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Die erwartete Evolution

Viele Gerüchte stimmten: Apples iPhone 5 ist schlanker, größer und schneller geworden. Auch zwei iPods wurden überarbeitet. Apple bleibt ein vorsichtiger Modernisierer.

Von Ralf Sander

Apple kommt recht schnell zur Sache an diesem Morgen im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco. Konzernchef Tim Cook beginnt die iShow wie immer mit einem Loblieb auf die Erfolge des Konzerns. Doch nach nur rund zehn Minuten überlässt Steve Jobs' Nachfolger die Bühne dem Star des Abends: dem iPhone 5.

Apples Marketingchef Phil Schiller zeigt das schnellste, dünnste und leistungsstärkste iPhone - das sich optisch allerdings nicht gravierend vom Vorgänger unterscheidet. Es ist aus Glas und Aluminium gefertigt, 7,6 Millimeter dick und damit 18 Prozent dünner als das iPhone 4S. Mit 112 Gramm ist es 20 Prozent leichter als der Vorgänger. Angeblich ist es das dünnste Smartphone der Welt.

Wie erwartet ist das Display gewachsen: Statt 3,5 Zoll misst der Bildschirm nun 4 Zoll im Durchmesser. Das Seitenverhältnis ist 16:9. Das Retina-Display bietet eine Auflösung von 1136 x 640 Pixel und eine verbesserte Farbsättigung. Bestehende Apps, die für das alte Seitenverhältnis entwickelt wurden, werden nicht gestreckt, sondern mit einem schwarzen Rahmen umgeben. Auch nach dieser behutsamen Vergrößerung gehört das iPhone 5 immer noch zu den eher kleineren Smartphones auf dem Markt. Besonders Erzrivale Samsung setzt auf größere Bildschirmdiagonalen.

Im Innern des iPhone 5 schuftet erwartunsgemäß der neu entwickelte A6-Prozessor, der doppelt so viel Leistung bringen soll wie sein Vorgänger. Das iPhone 5 beherrscht, ebenfalls von den Gerüchteköchen korrekt vorausgesagt, den schnellen Datenfunk LTE, auch in Deutschland. Apple hat offenbar aus den wütenden Reaktionen auf das iPad 3 gelernt, das nur in den USA und Kanada LTE nutzen konnte.

Die verbesserte iPhone-Kamera fotografiert mit 8 Megapixeln Auflösung. Ein spezieller Low-Light-Modus soll bei schlechter Beleuchtung ordentliche Bilder ermöglichen. Eine Panoramafunktion, die aus Einzelbildern ein großes zusammenfügt, ist ebenfalls neu. Bei der Videofunktion wurde der Bildstabilisator verbessert, es gibt eine Gesichtserkennung. Und man kann während des Filmens Fotos machen.

Ein Thema, das alle interessiert: der Akku, der viel länger halten soll als beim Vorgängermodell. Apple verspricht acht Stunden Gesprächszeit, acht Stunden Surfen mit herkömmlicher oder LTE-Verbindung. Ob die Angaben stimmen, werden viele Tester intensiv prüfen.

Neuer Steckerstandard

Auch das wurde erwartet: Apple führt einen neuen Dock-Connector mit Namen Lightning ein. Statt 30 Pins benötigt er nur noch neun und ist ungefähr so groß wie ein Mini-USB-Anschluss. Das bedeutet: Altes Zubehör funktioniert nur mit Adapter.

Das iPhone 5 kann ab dem 14. September vorbestellt werden, im Laden wird es am 21. September stehen. Die Preisspanne soll sich nicht verändern, in Deutschland reicht sie ohne Mobilfunkvertrag von 579 Euro bis 879 Euro.

Apple-Chef Tim Cook bleibt den Grundfesten seines legendären Vorgängers treu. Auch jetzt baut Apple in das iPhone 5 weniger ein als andere schon haben: Kein NFC-Chip für drahtloses Bezahlen, keine Funktionen wie Entsperrung der Geräte durch Gesichtserkennung. "Aber was unsere Geräte wirklich herausragend macht und uns vor die Wettbewerber stellt, ist, wie gut sie miteinander funktionieren", sagt Cook.

iOS 6, iTunes und iPods

Das neue Betriebssystem iOS 6 hatte Apple schon im Juni vorgestellt, deswegen bleiben die Überraschungen aus. Die auffälligste Neuerung ist, das sich Apple von Google Maps getrennt und einen eigenen Kartendienst integriert hat. Diese beherrscht auch Turn-by-turn-Navigation. Hochauflösende Satellitenbilder machen zumindestens einige Städte zu einem Augenschmaus.

Die persönliche Assistentin Siri lernt ein paar neue Tricks, unter anderem kennt sie sich mit Sportergebnissen aus. Außerdem kann sie Apps starten, Filminformationen abfragen und einen Tisch in einem Restaurant buchen.

Im ganzen iPhone-Hype vergisst man schnell, dass Apple auch der größte digitale Musikhändler ist und mit dem iPod eine ganze Geräteklasse groß gemacht hat. Apple spendiert seinem in die Jahre gekommenen Musikverwalter- und abspieler iTunes einen Facelift. Alles sei einfacher und schneller und iCloud ist eingebaut. Und auch der iTunes Store wurde überlackiert. Gewisse optische Ähnlichkeiten mit Streamingdiensten wie Spotify oder Rdio wurden schon während der Präsentation auf Twitter kritisch registriert.

  Der iPod Nano hat seine quadratische Vergangenheit hinter sich gelassen und ist wieder schlank und rank - und bunt

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Das Gerät des Abends, das die deutlichsten Änderungen vorzuweisen hat, ist der iPod Nano. Nach dem verhassten quadratischen Vorgänger ist seine siebte Generation wieder länglich. Mit 54 Millimetern ist es 38 Prozent dünner als das vorige Modell. Er hat den neuen Lightning-Anschluss und wird in sieben Farben - darunter rosa und türkis - erhältlich sein, die zum Teil ziemlich ins Auge stechen. Das berührungsempfindliche 2,5-Zoll-Display soll multitouchfähig sein. Ein UKW-Radio ist eingebaut. Und Video kann er abspielen. Per Bluetooth kann er sich kabellos mit Kopfhörern oder Lautsprechern verbinden.

  Der iPod Touch wurde vielfältig aufgerüstet, unter anderem mit Siri

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Der iPod Touch - der laut Apple beliebteste iPod - wird in Richtung iPhone getrimmt. Er hat ein 4-Zoll-Retina-Display, ist 6,1 Millimeter dünn und wiegt 88 Gramm. Im Inneren werkelt der A5-Prozessor aus dem iPhone 4S. Die Grafikleistung des iPod Touch sei quasi explodiert, verkündet Apple, was ihn zu einer ernsthaften Spielkonsole mache. Die Kamera wurde ebenfalls überarbeitet: 5 Megapixel, LED-Blitz, Autofocus und die Panoramafunktion des iPhone 5 - das sind die neuen Features. Erstmals kommt der iPod Touch in fünf verschiedenen Farben. Siri hat er auch. Und auch der iPod Shuffle bekommt neue Farben, nämlich die vom Nano.

Lesen Sie auch bei unserem Partner macwelt.de - iPod Touch 2012 im Test.

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