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Gift im iPhone

Apple ist Klassenprimus im Design und benötigt beim Umweltschutz Nachhilfe: Wissenschaftler von Greenpeace haben das iPhone getestet und dabei gefährliche Chemikalien entdeckt, die bei vielen Handy-Herstellern schon längst verbannt wurden.

Von Thomas Soltau

Schöne Schale, faulige Frucht - so könnte man überspitzt von einigen Apple-Produkten reden. Denn nach März 2007 hat Greenpeace das US-Unternehmen erneut ins Visier genommen. Die Umweltschutzorganisation warnt aktuell vor dem iPhone. Das Handy soll nach einer unabhängigen Studie gefährliche Chemikalien enthalten, teilte die Umweltorganisation mit.

Kulttelefon mit Weichmachern

Das Kulttelefon enthalte giftige Bromverbindungen und gefährliches PVC, so Greenpeace-Chemie-Expertin Zeina Alhajj. Besonders die eingebaute Antenne soll große Anteile dieser gefährlichen Verbindung enthalten, die andere Hersteller längst durch umweltfreundliche Stoffe ersetzt hätten. PVC findet sich zum Bespiel in den Kopfhörern. Dr. David Santillo, Wissenschaftler im Greenpeace-Forschungslabor, erklärt, dass zwei in den Kopfhörerkabeln gefundene Phthalate (Weichmacher) in Europa als fortpflanzungsschädigend eingestuft sind. Während die Verwendung für Handys nicht verboten sei, gilt in Europa ein Verbot für Kinderspielzeug. "Steve Jobs hat die Chance verpasst, das iPhone als ersten Schritt zu nutzen, um Apple-Produkte grüner zu machen", kritisiert Zeina Alhajj.

Greenpeace prangert an

Seit 2006 hat Greenpeace bereits zwei weitere Produkte von Apple auf Herz und Nieren getestet. Beim iPod Nano und MacBook Pro wurde die Verwendung gefährlicher Chemikalien kritisiert. Greenpeace hatte zudem bemängelt, dass sich bei allen iPod-Modellen der Akku nicht vom Benutzer austauschen lässt - wie auch beim jetzigen iPhone. Auch wenn Apple in der Vermarktung eines Lebensgefühls ganz weit vorn ist - beim Thema Recycling und Umweltschutz gilt die innovative Firma als Rückständig.

Apple in der Schlussgruppe

Schon seit langer Zeit bemängelt Greenpeace die schlechte Umweltverträglichkeit der Apple-Produkte mit der Kampagne "Greener Apple" an. Apple lehnte zwar die Test-Kriterien von der Umweltschutzorganisation ab – doch Chef Steve Jobs versprach bereits im Frühjahr ökologisch korrekte Produkte. Leider ohne die Versprechen einzulösen. In der aktuellen Greenpeace-Rangliste "Grüne Elektronik" gehört Apple immer noch zu den Schlusslichtern. Greenpeace veröffentlicht seit August 2006 jedes Quartal seine Untersuchung über Umweltverträglichkeit von Computern und Handys. Von insgesamt 14 Unternehmen landet Apple im letzten Quartal auf Rang zwölf. Schlechter waren nur noch Hewlett Packard (13) und Panasonic (14). Die umweltfreundlichsten Geräte baut laut Greenpeace-Studie Nokia gefolgt von Sony Ericsson und Dell. Immerhin gelobt Apple Besserung: Bis 2008 soll PVC aus den Produkten verbannt werden, und bis 2010 sollen doppelt so viele Altgeräte recycelt werden wie heute.

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