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Die SIM-Karte ist tot - das ändert sich für Handynutzer

Die SIM-Karte war jahrzehntelang ein notwendiges Übel für Handynutzer. Nun steht dem kleinen Plastikkärtchen das Ende bevor. Für die Kunden ändert sich in Zukunft einiges.

Die eSIM kommt 2016

Lebewohl, SIM-Karte. 2016 hat das Plastikkärtchen wohl ausgedient.

Es ist nur ein kleines Stück Plastik, doch es treibt manch einen Handynutzer regelmäßig in den Wahnsinn: die SIM-Karte. Wohl jeder Mensch kennt das nervige Herumgestocher mit einem kleinen Piekser oder einer auseinandergebogenen Büroklammer, nur um das Plastikkärtchen in einer speziell dafür vorgesehenen Schiene im Smartphone zu versenken. Denn auch wenn sich die Größe der SIM-Karte in den letzten 25 Jahren deutlich verändert hat - bequemer geworden ist das Prozedere nicht.

Netzanbieter wechseln in Sekunden

"Das alles ist bald Vergangenheit", sagt Christian von Reventlow, Innovationschef bei der Deutschen Telekom gegenüber der "Welt". Denn der Mobilfunklandschaft steht eine der größten Umwälzungen der letzten Jahre bevor: In Zukunft wird man keine separate SIM-Karte mehr benötigen, sondern auf eine sogenannte "embedded SIM" zurückgreifen, in der Branche auch als eSIM bezeichnet.

Statt beim Vertragswechsel die Karte umständlich raus- und wieder reinzufummeln, wird die fest verbaute eSIM einfach mit neuen Daten bespielt. Dazu muss man mit dem Gerät beispielsweise bloß einen Code auf der Packung scannen - schon ist der Anbieter gewechselt. Im Ausland könnte man sich so einen alternativen Mobilfunkanbieter suchen, um teure Roaming-Kosten zu vermeiden.

Ein weiterer Vorteil der eSIM: Mehrere Geräte lassen sich bequem über einen Mobilfunkvertrag nutzen. Zusätzlich zum Smartphone könnte etwa auch das Tablet, die Android-Kamera oder die Smartwatch auf das mobile Internet zugreifen. Das eignet sich vor allem bei Tarifen mit hohem Datenvolumen. Bislang benötigt man dafür separate SIM-Karten aus speziellen Verträgen.

Die eSIM birgt auch Risiken

So verlockend die Vorteile der eSIM auch klingen - die Technik birgt auch Risiken. So ist noch nicht bekannt, wie man die potenziellen Sicherheitsprobleme lösen will, die sich etwa durch die permanente Synchronisierung der Geräte ergeben. Dass die Mobilfunkpreise durch die neue Technik langfristig sinken, wird nicht erwartet.

Bereits in diesem Jahr soll es mit der eSIM in Deutschland losgehen. "Wir sind überzeugt, dass der neue eSIM-Standard ab 2016 in den Markt kommt und sich dann ab 2017 richtig durchsetzt" heißt es im hauseigenen Blog der Telekom. Starten wolle man zunächst mit Tablets und Wearables. Langfristig hat die Plastikkarte aber ausgedient: "In zehn Jahren wird es aus unserer Sicht aber keine Plastik-SIM mehr geben." Die Telekom und Vodafone gehen davon aus, dass die neue eSIM-Karte bis zum Jahr 2026 die herkömmliche SIM-Karte vollständig abgelöst haben wird.

Apple und Samsung geben Takt an

Dass es bei den Mobilfunkanbietern plötzlich so schnell geht, liegt vor allem an den Geräteherstellern. Apple war im Herbst 2014 bei der Vorstellung des iPad Air 2 mit der umprogrammierbaren Apple SIM vorgeprescht, Samsung legte auf der IFA in Berlin mit der Smartwatch Gear S2 nach, die ebenfalls auf die eSIM setzt. Es wird erwartet, dass andere Hersteller in diesem Jahr nachziehen.

Für die Netzanbieter geht es also vor allem darum, die Deutungshoheit über die Mobilfunkverträge zu behalten. Ob die Kunden langfristig von der eSIM profitieren, hängt von vielen Details ab, die noch zu klären sind. Unklar ist etwa noch, welcher Anbieter im eSIM-Menü in welcher Reihenfolge angezeigt wird oder ob deutsche Nutzer im Ausland den Tarif wechseln können.

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