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So zünden Sie den Android-Turbo

Das Smartphone hält nicht einmal einen Tag durch? 3D-Spiele kommen regelmäßig ins Stocken? Das muss nicht sein: stern.de gibt Tipps, wie das Smartphone schneller und ausdauernder wird.

Von Christoph Fröhlich

  Mit ein paar Handgriffen können Sie die Leistungsfähigkeit ihres Android-Smartphones deutlich verbessern.

Mit ein paar Handgriffen können Sie die Leistungsfähigkeit ihres Android-Smartphones deutlich verbessern.

Wohl kein Gerät erzeugt eine so große Zu- und Abneigung wie das Smartphone. Sie stecken millionenfach in deutschen Hosentaschen, und doch kennt sich kaum einer mit ihnen aus. Viele Nutzer ärgern sich über zu kurze Akkulaufzeiten und mangelnde Performance. Wir geben Tipps, wie Sie die chronisch kurze Akkulaufzeit verlängern und das Telefon auf Vordermann bringen.

Hinweis: Je nach Gerät und Android-Version können Einstellungen anders heißen oder sich in anderen Menüs befinden.

Akkulaufzeit verbessern

Gerade mal einen Tag in der Hosentasche, schon muss das Smartphone wieder an die Steckdose. Selbst Highend-Geräte wie das HTC One oder das Sony Xperia Z machen bei intensivem Gebrauch nach mehreren Stunden schlapp. Bei vielen Smartphones ist die Batterie zudem fest verbaut, sodass kein Ersatz-Akku mitgenommen werden kann. Mit diesen Tipps können Sie die Laufzeit verlängern.

Helligkeit runter!

Stromfresser Nummer eins ist das Display. Je größer und heller der Bildschirm ist, desto schneller saugt er den Akku leer. Deshalb gilt: Die Helligkeit soweit wie möglich herunterregulieren, bei längeren Pausen am besten ganz ausschalten. Auch der Energiesparmodus kann die Akkulaufzeit deutlich verlängern.

Stromfresser identifizieren

Um die Akkulaufzeit zu verlängern, muss zunächst einmal in Erfahrung gebracht werden, welche Apps besonders viel Strom verbrauchen. Android bringt dazu Statistik-Tools mit. Sie finden sie in den Einstellungen im Menü "Über das Telefon" beim Punkt "Akkuverbrauch". Hier sehen Sie den grafischen Verlauf der Akkuentladung, darunter werden die Stromverbraucher aufgelistet. Normalerweise werden dort das Betriebssystem und der Bildschirm an oberster Stelle aufgeführt. Sollten Apps unter den größten Stromfressern sein, überlegen Sie, ob sie die verminderte Akkulaufzeit wert sind.

GPS-Ortung nur bei Bedarf aktivieren

Ebenfalls ein großer Stromfresser ist die GPS-Ortung. Um die Akkulaufzeit zu verlängern, sollte die Funktion nur bei Bedarf aktiviert werden, etwa bei der Routenplanung. Gehen Sie dazu in den Einstellungen auf den Reiter "Standort" und deaktivieren Sie "GPS-Satellit verwenden". Sollten Sie die Funktion regelmäßig benötigen, empfehlen wir, das Widget "Energiesteuerung" auf dem Startbildschirm abzulegen. Damit können Sie mit einem Fingertipp Funktionen wie GPS, Bluetooth, Wlan und die Synchronisierung des Geräts ein- und ausschalten.

Apps vollständig beenden

Jedes Android-Smartphone ist multitaskingfähig, mehrere Programme können also parallel genutzt werden. So können Sie beispielsweise Musik abspielen, während Sie im Internet surfen. Mit einem Druck auf den Home-Button können Sie die geöffnete App schließen und landen anschließend wieder auf dem Startbildschirm. Doch oft läuft die zuvor geöffnete Anwendung im Hintergrund weiter und verbraucht unnötig Strom. So schließen Sie eine Anwendung korrekt: Gehen Sie in die Einstellungen und wählen den Punkt "Anwendungen", anschließend "Anwendungen verwalten". Dort können Sie Programme beenden.

Mobiles Internet drosseln

Keine Frage: Ein Smartphone macht nur mit einer Internetflatrate richtig Sinn. Doch je schneller das mobile Internet, desto größer ist auch der Akkuverbrauch. So verbraucht ein Handy mit LTE-Netz mehr Strom als ein Smartphone mit langsamerem 3G-Internet. Spielt die Datengeschwindigket einmal keine große Rolle - beispielsweise bei längeren Autofahrten oder bei der Arbeit -, kann das mobile Netz auch auf GSM-Geschwindigkeit gedrosselt werden. Tippen Sie dazu in den Einstellungen auf "Drahtlos und Netzwerke", dann auf "Mobile Netzwerke" und "Netzmodus". Anschließend wählen Sie den Punkt "Nur GSM".

Standortbasierte Stromsparer

Bluetooth aus, GSM an, Synchronisation deaktivieren - und zum Feierabend das Ganze wieder rückgängig machen. Das Aktivieren der zahlreichen Stromspareinstellungen kann auf Dauer ziemlich nerven. Abhilfe schaffen Apps wie "PhoneWeaver": Das 2,99 Euro teure Tool kann verschiedene Profile anlegen, die zeit- oder ortsgesteuert aktiviert werden. So kann die Anwendung beispielsweise die Stromspareinstellungen beim Betreten des Arbeitsplatzes aktivieren und die Lautsprecher stumm schalten. Wer will, kann zunächst im Play Store eine Demoversion ausprobieren. Ebenfalls empfehlenswert ist die App "One Touch Akkusparer": Mit einem Klick auf "Energie sparen" werden alle wichtigen Stromspar-Tipps automatisch umgesetzt. Es gibt eine kostenpflichtige und eine kostenlose, über Werbung finanzierte Version der App.

Kauf- statt Gratis-Apps

Warum kaufen, wenn es die App auch gratis gibt? So denken viele Nutzer bei beliebten Anwendungen wie "Angry Birds" oder "Cut the Rope". Was viele nicht ahnen: Die werbefinanzierten Apps saugen den Akku schneller leer als kostenpflichtige Versionen. Das zeigte eine gemeinsam von Microsoft und der Purdue University veröffentlichte Studie. Das Bestimmen des Standorts und das anschließende Laden regional spezifischer Anzeigen verursacht bis zu Dreiviertel des Akkuverbrauchs. Beim Durchspielen eines "Angry Birds"-Levels verursachten die Werbeeinblendungen rund 70 Prozent des Akkuverbrauchs der App.

Verzicht auf animierte Hintergründe

Wellen, fallendes Laub oder Planeten, die sich langsam um die Sonne drehen: Animierte Hintergründe sind schöner anzusehen als starre Grafiken, saugen den Akku aber schneller leer. Wer viel Wert auf die Optik legt, muss aber nicht unbedingt verzichten: Die Live-Hintergründe brauchen nur dann Leistung, wenn Sie den Homescreen betrachten. Sobald eine App gestartet wird, werden die Animationen unterbrochen. Bei älteren, schwachbrüstigen Geräten können die Videohintergründe die Bedienung aber träge machen. Ein weiterer Tipp: Zu viele Widgets auf dem Startbildschirm können die Systemleistung verringern, da sie Speicherplatz verbrauchen und oft im Hintergrund Daten herunterladen.

Smartphone schneller machen

Schon bei "Temple Run" kommt ihr Smartphone gelegentlich ins Schwitzen? Das Handy reagiert zwar flink, doch Bilder werden nur sehr langsam gespeichert? Und kann man auch ältere Handys auf die neueste Android-Version aktualisieren? Ein paar Tipps, um Ihr Smartphone an die Leistungsgrenze zu bringen.

Prozessor übertakten

Das Tablet oder Smartphone ruckelt bei aufwändigen 3D-Spielen? Die App "SetCPU" schafft Abhilfe: Mit der Anwendung kann die Taktfrequenz des Prozessors erhöht werden. Die App kostet 1,49 Euro und läuft auf fast allen Android-Geräten. Allerdings benötigt "SetCPU" Root-Rechte. Bei "Androidpit" erfahren Sie, wie Sie diese bekommen. Doch Vorsicht: Eine höhere Taktfrequenz hat auch Nachteile. So sinkt die Akkulaufzeit und das Smartphone wird heißer, es kann zu Abstürzen kommen. Testen Sie sich daher vorsichtig an die Grenzen ihres Geräts heran. Im Umkehrschluss gilt: Eine niedrigere Taktfrequenz und damit Arbeitsgeschwindigkeit lässt den Akku länger durchhalten. Mit verschiedenen Profilen kann die CPU je nach Bedarf gedrosselt oder beschleunigt werden.

Update auf Jelly Bean

Eine flüssigere Bedienung bringt eine Aktualisierung auf Android 4.1 Jelly Bean. Zwar wird das Smartphone oder Tablet dadurch nicht generell schneller, die Bedienoberfläche reagiert aber zügiger auf Eingaben. Verantwortlich dafür ist eine Android-Verbesserung namens "Project Butter", die mehr Bilder pro Sekunde auf der Bedienoberfläche verwendet. Neue Smartphones wie Sonys Xperia Z oder das HTC One sind bereits mit einer neuen Android-Version ausgestattet. Für ältere Geräte wie das Samsung Galaxy S2, das HTC One X oder LGs Optimus G gibt es Updates vom Hersteller. Nicht mehr unterstützte Geräte können mit alternativer Software wie Cyanogenmod auf die neueste Android-Version gebracht werden.

Multitasking begrenzen

Je nach Hersteller erlaubt ein Smartphone eine bestimmte Maximalanzahl von gleichzeitig geöffneten Programmen. Geräte mit Betriebssystem Android 4.0 und höher können diese Anzahl verringern, um dem geöffneten Programm mehr Rechenpower zur Verfügung zu stellen. Gehen Sie dazu in den Einstellungen auf das Untermenü "Entwickleroptionen". Unter dem Reiter "Apps" finden Sie den Punkt "Hintergrundprozesslimit", mit dem Sie die Zahl der Apps regulieren können.

Die Wahl der richtigen SD-Karte

Viele Nutzer erweitern den Speicherplatz ihres Smartphones mit microSD-Karten. Diese Karten gibt es in vier verschiedenen Ausführungen: Klasse 2, 4, 6 und 10. Je größer die Zahl, desto höher die Schreibgeschwindigkeit. Welche Karte am besten ist, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab: Will man von der Karte nur Musik abspielen, reicht auch eine Karte der Klasse 2. Für die Aufnahme von hochauflösenden HD-Videos lohnt sich eine Karte der Klasse 4 oder höher. Eine ähnlich schnelle Karte benötigt man für das Auslagern des internen Speichers: Mit der Betriebssystemfunktion "Auf SD-Karte verschieben" können Sie Apps nicht im internen Speicher, sondern auf der Speicherkarte ablegen. Eine Karte einer höheren Klasse bremst das System nicht unnötig aus.

SD-Karte schneller machen

Nicht nur die Klasse der SD-Karte entscheidet über die Geschwindigkeit. Mit dem kostenlosen Programm "SD-Booster" kann die Geschwindigkeit der Speicherkarte erhöht werden. Zwar bleibt die Karte an sich unverändert, das Tool erhöht aber den "Read Ahead Cache" des Android-Betriebssystems, so dass größere Datenblöcke auf einmal eingelesen und zwischengespeichert werden können. Allerdings benötigt die App Root-Rechte. Wie Sie diese erlangen, erfahren Sie bei "Androidpit".

So funktioniert das Tool: Nach dem Start zeigt das Programm die aktuell verwendete Zwischenspeichergröße an. In das Feld "Cachegröße (KB)" geben Sie die gewünschte Größe ein. Welche Zahl Sie eintragen, hängt vom Smartphone und der Speicherkarte ab. Das ebenfalls kostenlose Programm "SD Tools" analysiert, welcher Wert auf dem Smartphone die größte Verbesserung bringt. Erfahrungsgemäß sind die Werte 1024 und 2048 empfehlenswert. Aktivieren Sie zudem die Option "Setze beim Starten von Android", damit die Einstellung nach dem Neustart des Geräts erhalten bleibt.

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