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Google kommt mit "Radio ohne Regeln"

Konkurrenz für Spotify: Google hat auf der Entwicklermesse I/O einen eigenen Musikstreamingdienst vorgestellt. Ebenfalls gezeigt wurde eine spezielle Google-Edition des Samsung Galaxy S4.

Google fordert Spotify heraus: Der Suchmaschinenriese hat einen Musikstreamingdienst gestartet, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Das Angebot mit dem etwas sperrigen Namen "Google Play Music All Access" ist ab sofort in den USA verfügbar, kündigte der Internetkonzern auf der Entwicklermesse I/O in San Francisco an. Für 9,99 Dollar im Monat gibt es einen uneingeschränkten Zugriff auf das Musik-Angebot. Außerdem kann man sich Songs, die zum eigenen Musikgeschmack passen könnten, von Google auswählen lassen. Der Konzern spricht vom "Radio ohne Regeln". Weitere Länder sollen folgen.

Google konkurriert damit mit bisherigen Streaming-Anbietern wie Spotify, Rdio oder Pandora. Apple arbeitet laut Medienberichten ebenfalls an einem Internet-Radio, steckt demnach aber in zähen Rechteverhandlungen mit der Musik-Branche fest.

Googles Samsung-Smartphone

Ein neues Gerät hat der Suchmaschinenriese ebenfalls vorgestellt: eine Google-Version des Samsung Galaxy S4. Das Android-Flaggschiff nutzt als Betriebssystem eine unveränderte Version von Android 4.2 Jelly Bean. Das Gerät erscheint im Juni in den USA zum Preis von 649 US-Dollar.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung vermeldete der Webriese eine Rekordzahl: Das Google-Betriebssystem Android hat die Marke von 900 Millionen aktivierten Geräten geknackt. Das gab der neue Android-Chef Sundar Pichai bekannt. Im Jahr 2012 hatte Google erst 400 Millionen aktivierte Android-Geräte gemeldet. Vor allem auf Smartphones erfreut sich das Betriebssystem großer Beliebtheit.

Die App-Downloads auf der Plattform Google Play hätten 48 Milliarden erreicht - davon allein 2,5 Milliarden im vergangenen Monat. Rivale Apple steht unmittelbar davor, die Marke von 50 Milliarden heruntergeladenen Apps zu erreichen.

Unter den ersten vorgestellten Neuerungen war der Dienst Google Play Games, mit dem Spielstände in der Cloud gespeichert werden können, um nahtlos auf verschiedenen Geräten spielen zu können.

Google-Aktie klettert auf Rekordhoch

Die Google I/O ist die jährliche Konferenz für Software-Entwickler, auf der der Internet-Riese wichtige Neuheiten vorstellt. Die Google-Aktie sprang schon kurz vor Beginn erstmals über 900 Dollar und hielt sich auch während der Präsentation darüber.

Außerdem gibt es jetzt eine Schnittstelle, über die Apps sich unterschiedlich verhalten können, je nachdem ob der Nutzer geht, rennt oder mit einem Fahrrad unterwegs ist. Auch können sie bis zu 100 sogenannte Geofencing-Punkte pro App einbauen - virtuelle Zäune, die bestimmte Funktionen aktivieren, wenn ein Nutzer einen vorgegebenen Ort erreicht.

Google packt zudem das Problem der Android-Fragmentierung an: Entwickler haben mehr Arbeit, weil auf dem Markt Geräte mit verschiedenen Versionen des Google-Systems sind. Spiele-Entwickler bekommen jetzt zum Beispiel die Möglichkeit, einzelne Elemente sofort in Varianten für unterschiedliche Geräte zu sehen.

Die Google-Aktie klettert schon seit Monaten scheinbar unaufhaltsam. Noch zu Jahresbeginn war sie noch gute 700 Dollar wert. Seitdem hat Google unter anderem mit seiner Datenbrille Google Glass für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Das Smartphone-Betriebssystem Android konnte seinen Vorsprung vor Apples iPhone-Plattform iOS ausbauen.

cf/DPA/DPA

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