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Zwingt Foxconn Studenten zur Akkord-Montage?

Neue Kritik an Foxconn: Chinesische Medien berichten, dass Studenten zwangsverpflichtet werden, beim Apple-Zulieferer am Fließband zu arbeiten. Sonst würde das neue iPhone nicht rechtzeitig fertig.

Von Ralf Sander

  Foxconn steht seit Jahren in der Kritik wegen seiner Arbeitsbedingungen. Nun gibt es neue Vorwürfe im Zusammenhang mit dem neuen iPhone 5

Foxconn steht seit Jahren in der Kritik wegen seiner Arbeitsbedingungen. Nun gibt es neue Vorwürfe im Zusammenhang mit dem neuen iPhone 5

Chinesische Studenten erheben offenbar schwere Vorwürfe gegen Apples Hardware-Fertiger Foxconn. Weil in den Foxconn-Fabriken offenbar rund 10.000 Arbeiter fehlen, müssen Tausende Studenten im Akkord Bauteile für das iPhone 5 zusammensetzen. Das berichten die staatseigene Zeitung "China Daily" sowie die Tageszeitung "Shanghai Daily" und der staatliche Sender China National Radio (CNR).

Eine Studentin namens Song berichtet "China Daily" zufolge, dass sie und rund 200 weitere Studenten von der technischen Universität in Huai'an (Provinz Jiangsu, Ostchina) zu einer Foxconn-Fabrik gebracht worden seien, um dort eine Art "erzwungenes Praktikum" zu absolvieren. Die Professoren hätten, so Song, den Studenten empfohlen, zu Foxconn zu gehen, um "Unternehmenskultur zu erfahren". Wegen genau dieser Unternehmenskultur steht Foxconn seit Monaten in der Kritik. Und auch dieses "Praktikum" verdient den Namen offenbar nicht: Die Studenten hätten zwölf Stunden pro Tag, sechs Tage in der Woche am Fließband Bauteile des neuen iPhone einsetzen müssen. Von dem Monatslohn von 190 Euro müssten die Studenten, Kost und Logis selbst zahlen, heißt es. Wenn der Tagesplan nicht erfüllt wurde, seien Überstunden angeordnet worden.

"Shanghai Daily" schreibt, sie habe von mehreren Studenten fünf weiterer Colleges bestätigt bekommen, dass sie zwangsverpflichtet wurden. Aus Angst vor späteren Nachteilen im Studium und Berufsleben hätten sich die meisten nicht gewehrt. Bei der Rekrutierung spiele das Studienfach keine Rolle, Lehramts- und Sprachstudenten seien ebenso betroffen wie angehende Informatiker und Ingenieure. Die Studenten würden wie vollwertige Arbeiter eingesetzt, was chinesischem Gesetz widerspreche, so die Zeitung. Der Radiosender CNR berichtet, einige Schulen hätten sogar den Unterricht ausgesetzt, um die Studenten in die Fabrik schicken zu können. Die Anweisung dazu sei von lokalen Regierungsstellen gekommen, um Foxconn zu unterstützen.

Nach Recherchen des US-Technikmagazin "The Verge" arbeiten in der Foxconn-Fabrik in Huai'an rund 35.000 Menschen. Komplette iPhones würden hier, so "The Verge", wahrscheinlich nicht hergestellt, sondern nur Komponenten für die Apple-Handys. Die Endmontage erfolge in der wesentlich größeren Fabrik in Zhengzhou.

Arbeitsbedingungen schon länger in der Kritik

Die Vorwürfe sind nicht neu: Bereits im Jahr 2010 hatte die Vereinigung Sacom, die Studenten und Schüler vor Ausbeutung am Arbeitsplatz zu schützen versucht, einen offenen Brief (PDF) an Apple-Chef Tim Cook geschrieben, in dem ähnliche Bedingungen für Studenten beschrieben wurden. Eine Selbstmordserie unter den Arbeitern machte in dem Jahr erstmals die breite Öffentlichkeit auf den Apple-Zulieferer aufmerksam. Doch erst Anfang dieses Jahres kochte nach einem Bericht der "New York Times" die Diskussion über die Arbeitsbedingungen und Apples Verantwortung hoch. Als Reaktion trat Apple der Fair Labor Organisation bei, die Arbeitsbedingungen angeblich unabhängig untersucht.

Apple hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. In einem Stellungnahme gegenüber "The Verge" weist Foxconn die Vorwürfe allgemein zurück, ohne auf sie im Detail einzugehen. Die Studenten würden ausschließlich von den Universitäten ausgesucht und könnten jederzeit ihr Praktikum beenden, so Foxconn. Außerdem habe die FLA keine Hinweise auf Zwangsverpflichtungen gefunden.

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