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Frau Merkel kriegt neuen Regierungsapparat

Endlich SMS, Facebook und Twitter auf einem Handy: Angela Merkel bekommt ein neues Regierungshandy. 2500 Euro kostet das Hochsicherheitsgerät. Zur Auswahl stehen Blackberry und Galaxy.

  Apps en masse wird sich Angela Merkel auch auf ihr neues Smartphone laden können. Ihr persönliches Gerät ist aber hoffentlich etwas kleiner als dieses Modell hier.

Apps en masse wird sich Angela Merkel auch auf ihr neues Smartphone laden können. Ihr persönliches Gerät ist aber hoffentlich etwas kleiner als dieses Modell hier.

Ihre Leidenschaft, per SMS zu regieren ist bekannt. Legendär etwa der Kurznachrichtdialog zwischen der Kanzlerin und Sigmar Gabriel in Sachen Bundespräsidentennachfolge 2010. Nachdem der SPD-Chef die SMS veröffentlicht hatte, brach Angela Merkel den Kontakt zu ihm ab. "Ein schlichtweg ungeheuerlicher Vorgang", hieß es damals in Regierungskreisen. Wenn schon der Kommunikationspartner nicht vertrauenswürdig ist, sollte es immerhin die Technik sein - deswegen bekommt Merkel und weitere Regierungschefin neue, hochsichere Diensthandys.

Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" haben die Telekom-Tochter T-Systems und der Düsseldorfer Sicherheitsspezialist Secusmart vom zuständigen Beschaffungsamt den Zuschlag Aufbau und Betrieb des neuen sicheren Kommunikationssystems erhalten. Beide liefern demnach Mitte des Jahres jeweils etwa die Hälfte von fast 10.000 sicheren Geräten.

Galaxy S2 und S3 und Blackberry zur Auswahl

Die Telekom nutzt demnach für ihre Simko3 (Sichere mobile Kommunikation) genannte Lösung Samsung-Telefone vom Typ Galaxy S2 und S3. Die Düsseldorfer Secusmart bietet das neue Blackberry-Modell Z10 an.

Mit den neuen Smartphones soll es dem Bericht zufolge erstmals möglich sein, sowohl Telefonate als auch E-Mails zu verschlüsseln - bislang waren dafür jeweils verschiedene Handys nötig. Zusätzlich können aber auch gängige Smartphone-Apps wie Facebook oder Twitter genutzt werden, die bislang aus Sicherheitsgründen gesperrt waren. Auch Unternehmen könnten die Telefone zum Preis von etwa 2500 Euro kaufen, hieß es. Das ist der exakt gleiche Preis, den US-Präsident Barack Obama für sein Hochsicherheitstelefon zahlen muss.

Blackberry mit neuer Netzwerkstruktur

Die Entscheidung für Blackberry ist laut "Wirtschaftswoche" eine kleine Sensation. Denn über Jahre hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Blackberrys als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Der Grund: Die Geräte des kanadischen Herstellers RIM leiteten sämtliche Daten über Server im britischen Egham – fremde Geheimdienste hätten damit Zugriff auf sensible Regierungsinformationen erhalten. Mit der neuen Gerätegeneration hat sich Blackberry von seiner alten Netzwerkstruktur verabschiedet. Ab sofort fließen die Daten dezentral durch die Netze. Damit konnte Secusmart auch die Bedenken des BSI zerstreuen. Beamte dürfen mit den neuen Telefonen künftig sogar Dokumente der Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch) empfangen und verschicken.

nik mit Agenturen

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