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Warum die Kündigung bei O2 schnell zum Spießrutenlauf wird

Den Handy-Anbieter zu wechseln, ist heute eine Frage von Minuten - so lange man den Vertrag nicht bei O2 hat. Der Provider soll seine Kunden aktiv bei der Kündigung behindert haben. Jetzt wird er verklagt.

O2 Kündigung

So leicht macht O2 seinen Kunden die Kündigung leider nicht

Früher hatten Kunden ihre Handyverträge auch mal mehrere Jahre. Die Konkurrenz zwischen den großen Providern Telekom, Vodafone, O2 und Eplus war gering, der Wechsel lohnte oft kaum. Das ist heute anders. Seit in den letzten Jahren Dutzende Mitbewerber in den Markt eingestiegen sind, purzeln die Preise. Die Angebote werden immer attraktiver, wechseln spart richtig Geld. Gut, dass man schnell und unkompliziert zwischen den Anbietern hin- und herwechseln kann. Zumindest, solange man nicht bei O2 unter Vertrag steht.

Denn der zum Mobilfunk-Riesen Telefónica gehörende Provider macht seinen Kunden die Kündigung mitunter ziemlich schwer. Hat man den Vertrag Online gekündigt, muss man das auch noch einmal telefonisch bestätigen. Was zunächst nach einem geringen, wenn auch unnötigen Mehraufwand klingt, erweist sich allerdings manchmal als unüberwindbare Barriere. Das berichtet die "Welt".

Warten auf O2

Bis zu einer Stunde soll man auf einen Platz in der kostenpflichtigen Hotline warten. Doch selbst das garantiert kein Durchkommen. Nach einer Stunde wird die Verbindung schlicht getrennt. Bei den Kunden sorgt das für Unverständnis. Sie beschweren sich reihenweise bei Twitter.

 

 

Mit dieser Masche ist O2 allerdings nicht alleine. Auch der Anbieter 1&1 zwingt Kunden, die Online-Kündigung telefonisch zu bestätigen, Mobilcom-Debitel wurde die Praxis nach einer Klage der Verbraucherzentrale Niedersachsen bereits gerichtlich untersagt. Denn geht die Kündigung beim Anbieter ein, ist sie eigentlich  bereits gültig - auch ohne telefonische Bestätigung.

Klage als letztes Mittel

Glaubt man dem Kündigungsdienst Aboalarm, ist die Nummer mit der Hotline aber nicht die einzige Masche, mit der O2 seine Kunden vom Anbieterwechsel abhalten will. So verweigert der Konzern regelmäßig über Aboalarm verschickte Kündigungen. Die per Fax eingereichten Schreiben wären nicht per Hand unterschrieben, bemängelt der Anbieter dann etwa. Das sei laut Vertragsbedingungen aber nötig. Alternativ könnten Kunden auch ihre persönliche Kundenkennziffer angeben - die aber kaum einer kennen dürfte. Zudem wird sie bei Kündigungen über Aboalarm sogar angegeben. Und tatsächlich: Sobald mit anwaltlicher Hilfe nachgehakt wurde, ließen sich alle Kündigungen nach Angabe von Aboalarm auch durchbringen.

Für Aboalarm ist das ein gezieltes Vorgehen, das Unternehmen entschied sich zu Klage. "Die Abfrage der Kundenkennzahl ist eine reine Schikane der eigenen Kunden, um die Kündigungsbarrieren zu erhöhen und die Kündigung zu verzögern", sagte Aboalarm-Chef Bernd Storm van's Gravesande der "Welt". Theoretisch reiche es völlig aus, den Kunden über die Adresse, seine Rufnummer zu identifizieren. Auch das von anderen Anbietern genutzte Geburtsdatum wäre in Ordnung. Alle Versuche, sich außergerichtlich zu einigen, waren bislang erfolglos. Daher entschied Aboalarm sich zur Klage auf Unterlassung. Die Entscheidung dürfte spannend werden.

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