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Fairphone - das Smartphone fürs gute Gewissen

Ein moralisch unbedenklich hergestelltes Smartphone - gibt es das überhaupt? Ein Niederländer bietet das erste Fairphone an. Doch was taugt es?

Von Christoph Fröhlich

  Das Fairphone soll nachhaltiger hergestellt werden als die Konkurrenz und lockt trotzdem mit einem verhältismäßig geringen Preis von 325 Euro.

Das Fairphone soll nachhaltiger hergestellt werden als die Konkurrenz und lockt trotzdem mit einem verhältismäßig geringen Preis von 325 Euro.

Kinder, die in dunklen Minen mit bloßen Händen Edelmetalle aus den Steinen kratzen. Milizen, die mit den Rohstoffen Geld für ihre blutigen Bürgerkriege verdienen. Arbeiter, die zu Hungerlöhnen Handys zusammenschrauben. Bis ein Smartphone fertig verpackt im Regal der Händler liegt, ist das oft eine unrühmliche Geschichte. Das möchte der Niederländer Bas van Abel ändern: Gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Waag Society will er mit dem Fairphone beweisen, dass Smartphones auch ohne umstrittene Rohstoffe aus Krisenregionen unter moralisch unbedenklichen Produktionsbedingungen hergestellt werden können.

Um sein Ziel zu erreichen, benötigte er die Hilfe von 5000 Freiwilligen. So viele Vorbestellungen braucht van Abel, um das Fairphone bauen zu können. Er hat es geschafft: Auf einer eigens eingerichteten Homepage haben fast 11.000 interessierte Käufer das Fairphone vorbestellt. Kostenpunkt: 325 Euro.

"Durch den Kauf dieses Handys nehmen Sie an einer Bewegung teil, welche die Art, wie Dinge hergestellt werden, ändert", erklärt Firmengründer van Abel. Ihm ginge es in erster Linie nicht um den Profit, schreibt er auf der Homepage. Stattdessen wolle die Organisation ein Zeichen setzen und größere Hersteller dazu bewegen, ihre Smartphones ebenfalls unter besseren Bedingungen produzieren zu lassen als bisher.

Doch was bekommt man für sein Geld? Und vor allem: Wie fair ist das Fairphone wirklich?

Nachhaltiges Mittelklasse-Smartphone

Auf den ersten Blick wirkt das Fairphone wie ein beliebiges Mittelklasse-Smartphone: Es wiegt 170 Gramm und ist damit alles andere als ein Leichtgewicht. Zum Vergleich: Das Galaxy S4 bringt 130 Gramm auf die Waage. Das Handy hat einen 1,2 Gigahertz schnellen Vierkernprozessor, ein Gigabyte Arbeitsspeicher, eine Acht-Megapixel-Kamera und 16 Gigabyte Speicherplatz, der via MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden kann. Als Betriebssystem kommt die modernste Android-Version 4.2 zum Einsatz. Das Touchscreen-Display misst 4,3 Zoll und hat eine Auflösung von 960 x 540 Bildpunkten. Dank Dual-SIM-Steckplatz lassen sich zwei SIM-Karten betreiben. Vor allem Bewohner in Entwicklungsländern profitieren davon, da es dort häufig kein flächendeckendes Netz gibt und deshalb mit mehreren Sim-Karten telefoniert wird.

Ein paar Gramm zu viel auf den Plastikhüften, ein grob auflösendes Display, das ultraschnelle mobile Internet LTE wird nicht unterstützt - technologisch bleibt das Fairphone eher blass. Einzigartig ist hingegen der Herstellungsprozess: Die Rohstoffe Zinn und Tantal, ein selten vorkommendes Metall, dass vorwiegend in Kondensatoren eingesetzt wird, stammen aus Minen im Kongo, die laut OECD-Richtlinie als konfliktfrei gelten. Für Gold, was beispielsweise für die SIM-Kontakte benötigt wird, arbeiten die Amsterdamer mit der Initiative Fairgold zusammen, die die Herkunft und Arbeitsbedingungen des Edelmetalls unter die Lupe nimmt. Da in jedem Smartphone rund 30 verschiedene Stoffe zum Einsatz kommen, ist es unwahrscheinlich, dass jedes Element aus Nicht-Krisenregionen stammt. Um dennoch möglichst transparent zu sein, soll im Internet eine Liste aller Material-Lieferanten veröffentlicht werden.

Zusammengebaut wird das Fairphone wie viele andere High-Tech-Gadgets in China - allerdings unter wesentlich besseren Bedingungen, versprechen die Macher. "Für die Produktion in Europa hätten wir eine komplette Produktionsstrecke von China hierher umziehen müssen", heißt es in einem Blogbeitrag des Fairphone-Teams. Viele Bestandteile des Handys kämen aus Asien und würden bei einer europäischen Produktion das Ökosystem aufgrund der längeren Lieferkette stärker belasten. Die chinesische Firma A'Hong, die das Fair-Trade-Handy zusammenschraubt, wird den Niederländern zufolge regelmäßig von unabhängigen Gutachtern kontrolliert.

Alle Teile austauschbar

Auch einen weiteren Kritikpunkt wollen die Fairphone-Macher ausräumen: Viele moderne Smartphones lassen sich nur noch mit viel Aufwand reparieren, oft ist selbst der Akku fest verklebt. Beim Fairphone sollen sich alle Einzelteile problemlos austauschen lassen, sodass Käufer selbst bei größeren Defekten nicht gleich ein neues Gerät kaufen müssen und so die Umwelt schonen.

Smartphone aus dem Baukasten

Das Fairphone der Niederländer ist ein erster Schritt in eine nachhaltige Smartphone-Herstellung. Auch andernorts wird am grünen Smartphone getüftelt. Die beiden Studenten Bernat Lozano und Rocío García aus Barcelona sorgten im vergangenen Jahr mit dem Designkonzept des Smarter Phones für Aufsehen. Dahinter verbirgt sich ein modular aufgebautes Smartphone mit austauschbaren Komponenten. So soll sich bei dem Gerät das Display austauschen lassen, wenn die Auflösung nicht mehr zeitgemäß ist. Eine lichtstärkere Kamera kann ebenso nachgerüstet werden wie ein größeres Gehäuse oder ein leistungsfähigerer Akku.

Mit ihrem Konzept gewannen die beiden Spanier im vergangenen Jahr den zweiten Platz der Student Challenge beim Wettbewerb Design for (Your) Product Lifetime. Noch existiert das Gerät nur auf dem Papier. Beim Fairphone aus den Niederlanden werden demnächst die ersten Geräte in Serienproduktion gehen. Die Auslieferung ist für den Herbst angekündigt.

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