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Immer mehr Opfer der Telegate melden sich

Telegate-Verkäufer versprachen Selbstständigen Spitzenplätze bei der Google-Suche. Nach einem stern-Bericht melden sich weitere Opfer - und in einem Fall stornierte Telegate die Rechnung.

Von Rolf-Herbert Peters

  Hat Telegate bei der Akquise falsche Angaben gemacht ? Dutzende Kunden wehren sich per Anwalt gegen das Unternehmen.

Hat Telegate bei der Akquise falsche Angaben gemacht ? Dutzende Kunden wehren sich per Anwalt gegen das Unternehmen.

Hier werden sie betrogen – so lautet die Überschrift des aktuellen stern-Berichts über die falschen Versprechungen der Telegate Media AG (Werbeslogan: "11880 – Da werden sie geholfen"). Der Beitrag hat hohe Wellen geschlagen. Beim Wittener Rechtsanwalt Bernd Podlech-Trappmann melden sich seit dem Erscheinen des Magazins immer mehr Unternehmer, die sich von der Essener Firma geprellt fühlen. Sie berichten übereinstimmend, dass ihnen Telegate-Telefonverkäufer versichert haben, man bringe sie gegen eine Monatsgebühr in der Google-Trefferliste ganz nach oben.

Am Ende war das Geld weg, auf den Topplätzen der beliebten Suchmaschine tauchten die Kunden aber nie auf. Einen Anruf bekam der Adokat auch von einem weiteren ehemaligen Telegate-Mitarbeiter, der die stern-Recherchen bestätigte: Vorgesetzte hätten die Lügen ihrer Telefonverkäufer toleriert und sogar forciert.

Ermittlungen könnten auf Unternehmen ausgeweitet werden

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Essen gegen zwei Telegate-Mitarbeiter, die na-mentlich bekannt sind. Die Polizei vernimmt zurzeit Betroffene und Beschäftigte. Eine Ausweitung der Ermittlungen auf das ganze Unternehmen sei denkbar, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Die Telegate hat in einer Pressemeldung kleinlaut erklärt, sie bei der Aufklärung "umfassend zu unterstützen".

Für die Kölner Jungbestatterin Jennifer Gilberg, die ihre Erlebnisse im stern schilderte, ging der Alptraum überraschend schnell zu Ende: Kaum war der stern am Kiosk, stor-nierte Telegate ihren Vertrag. "Das war ein erlösender Anruf", sagt sie. Die Telegate hatte von ihr rund 1800 Euro verlangt, ohne dass ihr Bestattungsinstitut nur einmal oben bei Google aufgetaucht wäre. Auf den Anwaltskosten wird sie allerdings womöglich sitzenbleiben.

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