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Zu viel des Guten

Samsung hat das Galaxy S4 vorgestellt. Auf dem Papier beeindruckt das neue Spitzen-Smartphone. Doch wie schlägt es sich in ersten Tests? Die Antworten in der Presseschau.

Zusammengestellt von Christoph Fröhlich und Ralf Sander

Gewaltige Erwartungen wurden aufgebaut, nun ist es da: Mit einer Musical-artigen Show in New York hat Samsung den Nachfolger seines erfolgreichen Galaxy S3 vorgestellt. Das Galaxy S4 besticht nicht durch Designänderungen und ähnelt optisch fast zum Verwechseln seinem Vorgänger sowie den Geschwistern von Samsungs Note-Reihe.

Die Innovationen verbergen sich im Inneren des Plastikgehäuses und lesen sich auf dem Papier sehr beeindruckend. Doch wie fühlt sich das S4 mit seinen neuen Funktionen an? Zahlreiche Journalisten waren vor Ort und konnten das S4 anfassen - die meisten allerdings kaum länger als zehn Minuten. Ein Überblick über die ersten Eindrücke.

Evolution statt Revolution

Fast alle Experten sind sich einig, dass Samsung mit dem Galaxy S4 exakt dort weitergemacht hat, wo es mit dem S3 aufgehört hat. Dass sich äußerlich gar nichts getan hat, wird von den meisten einfach hingenommen, große Fans von Samsungs-Einheitsdesign sucht man aber vergebens. "Ach, schon wieder Plastik", schreibt Matthias Kremp auf "Spiegel Online", um dann aber festzustellen, dass sich das Telefon doch ganz ordentlich anfasst. Auch Tech-Blogger #Link;http://stadt-bremerhaven.de/;Carsten "caschy" Knobloch# hält das S4 für "in Sachen Verbeitung und Haptik gelungen".

David Pierce von "The Verge" ist nicht so gnädig: "Das Galaxy S4 fühlt sich viel billiger an als ein Gerät wie das HTC One, […] aber wenigstens hat Samsung die Gehäuseoberfläche soweit verbessert, dass das S4 nicht so glitschig wirkt wie das S3." Ars Technica-Autorin Casey Johnston empfindet das Gewicht von 130 Gramm als zu gering, um angesichts des Plastikgehäuses robust zu wirken.

Viel Leistung, tolles Display

Keinerlei Zweifel lässt Samsung an der Leistungsfähigkeit seines Smartphone-Boliden aufkommen: "Die Hardware ist energiegeladen und reaktionstark. Das Smartphone macht 20 Fotos am Stück, ohne ins Schwitzen zu geraten", freut sich "GigaOM"-Autor Kevin C. Tofel. Auch der Amoled-Bildschirm mit seiner FullHD-Auflösung erntet nur gute Kritiken: "Das Display ist aus jedem Blickwinkel außergewöhnlich, und die Farben sind nicht so übersättigt wie bei einigen früheren Samsung-Displays", so Tofel. "The Verge" fasst es lyrisch zusammen: "Das Fünf-Zoll-Display ist die Ballkönigin."

Feature-Overkill mit gemischten Ergebnissen

Das berührungslose Steuern des Smartphones funktioniert bei einigen Testern gut, bei anderen nicht. Gleiches gilt für die Sprachsteuerung und die Übersetzungsfunktion. Manchmal versteht das S4 gesprochene Sprache perfekt, manchmal herrscht Kauderwelsch. Hier werden Alltagstests mit der finalen Hard- und Software für Klarheit sorgen müssen.

Gut oder zu viel des Guten?

Viele Experten zeichnen dasselbe Bild: Sie stellen sich vor, wie die Samsung-Entwickler sich durch Konkurrenzprodukte und Testberichte gewühlt haben, um einfach alles in das S4 einzubauen, was ihnen an Neuheiten und Vorschlägen vor die Nase kommt. Ob das sein musste? Manche meinen: nein. "Das S4 ist eine Einkaufstüte voller Features, die sich nicht zu einem ansprechenden Ganzen zusammenfügen", kritisiert ein Autor der Nachrichtenagentur AP. Oder wie Ars Technica resümiert: "Nicht alle Features funktionieren - oder sind sinnvoll."

Andere sind weniger kritisch: "Mit seinen Verbesserungen und neuen Funktionen wird das S4 eine breitgefächerte Käuferschaft ansprechen", ist Gigaom-Autor Tofel überzeugt. Ob der Überfluss an Funktionen potenzielle Nutzer eher abschreckt oder ob auf diese Weise jeder etwas findet, das ihm gefällt, wird sich im Frühjahr zeigen. Einige Analysten schätzen, dass Samsung allein in den ersten vier Wochen zehn Millionen S4 verkaufen wird.

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