Einfach und intuitiv

Viele heute selbstverständliche Grundlagen der Smartphone-Bedienung, etwa Multitouch oder die Touchscreen-Steuerung mit Finger statt Stylus, wurden von Apple zur Marktreife gebracht. Diese Expertise spürt man bei der Benutzung von iPad und iPhone: Die Steuerung ist geschmeidig und erschließt sich intuitiv, die Oberfläche ist sehr strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Ein weiterer Pluspunkt ist die umfassende Sprachsteuerung über den digitalen Assistenten Siri. Allerdings lässt sich das System nicht sehr umfassend individualisieren und verzichtet auf Widgets - Nachteile, die man vor allem im direkten Vergleich deutlich spürt.

Windows: Starke Symbiose

Die Live-Kacheln von Windows 10 kombinieren gekonnt die Widgets von Android mit der strukturierten Oberfläche von iOS. Das Ergebnis ist die in unseren Augen fortschrittlichste mobile Oberfläche, die es derzeit gibt. Microsoft hat in Windows 10 Mobile auch einen wichtigen Kritikpunkt der Vorgängerversionen ausgeräumt und bietet viele Personalisierungsmöglichkeiten: Der Kachel-Hintergrund ist frei wählbar, die Kacheln lassen sich dreistufig in der Größe anpassen und auch in Ordnern sammeln. Einziger Wermutstropfen: Der digitale Sprachassistent Cortana kann weder mit Apples Siri noch mit Google Now mithalten.


Unterhaltung bei Android, iOS und Windows

Android: Fast alles dabei

Ein Shop mit Filmen, Büchern, Musik und Zeitschriften ist fester Bestandteil des Play Store, sogar einen eigenen Musikstreaming- Dienst bietet Google. Wer den nicht nutzen will, kann problemlos alternative Dienste wie Spotify einsetzen, die entsprechenden Apps sind vorhanden. Hinzu kommt ein gigantisches Spieleangebot inklusive erweiterter Funktionen wie Multiplayer und Ranglisten. Kurz gesagt: Android und das angehängte Google-Ökosystem warten mit einem umfangreichen Bestand auf, der die meisten Wünsche erfüllt. Quantität und Qualität können allerdings nicht mit iTunes mithalten.

iOS: Das Vorbild

Dass Apple mit der Erfindung von iTunes die Musikindustrie ins digitale Zeitalter geführt hat, merkt man heute noch, wenn man den iTunes Store besucht. Der digitale Shop von iOS ist nach wie vor der Maßstab, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Egal ob Musik, Zeitschriften, Spiele, Filme oder Serien: iTunes hat überall die Nase vorn. Im Vergleich mit Android ist nicht nur das Angebot größer und vielfältiger, die Inhalte werden auch ansprechender präsentiert und besser aufbereitet. Bekannte Filme werden etwa mit Bonusinhalten angeboten, Staffelpässe machen das Anschauen von Serien bequemer.

Windows: Überraschung

Beim Kauf eines Lumia 950 bekommt man einen Gutschein für zwei Monate Sky Online kostenlos obendrauf. Ein attraktives Angebot, das den überraschend guten Eindruck verstärkt, den Microsoft hier hinterlässt. Tatsächlich schnürt das Unternehmen mit Windows 10 Mobile ein Unterhaltungspaket, das es durchaus mit Android aufnehmen kann, es gibt sogar eine Musikflatrate für zehn Euro. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die enge Anbindung an das Xbox-Universum. Die Spieleauswahl kann allerdings nicht mit iOS und Android gleichziehen und Zeitschriften sowie Bücher gibt es nur bei Drittanbietern wie Amazon.

Schlaue Hingucker: Die hübschesten Smartwatches: So schmuck kann Technik sein
Asus Zen Watch 2

Asus Zen Watch 2

Die erste Zen Watch war letztes Jahr eine der hübschesten Smartwatches. Asus hatte anders als Samsung und Co. deutlich mehr Wert auf den Schmuck-Faktor gelegt. Und auch die im Herbst vorgestellte Zen Watch 2 kann sich sehen lassen. Das schlichte Design mit seinen abgerundeten Ecken sieht sowohl an Männer- wie auch an Frauenhandgelenken edel aus. Im Vergleich zu den Teils arg klobigen Konkurrenten hat die Zen Watch außerdem eine recht schlanke Figur. Trotzdem ist die Uhr mit Android Wear eine der günstigsten Smartwatches: Gerade einmal 169 Euro ruft Asus ab, die meisten anderen Smartwatches kosten mehr als das doppelte.

Internet und Cloud bei Android, iOS und Windows      

Android: 15 GB kostenlos

Alle mit Google-Diensten verknüpften Inhalte - also nahezu alle persönlichen Daten auf dem Smartphone - werden in regelmäßigen Abständen automatisch unter dem Google-Account gesichert, den der Nutzer beim Einrichten des Systems angibt: Fotos, Videos, der Browserverlauf, Dokumente, sogar WLAN-Passwörter. Zentraler Anlaufpunkt für alle Daten ist die Online-Festplatte Google Drive, auf der man bis zu 15 GB an beliebigen Dateien kostenlos speichern kann. Die dort hinterlegten Dokumente können von mehreren Nutzern parallel bearbeitet werden, wenn sie ebenfalls einen Google-Account haben.

iOS: Mit Auto-Backup

Das Apple-Pendant zu Google Drive heißt iCloud. Auf dieser Online- Festplatte werden ebenfalls alle Notizen, Fotos, Videos und Dokumente automatisch gespeichert und Geräte übergreifend synchronisiert. Das Platzangebot bei iOS ist allerdings deutlich kleiner: Statt 15 GB stellt Apple nur 5 GB zur Verfügung, wer mehr braucht, muss zahlen, der günstigste Tarif liegt bei 99 Cent monatlich für 50 GB. Bei der Backup- Funktion ist iOS dagegen gleichauf: Sind iPhone oder iPad mit einem WLAN verbunden und an den Strom angeschlossen, dann wird täglich automatisch eine Sicherung aller wichtigen Systeminhalte in die iCloud hochgeladen.

Windows: Schneller Browser

Microsoft Edge heißt der neue Browser von Windows 10 Mobile, der in Sachen Geschwindigkeit und Bedienkomfort gut mit Apples Safari-Browser und Google Chrome mithalten kann. Beim Cloudspeicher hat Microsoft kürzlich einen Rückzieher gemacht und den OneDrive-Speicher für Fotos, Videos und andere Dateien von üppigen 30 GB auf 5 GB reduziert. Damit bewegt man sich auf einem Niveau mit Apple. Auch die automatische Backup-Funktion des Systems lässt sich gut mit iOS vergleichen. Für Kunden von Office 365 Personal (kostet sieben Euro pro Monat) ist außerdem 1 TB auf Microsofts Online-Festplatte OneDrive reserviert.

Sicherheit bei Android, iOS und Windows                             

Android: Erhöhtes Risiko

Meldungen über neue Sicherheitslücken oder als Schadsoftware getarnte Apps sind keine Seltenheit im Android-Universum. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist das Google-System aufgrund seines hohen Verbreitungsgrades das mit Abstand beliebteste Ziel von Hackern und Kriminellen, zum anderen sieht Google bei der Prüfung von Apps, die im Play Store angeboten werden, vor allem den Nutzer in der Pflicht. Der muss sein explizites Einverständnis geben, wenn eine App bestimmte Bereiche des Smartphones nutzen möchte. Wer nicht aufpasst, ist in der Logik von Google also selbst schuld.

iOS: Hohe Standards

Unter iOS ist die Wahrscheinlichkeit geringer, eine tückische App herunterzuladen, weil Apple den App Store restriktiver überwacht als Google. Jede App und jedes App-Update werden einer gründlichen Sicherheitsprüfung unterzogen, bevor sie zum Download freigegeben werden. Zusätzlich muss der Nutzer wie bei Android sein Einverständnis geben, wenn bestimmte Smartphone-Bereiche wie die Kamera oder GPS von einer App genutzt werden wollen. Hohe Sicherheitsstandards ziehen sich durch das gesamte System, von der Zwei-Faktor-Authentifizierung für iCloud-Dienste bis hin zum besonderen Schutz des Systemkerns vor Manipulationen.

Windows: Unter Kontrolle

Der niedrige Verbreitungsgrand von Windows auf Smartphones ist aus der Sicherheitsperspektive ein Vorteil, weil sich der Aufwand gar nicht lohnt, Lücken zu suchen und Schadsoftware zu entwickeln. Bisher sind keine Angriffe oder kritische Schwachstellen dokumentiert. Bekannt ist aber, dass bei Windows 10 Mobile ähnlich hohe Standards wie bei iOS gelten: Der App Store wird intensiv überwacht, die Datenübertragung weist einen hohen Verschlüsselungsgrad auf und die Zwei-Faktor- Authentifizierung ist Standard bei OneDrive-Diensten. Zusätzliche Sicherheit verspricht die Tatsache, das Microsoft die Hard- und Softwarebasis kontrolliert.

Datenschutz bei Android, iOS und Windows

Android: Nachzügler

Unter Android 6 können Nutzer endlich selbst verwalten, auf welche privaten Daten Apps zugreifen können. Das entsprechende Menü ist allerdings gut versteckt und nicht einfach zugänglich. Die umfangreichen Datenschutz-Einstellungen zu den unzähligen Google- Diensten sind an anderer Stelle im System untergebracht, einen zentralen Anlaufpunkt für personenbezogene Daten gibt es nicht. Immerhin: Umfangreiche Einstellungen zum Schutz dieser Daten existieren. Fakt ist aber auch: Googles Geschäftsmodell basiert auf der Auswertung personenbezogener Daten. Was das Unternehmen im Detail damit macht, ist nicht transparent.

iOS: Vorreiter

Apple-Chef Tim Cook erklärte Mitte 2015, dass das Geschäftsmodell seines Unternehmens auf dem Verkauf von Hardware basiere und nicht auf den Daten seiner Nutzer. Man muss Apple nicht mögen, aber diese Aussage, damals als Seitenhieb gegen Googles neu gestarteten kostenlosen Fotodienst gedacht, ist korrekt, und sie wird auch vom Datenmanagement unter iOS bestätigt. Von verschiedenen Apple- Diensten erfasste Nutzerdaten bleiben getrennt, werden - im Gegensatz zu Google - nicht verknüpft und, wenn möglich, anonymisiert. Alle Datenschutzeinstellungen sind über das Einstellungsmenü zugänglich.

Windows: Vorbild Apple

Auch Microsoft bündelt alle mit personenbezogenen Daten verknüpften Einstellungen in einem separaten Eintrag im Einstellungsmenü, und die hier angebotenen Kontrollmöglichkeiten liegen auf einem Niveau mit iOS. Es lassen sich nicht nur App-Zugriffe auf Kamera, GPS und Mikrofon definieren, auch auf die Steuerung von Hintergrundaktivitäten und die Nutzung der Werbe-ID kann hier Einfluss genommen werden. In seinen Datenschutzbestimmungen erklärt Microsoft, dass personenbezogene Daten nur zur Verbesserung der eigenen Produkte, nicht aber zu Werbezwecken erfasst werden - Apple macht es genauso.

Apps bei Android, iOS und Windows

Android: Android zuerst

Wir möchten an dieser Stelle gar nicht aufzählen, wie viele Millionen Apps sich mittlerweile in Googles Play Store tummeln. Hier soll ein Verweis auf die enorme Verbreitung von Android genügen: Mit über 80 Prozent Marktanteil werden alle App-Entwickler von Facebook bis zum kleinen Studio quasi gezwungen, für das System zu programmieren. Mittlerweile gilt: Neue Apps oder Updates erscheinen entweder zuerst für das Google-System oder zeitgleich mit iOS. Auch die uneinheitliche Optik, die lange Zeit das Benutzererlebnis störte, hat Google mit den Designrichtlinien von Android 5 ("Material Design") in den Griff bekommen.

iOS: Immer noch vorn

Noch vor zwei Jahren war der Grundsatz "iOS first" in der Entwicklerszene ein in Stein gemeißeltes Gesetz. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von Android ist das Pendel umgeschlagen. Apple und damit auch die iOS-Nutzer profitieren aber weiter von der in den letzten Jahren in den Unternehmen aufgebauten Entwickler-Infrastruktur und dem programmierfreundlichen iOS-Framework. Außerdem kommt die überschaubare Modellpalette von Apple den Entwicklern entgegen, weil die ihre Apps nur für eine Handvoll Geräte anpassen müssen. Im App- Universum herrscht Gleichstand zwischen Android und iOS.

Windows: Katastrophe

Entscheidend für den Erfolg eines mobilen Betriebssystems ist auf Dauer das App-Angebot. Und der Blick in den App Store von Windows 10 Mobile lässt Schlimmes befürchten. Zentrale Apps wie Facebook werden von Microsoft selbst programmiert. Ein Schwergewicht wie Instagram trägt den Zusatz Beta und ist vom Funktionsumfang her nicht mit den iOS und Android-Pendants vergleichbar. Und viele Anbieter wie Ebay Kleinanzeigen oder ING-DiBa fehlen ganz. Weil das System gerade erst gestartet ist, sollte man die App-Flaute noch nicht überbewerten. Aber wenn Microsoft hier nicht schnell durchstartet, hat es keine Chance.

Updates bei Android, iOS und Windows

Android: Durchwachsen

Google veröffentlicht jedes Jahr eine neue Android-Version. Aber sie erreicht nur einen Bruchteil der Geräte, die mit dem System laufen. Weil der Software-Support Aufgabe der Gerätehersteller ist, liegt es an ihnen, welche Modelle wie lange mit Updates versorgt werden. Mittlerweile gilt die Faustregel, dass die Flaggschiffe der etablierten Marken für etwa zwei Jahre mit neuen Versionen rechnen können. Aber sicher ist das nicht. Und wenn man preislich tiefer geht, wird es unüberschaubar: Einige Hersteller pflegen sogar ihre Einsteiger, andere schicken nicht ein einziges Update. Eine Menge Luft nach oben hat Android hier auf jeden Fall.

iOS: Herausragend

Apple stellt wie Google jedes Jahr eine neue Systemversion vor. iOS 9 wurde im Herbst 2015 nicht nur für die aktuelle Modellgeneration veröffentlicht, sondern für alle Geräte bis hinunter zum iPhone 4s, das 2011 den Marktstart erlebte. Der Software-Support erstreckt sich also grob gerechnet über vier Jahre - ein im Vergleich mit Android unvorstellbar langer Zeitraum. Aber Apple kann das leisten, weil sie nicht nur das System, sondern auch die Geräte entwickeln und beides optimal aufeinander abstimmen. Egal, ob man nun Smartphones, Tablets oder Notebooks betrachtet: einen besseren Software-Support als Apple bietet kein Hersteller.

Windows: Starker Einstand

Windows 10 Mobile ist erst seit ein paar Wochen im Handel und den Beweis, die Geräte gut zu pflegen, muss Microsoft erst erbringen. Aber die Tatsache, dass die Redmonder genauso wie Apple die Hard- und die Softwarebasis kontrollieren, stimmt schon mal positiv. Auch das bisherige Verhalten von Microsoft spricht für eine vorbildliche Update- Politik: Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen sollen alle Lumia-Modelle, die mit der Vorgängerversion Windows Phone 8 laufen und mehr als 8 Gigabyte internen Speicher haben, ein Update auf Windows 10 erhalten. Das sind immerhin mehr als zehn Geräte.

Android 6, iOS 9 und Windows 10 Mobile: Fazit

Fazit

Windows 10 Mobile ist offiziell noch gar nicht fertig, die gerade gestarteten Flaggschiff-Modelle Lumia 950 und Lumia 950 XL (Test) werden mit einer speziellen Vorab-Version ausgeliefert, die zwar hier und da noch zu Hängern neigt, aber im Großen und Ganzen sehr rund läuft und auch schon für den produktiven Einsatz taugt. Ich habe das System auf einem 950 XL getestet und war überrascht, wie gut es mit iOS und Android mithalten kann.

Bei der Benutzung spürt man die Erfahrung von Microsoft als weltgrößter Software-Anbieter. Windows 10 Mobile ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern die gereifte dritte Generation eines mobilen Betriebssystems, das bereits im Oktober 2010 gestartet ist. Es bietet eine überragende Benutzerführung, ist hochgradig individualisierbar und sehr schnell bei geringen Hardware- Anforderungen. In nahezu allen Aspekten kann es mit den Platzhirschen mithalten, ist in einigen Bereichen sogar besser als diese.

Die Achillesferse ist der App Store, dessen Angebot weder qualitativ noch quantitativ überzeugt. Aber nur mit einem starken App-Angebot hat Microsoft eine Chance, sich auf dem Smartphone zu etablieren. Zu wünschen wäre es, denn die Geschichte zeigt: Ein monopolisierter Markt ist innovationsfeindlich. Natürlich lässt sich ein iPhone sehr einfach bedienen, natürlich bieten Android-Widgets eine tolle Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Aber ist es auch die beste Möglichkeit? Wir werden es nie erfahren, wenn es keine Alternativen gibt.

Windows 10 Mobile ist erfrischend anders und die Stärken des Systems zeigen, wo Android und iOS noch Verbesserungspotenzial haben. In diesem Sinne: Viel Erfolg, Microsoft!

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