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Goldrausch dank iPhone

Telefonkosten auf einem Blick, knifflige Fragen zum Zeitvertreib oder ein Autorennen gegen die Langeweile: Applikationen für das iPhone verkaufen sich sehr gut. Das freut vor allem Entwickler. Die können mit den kleinen Programmen in wenigen Monaten reich werden.

Von Johannes Jolmes

Mit einer Wette fing für Michael Zimmermann alles an. Man könne mit dem iPhone keine Visitenkarten verschicken, bemängelte seine Frau. Das weckte den Erfindergeist des Programmierers. Über das Wochenende schreibe er eine funktionierende Anwendung, wettete er mit seiner Frau. Es klappte. Der Hamburger entwickelte ein Programm zum Tausch von Visitenkarten mit dem iPhone, stellte es in den App-Store bei iTunes und nach einer Woche hatte er 1000 Euro verdient. Sein Hobby machte er danach zum Beruf.

Das war im Juli 2008. Heute hat Michael Zimmermann fünf weitere Programme geschrieben und über 100.000 Applikationen für iPhone und iPod Touch verkauft. Zwei seiner Verkaufsschlager sind das Spiel der Weisen, ein Wissensquiz mit 3600 Fragen, und ein Programm für Kreuzworträtsel. "Ich kann davon sehr gut leben", sagt Zimmermann. Für seine Programme verlangt er zwischen 0,79 und 3,99 Euro.

Virtuelles Kaufhaus

Applikationen, oder kurz Apps, sind kleine Programme die in Apples virtuellem Kaufhaus für Software, dem iTunes-Store, von Programmierern hochgeladen werden. Diese Anwendungen entwickeln das iPhone weiter. Mit ihnen lassen sich Termine und Einkäufe organisieren, Kreuzworträtsel zum Zeitvertreib lösen, Zugverbindungen heraussuchen, Autorennen fahren oder die neusten Nachrichten auf das Handy holen. So zum Beispiel auch mit dem App von stern.de. Einige Programme sind kostenlos, anderen kosten meistens bis zu 5 Euro.

Rund 30.000 verschiedene Applikationen befinden sich im App-Store. Bislang wurden seit Verkaufsstart im Juli 2008 fast eine Milliarde Apps geladen. Entwickler Zimmermann spricht von Traumbedingungen für den Programmierer: Apple organisiert den Vertrieb und Geldeinzug und kassiert dafür 30 Prozent vom Verkaufspreis. Der Rest geht an den Entwickler.

Stars der Szene können mit geringen Programmierungsaufwand innerhalb von Monaten ein Vermögen machen. Der Amerikaner Ethan Nicholas entwickelte zum Beispiel mit iShoot ein Panzer-Spiel für das iPhone - und dominierte monatelang die Toplisten. In dem Spiel bekämpft man mit Raketen und Bomben seinen Gegner. Innerhalb von fünf Monaten machte Nicholas 800.000 Dollar Gewinn und dass mit einem Spiel das 2,99 Dollar kostet.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem App-Store", sagt der Apple-Pressesprecher. Mehr will er dazu nicht sagen: Nichts zu detaillierten Verkaufszahlen, zum Umsatz oder zu den Plänen für die Zukunft. Die Angst vor Nachahmern ist groß. Die "App World" von Blackberry oder der "Android Markt" von Google wollen auch ihren Anteil am Markt für Smartphones. Analysten schätzen, dass Apple binnen Jahresfrist eine Milliarde Dollar Umsatz mit den Applikationen machen könnte. Deutsche Entwickler sprechen nur ungern über ihren Gewinn, einige von ihnen haben aber in wenigen Monaten hohe fünfstellige Beträge verdient.

"Topplätze sind das beste Marketing"

Der Erfolg eines Apps hängt für den Programmierer auch davon ab, auf welchem Rang das Programm im iTunes-Store steht. Steht man lange unter den Top Ten, dann schlägt sich das auch in den Verkaufszahlen nieder, da die Programme schneller gefunden werden. Mit seinem "MobileButler" hat Holger Frank lange oben in der Tabelle gestanden. Der digitale Butler sorgt dafür, dass der iPhone-Nutzer immer seine Telefonkosten per Knopfdruck im Blick hat. Frank knackt mit seinen Programmen fast die 100.000-Download-Grenze. "Topplätze sind das beste Marketing", sagt Frank, der sich auch selbstständig gemacht hat.

Der Markt für die Entwickler ist riesig. In 77 Ländern werden die Apps vertrieben. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Märkten. "Amerikanische Programmierer setzen mehr auf den Spaßfaktor", glaubt Marc Thomalla, der in seinem Blog (appsblog.de) Programme testet. "Deutsche sind sehr auf Nützlichkeit gepolt", vermutet er.

Alltagstauglichkeit ist auch für Werner Freytag wichtig. Er programmierte eine digitale Einkaufsliste namens "ShoppingList" und rangierte damit 2008 wochenlang in den Top Fünf. Er glaubt, dass die große Zeit für die Smartphones noch kommt. "Wir sind heute an der Stelle, an der Computer Mitte der 80er Jahre standen." Um richtig viel Geld zu machen, müsse man aber weltweit vertreten sein, meint Freytag.

So wie Michael Zimmermann. "Die ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung sind der große Test", sagt Zimmermann, der ein App in rund drei Wochen programmiert. Für eine asiatische Version seines Bilderrätsels "EyeSpy" lies er den Text extra von einem Freund ins Japanische übersetzen. Und das mit gutem Grund: In Deutschland ist das Rätsel ein Ladenhüter, in Japan ist es dahingegen auf den vorderen Plätzen. "Das ist wie im Goldrausch."

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