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Das kann Apples neues mobiles Betriebssystem

iOS 6 ist da: Apples neues mobiles Betriebssystem bietet mehr als 200 neue Features und Funktionen. Doch nicht alle Besitzer von Apple-Geräten kommen in den Genuss des Updates.

Von Christoph Fröhlich

  iOS 6 ist da: Das neue Apple-Betriebssystem bietet mehr als 200 neue Funktionen

iOS 6 ist da: Das neue Apple-Betriebssystem bietet mehr als 200 neue Funktionen

Das iPhone 5 erscheint zwar erst am Freitag, das dazugehörige Betriebssystem iOS 6 feiert aber schon heute seine Premiere und steht ab sofort zum Download bereit. Mehr als 200 Verbesserungen stecken laut Apple in dem Softwarepaket - doch nicht alle Nutzer können davon Gebrauch machen.

So installieren Sie iOS 6

iOS 6 ist nur Besitzern von neueren Apple-Geräten vorbehalten, Nutzer von älterer Hardware werden aufs Abstellgleis geschoben. Erst ab dem iPhone 3GS, dem iPad 2 oder dem iPod Touch der vierten Generation kann das neue Apple-Betriebssystem installiert werden. Einige Funktionen funktionieren sogar erst auf dem iPhone 4S oder neueren iPads, da angeblich nur sie genügend Rechenpower liefern.

Es gibt zwei Möglichkeiten, iOS 6 auf Ihrem Gerät zu installieren: Entweder verbinden Sie ihr Apple-Gerät mit ihrem Computer und installieren das Software-Update direkt über iTunes. Oder Sie wählen in den Einstellungen den Punkt "Allgemein" und dann "Softwareaktualisierung".

Nach knapp einer Viertelstunde ist das Gerät auf dem neuesten Stand und bietet viele neue Funktionen. Wir haben einen Blick auf das neue Betriebssystem geworfen und stellen die wichtigsten Verbesserungen vor.

  Der neue Apple-Kartendienst Maps bietet 3D-Karten und einen eingebauten Navigationsdienst

Der neue Apple-Kartendienst Maps bietet 3D-Karten und einen eingebauten Navigationsdienst

Maps - das eingebaute Navi

Mit iOS 6 trennt sich Apple von Googles Kartendienst Maps und setzt stattdessen auf eine eigene App. Die wurde gemeinsam mit Tomtom, einem Hersteller von Navigationsgeräten, entwickelt und wirkt auf den ersten Blick aufgeräumter als das Google-Pendant, aber auch weniger detailliert. So fehlen beispielweise kleinere Seitenstraßen oder Wanderwege, auch ein Dienst wie Street View ist nicht mit an Bord. Allerdings ist davon auszugehen, dass Apple die App in den kommenden Monaten erweitern wird.

Ein weiteres Manko ist die in Deutschland noch geringe Verbreitung der Social-Networking-Plattform Yelp, mit der lokale Geschäfte und Restaurants bewertet werden können. Fragt man Siri beispielsweise in kleineren Städten nach dem nächsten Italiener, könnten die Ergebnisse zum Start von iOS 6 eher mau ausfallen. In großen Städten wie Hamburg funktioniert die Suche aber schon jetzt gut.

Praktisch ist auch der integrierte Navigationsdienst, mit dem Siri den Reisenden im Stil eines echten Navigationssystems an das gewünschte Ziel bringt. Mit an Bord ist außerdem eine Funktion namens Flyover, mit der ausgewählte Städte in einer Art Helikopterrundflug in 3D betrachtet werden können. Bislang sind allerdings nur wenige Städte verfügbar, beispielsweise Sydney, Berlin oder San Francisco. Allerdings kommen nur Besitzer eines iPhone 4S oder iPad 2 und höher in den Genuss der Navigation und 3D-Ansicht.

  Flugtickets, Kinokarten, Rabattgutscheine - Apple möchte gedruckte Eintrittskarten und Coupons in Zukunft überflüssig machen

Flugtickets, Kinokarten, Rabattgutscheine - Apple möchte gedruckte Eintrittskarten und Coupons in Zukunft überflüssig machen

Passbook - Kinokarten fürs Handy

Die App Passbook soll eines Tages gedruckte Flugtickets, Kinokarten und Coupons überflüssig machen. Der Vorteil: Firmen, die digitale Rabatt- und Eintrittskarten anbieten, können diese in Zukunft per E-Mail verschicken oder im Browser anbieten, sodass Nutzer sie in Passbook bündeln können und immer dabei haben. Erste Fluggesellschaften haben bereits angekündigt, digitale Bordkarten für iPhone und iPad anbieten zu wollen, unterem die Lufthansa. Ob die Funktion hierzulande von Geschäften und Kunden angenommen wird, bleibt aber abzuwarten.

Dennoch ist Passbook ein erster Schritt in die Zukunft des bargeldlosen Bezahlens via NFC ("Near Field Communication"), auch wenn Apple im iPhone 5 noch auf einen solchen Chip verzichtet.

  Facebook ist jetzt tief in das Apple-System integriert

Facebook ist jetzt tief in das Apple-System integriert

Facebook - alles mit Freunden teilen

Nach dem Kurznachrichtendienst Twitter ist nun auch Facebook tief in das mobile Apple-Betriebssystem integriert worden. Das hat den Vorteil, dass Fotos direkt aus der Kamera oder Artikel aus dem Browser mit Facebook-Freunden geteilt werden können.

Dazu muss man sich lediglich in den Einstellungen mit den Login-Daten anmelden, auf Wunsch werden die Facebook-Freunde in das iOS-Kontaktbuch übertragen. Dadurch wird das eigene Kontaktbuch aber womöglich schnell unübersichtlich, da auch flüchtige Facebook-Freunde übernommen werden. Der Grund: Facebook weist jedem Nutzer eine eigene E-Mail-Adresse (@facebook.com) zu, was in der Apple-Datenbank für einen eigenen Eintrag ausreicht. Die Facebook-Synchronisation kann aber jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.

Auf Wunsch können auch Facebook-Ereignisse in den Kalender übertragen werden. iTunes und der App Store bieten nun auch den Like-Button, um Freunden zu zeigen, welche Songs, Alben, Filme und Apps einem gefallen.

  Ob Restaurant-Tipps oder Sportergebnisse - Siri wurde mit iOS 6 weiter überarbeitet

Ob Restaurant-Tipps oder Sportergebnisse - Siri wurde mit iOS 6 weiter überarbeitet

Siri - versteht mehr

Siri versteht mit iOS 6 mehr Sprachen, neue Befehle und funktioniert in mehr Ländern. So kann Apples Sprachassistent nun auch Sportergebnisse abfragen - sogar Bundesliga, leider keine Champions League -, Filminformationen wie Trailer heraussuchen oder naheliegende Restaurants finden.

In einem kurzen Test konnte Siri die Spielergebnisse des letzten Bundesliga-Spieltags von Borussia Dortmund anzeigen (siehe Foto), fand 15 italienische Restaurants im Umkreis der Redaktion und konnte sogar einige aktuelle Filme herausfinden, zu denen es allerdings nicht immer einen Trailer gab.

  Fotos mit Freunden teilen geht mit iOS 6 noch einfacher

Fotos mit Freunden teilen geht mit iOS 6 noch einfacher

Das ist auch neu:

Bye bye Youtube


Neben Google Maps wurde auch die Youtube-App entfernt. Videos müssen nun entweder direkt im Browser abgespielt oder in einer separaten App geladen werden. Allerdings gibt es die offizielle Youtube-App derzeit nur in den USA.

Gemeinsame Fotostreams


Fotos können nun noch einfacher mit Freunden geteilt werden: Nutzen Freunde ein iOS-6-Gerät mit iCloud, erscheinen die Bilder direkt in der Foto-App oder in iPhoto. Haben die Empfänger kein Apple-Gerät, können die Fotos auch direkt im Web angesehen und kommentiert werden.

Facetime jetzt auch über Mobilfunk


Der Videotelefonie-Dienst Facetime unterstützt jetzt auch Mobilfunknetze.

Neue Telefon-Möglichkeiten


Mit iOS 6 gibt es neue Telefon-Funktionen. So können abgelehnte Anruf direkt mit einer vorgefertigten SMS (beispielsweise "Ich rufe später zurück") beantwortet werden. Außerdem gibt es nun eine Rückruferinnerung.

Wer seine Ruhe haben möchte, kann mit dem neuen "Bitte nicht stören"-Modus alle eingehenden Anrufe und Mitteilungen unterdrücken. Besonders wichtige Kontakte wie Chef, Familie oder Freunde können als Favoriten markiert werden und sind so von dieser Regelung ausgenommen. Für alle anderen Nutzer ist man aber nicht erreichbar.

Riesige Fotos


Die Kamera kann nun auch Panoramas machen: Dazu muss das Handy lediglich zur Seite geschwenkt werden, womit laut Apple Aufnahmen von bis zu 240 Grad und einer Auflösung von 28 Megapixeln möglich sind.

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