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Darum ist das Nokia 105 das Lieblings-Handy der IS-Terroristen

Apple oder Samsung? Quatsch, der IS setzt bei Handys lieber auf einen klassischen Knochen von Nokia. Telefonieren wollen die Terroristen mit dem Handy aber nicht. Sie haben etwas ganz anderes damit vor.

Nokia 105 Islamischer Staat

Das Nokia 105 ist kein besonderes Handy. Der Islamische Staat (IS) benutzt es trotzdem am liebsten.

Was Werte und Glauben angeht, hätte der Islamische Staat oft am liebsten das Mittelalter zurück. Für den Kampf gegen den bösen Westen werden allerdings auch eifrig moderne Waffen und Kommunikationsmittel eingesetzt. Der Smartphone-Messenger Telegram steht bei den Anhängern etwa hoch im Kurs. Für einen anderen Zweck setzen die Glaubenskrieger aber lieber auf ein klassisches Handy statt auf Smartphones.

Beim Bombenbasteln vertraut der IS am liebsten auf einen alten Knochen. Natürlich von Nokia. Das Modell 105 (RM-908) wurde bei vom IS gebauten, ferngesteuerten Sprengsätzen mit Abstand am häufigsten eingesetzt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Organisation "Conflict Armament Research". Die untersucht, welche Waffen in den weltweiten Konflikten eingesetzt werden. Im konkreten Fall ging es um die Frage, aus welchen Alltagsgegenständen der IS seine Sprengsätze bastelt - und wo er die Komponenten herbekommt.

Die meisten Bomben haben Nokia-Zünder

Das Nokia-Handy fand sich in den allermeisten ferngezündeten Sprengsätzen. Warum der IS am liebsten auf das auch unter dem Namen "Microsoft Mobile 105" verkaufte Gerät setzt, ist nicht ganz klar. Technische Besonderheiten hat es nämlich keine. Muss es aber auch nicht. Einzige Vorraussetzung für den Einsatz als Bombenzünder: Es muss eine Vibrations-Funktion haben - und angerufen werden können.

Das Nokia-Handy dürfte es nur zufällig getroffen haben. Der IS habe vermutlich "einfach einen Weg gefunden, viele dieser einfachen und bezahlbaren Handys zu bekommen", sagte der Chef von Conflict Armament Research, Jonah Leff, dem US-Sender NBC. Man habe sie entweder in großen Mengen gekauft oder schlicht gestohlen. "Wir haben ähnliches auch bei anderen Komponenten wie SIM-Karten beobachtet", so der Experte. Hinzu kommt: Beim IS bildet eine kleine Gruppe von Personen die anderen Kämpfer im Bombenbasteln aus. Und da ist es schlicht einfacher, immer die gleichen Teile zu benutzen.

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