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Nokias Smartphone-Comeback ist leider nur Mittelmaß

Mit dem Nokia 6 bringt der Kult-Hersteller sein erster Smartphone seit Jahren auf den Markt - und setzt auf Android. Zu früh sollten sich Fans der Finnen aber nicht freuen.

Nokia 6

Das Nokia 6 wurde nun offiziell vorgestellt

Vor genau 10 Jahren stellten Steve Jobs und Apple das iPhone vor. Ein Opfer des daraus resultierenden Smartphone-Boom war ausgerechnet der damalige Branchen-Primus Nokia. Der stellte gestern das erste Nokia-Smartphone seit mehr als zwei Jahren vor. Für echte Begeisterung dürfte das Nokia 6 getaufte Gerät aber kaum sorgen. 

Das steckt im Nokia 6

Während man mit Spitzenhandys in der guten, alten Zeit die Konkurrenz vor sich her trieb, ist das 6 der unteren Mittelklasse zuzuordnen. Das Display ist 5,5 Zoll groß und löst mit 1920 x 1080 Bildpunkten auf. Auf dieser Displaygröße ist das guter Standard, im Highend-Bereich ist aber deutlich mehr drin. Unter der Haube werkelt mit dem 430 ein eher gemütlicher Achtkernprozessor, der bereits bei der Vorstellung Ende 2015 von Geschwindigkeitsrekorden weit entfernt war. Im Alltag dürfte er aber durchaus ausreichen. Auch die 64 GB Daten- und 4 GB Arbeitsspeicher sind aktuell noch guter Standard. Wie gut die 16 Megapixelkamera auf der Rückseite, sowie die 8 MB Selfieknipse ausfallen, kann erst ein Test zeigen.

Beim Gehäuse setzt Nokia auf einen Unibody aus Metall, ein Fingerabdrucksensor im Homebutton ist ebenfalls an Bord. Toll: Als Betriebssystem ist das aktuelle Android 7.0 Nougat installiert - das haben selbst viele Spitzengeräte anderer Hersteller noch nicht. Der Preis ist mit knapp 235 Euro angemessen, ein Schnäppchen ist das Nokia 6 nicht. Zu früh sollte man sich hierzulande aber sowieso nicht freuen.

China-Smartphone aus Finnland

Denn Nokia richtet sich nicht etwa an die treuen Fans aus Europa, sondern verkauft sein Einsteiger-Smartphone ausschließlich über einen einzelnen Online-Shop in China. Eine strategische Entscheidung, gibt HMD Global an. Das von Nokia-Veteranen aufgebaute finnische Unternehmen hatte sich die Marken-Rechte von Microsoft gesichert. Mit der Entscheidung für China will man vom Wachstumspozenzial des dortigen Marktes profitieren, muss sich allerdings auch der harten Konkurrenz durch die lokalen Marken stellen.

Glaubt man den aktuellen Gerüchten, sollen dieses Jahr noch bis zu sechs weitere Nokia-Smartphones auf den Markt kommen, die alle auf Android setzen. Darunter sollen sowohl Highend- als auch Einsteigergeräte sein.

mma
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