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eSIM: Das sind die wichtigsten Fragen zur Abschaffung der SIM-Karte

Noch in diesem Jahr soll das SIM-Karte besiegelt sein. Der Nachfolger eSIM steht schon in den Startlöchern. Was bedeutet das für die Nutzer? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

SIM-Karte

SIM-Karten stecken in jedem Handy und Smartphone - noch.

In diesem Jahr ist es soweit: Mit der Einführung der eSIM ist der Anfang vom Ende der SIM-Karte besiegelt. Die kleine Chip-Karte, die seit den Neunzigerjahren zum Betreiben jedes Handys in Deutschland gebraucht wurde, gehört also bald der Vergangenheit an. Doch was genau bedeutet das für die Kunden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie genau wird die SIM ersetzt?

Natürlich muss das Handy oder Smartphone auch in Zukunft wissen, mit welchem Netz es sich verbindet und wer genau sich da eigentlich anmeldet. Nur die physische Karte dazu verschwindet. Stattdessen werden die nötigen Komponenten in Zukunft direkt im Gerät verbaut. Das bezeichnet man im Englischen als "Embedding", woher auch der Name Embedded SIM, kurz eSIM, stammt. Die für die Verbindung nötigen Daten sind also nach wie vor vorhanden, sie sind bloß nicht mehr an eine einzelne SIM-Karte gebunden.

Warum wird umgestellt?

Der eigentliche Grund sind gar nicht die Mobiltelefone. Denn mit dem so genannten "Internet der Dinge" gehen immer mehr Geräte ins Netz, von der Smartwatch, über die Küchengeräte bis zur Ampelschaltung und Sensoren an Lokomotiven. Gerade für die Geräte im Außeneinsatz ist ein Wechsel der SIM-Karte extrem aufwendig und daher kaum umsetzbar. Daher also der Wechsel auf eine Software-Lösung. Dass die SIM-Karte auch in Smartphones und Tablets wegfällt, ist also eher ein Nebeneffekt.

Welche Handys unterstützen die eSIM?

Noch gar keine. Vermutlich werden im Laufe des Jahres die ersten Geräte ohne SIM-Karte vorgestellt werden. Apple hat bereits 2014 ein entsprechendes Patent eingereicht, auch Samsung soll an der Entwicklung des Standards beteiligt sein. Vielleicht bringt also schon das kommende iPhone 7 oder sogar das Ende Februar erwartete Samsung Galaxy S7 eine eSIM mit. Das ist allerdings extrem unwahrscheinlich, denn noch ist der Standard nicht final verabschiedet. Die ersten Geräte werden daher vermutlich Ende 2016 erscheinen, 2017 dürfte sich die eSIM langsam zum Standard entwickeln. Bis auch günstige Geräte eSIM unterstützen, dauert es wohl noch eine Weile.

Ist mein Telefon-Anbieter dabei?

In Deutschland haben die größten Provider, also Telekom, Vodafone und Telefónica (O2 und E-Plus/Base) angekündigt, den neuen Standard zu unterstützen oder arbeiten sogar an der Entwicklung mit. Mittelfristig dürften auch die übrigen Anbieter umsteigen, die die Netze der großen drei mitbenutzen.

Welche Vorteile hat der Wegfall der SIM-Karte?

Dass keine physische Karte mehr eingesetzt werden muss, hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird mit dem Wegfall des SIM-Schachts mehr Platz im Gehäuse frei. Das macht dünnere Smartphones möglich - oder einen leicht größeren Akku. Auch die Kunden selbst haben direkte Vorteile vom Wegfall. Das lästige Gefummel beim SIM-Wechsel im Ausland fällt weg. Zumindest theoretisch kann man bei einem besseren Angebot deutlich schneller den Anbieter wechseln. Oder einen Anbieter für die Telefon-Verbindung und einen für den schnellen Interzugang buchen, wie es heute nur bei Dual-SIM-Handys möglich ist.

Werden wir also ständig den Anbieter wechseln?

Vermutlich nicht. Das Problem: Die Anbieter müssten dazu erstmal mitziehen. Denn eigentlich ist ein solches Provider-Hopping auch heute längst möglich - nur muss man ständig die Karte wechseln. Das Problem sind vielmehr die in Deutschland üblichen Zweijahres-Verträge. Zusammen mit den meist attraktiveren Paketangeboten sorgen die dafür, dass für den Durchschnittskunden weder der schnelle Wechsel noch das einzelne Buchen von Internet und Telefon besonders reizvoll sind. Ob eine rein technische Lösung wie die eSIM daran etwas ändern wird, muss sich zeigen.

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Gibt es auch Nachteile?

Natürlich bleiben bei technischen Veränderungen auch negative Folgen nicht aus. Schnell mal die SIM-Karte in ein anderes Smartphone zu stecken, um bei ausgefallenem Akku trotzdem telefonieren zu können, fällt etwa in Zukunft weg. Auch mögliche Sicherheits-Probleme und Betrugsszenarien sind mit einer reinen Software-SIM denkbar. Um wirklich konkrete Gefahren zu benennen, ist es allerdings noch deutlich zu früh: Bislang ist zur genauen technischen Umsetzung der eSIM praktisch gar nichts bekannt.

Wann ist es mit der SIM-Karte vorbei?

Mit der Einführung des eSIM werden nicht alle im Umlauf befindlichen SIMs ungültig. Der Übergang wird noch einige Jahre dauern, in denen beide Varianten im Umlauf sind. Glaubt man den Schätzungen der Telekom, ist danach aber endgültig Schluss mit der Plastik-Karte: In etwa zehn Jahren soll sie endgültig verschwunden sein.

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