Startseite

Threema top, Whatsapp und Telegram kritisch

Stiftung Warentest hat fünf Messenger-Dienste für Smartphones auf ihre Sicherheit getestet. Vier Apps fielen durch, nur die Schweizer Anwendung Threema wurde als unkritisch bewertet.

  Stiftung Warentest hat fünf Messenger-Apps getestet: Line, Whatsapp, Blackberry Messenger und Telegram fielen durch. Nur Threema wurde als unkritisch eingestuft.

Stiftung Warentest hat fünf Messenger-Apps getestet: Line, Whatsapp, Blackberry Messenger und Telegram fielen durch. Nur Threema wurde als unkritisch eingestuft.

Seitdem Facebook Whatsapp gekauft hat, ist der Ansturm auf die Messenger-Alternativen groß: Die App Telegram hat in den vergangenen Tagen laut eigener Aussage mehr als acht Millionen neue Nutzer gewonnen, die Schweizer Anwendung Threema dominiert die Android- und iTunes-Charts. Doch sind die alternativen Chat-Programme wirklich besser? Stiftung Warentest hat die fünf gängigsten Dienste auf ihren Datenschutz getestet. Ihr Fazit: Nur eine von fünf Apps ist empfehlenswert.

Threema: unkritisch

Testsieger ist die Schweizer App Threema, die in der Datenschutzbewertung als "unkritisch" eingestuft wurde. Die Anwendung arbeitet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen den Gesprächspartnern. Dadurch soll sichergestellt sein, dass selbst die Anbieter die Unterhaltung nicht mitlesen können, schreibt Warentest. Zwar sende die iOS-Version die Nutzer-ID an Threema, dies sei jedoch notwendig und unkritisch, da die Informationen bei der Übermittlung verschlüsselt werden. In der Android-Variante wird vollständig auf die Übermittlung von Nutzerdaten verzichtet. Einen Kritikpunkt gibt es laut Warentest: Threema ist keine quelloffene Software. Eine komplette Analyse des Datensendeverhaltens sei daher nicht möglich, schreiben die Experten. Die App kostet einmalig 1,79 Euro für iOS- und 1,60 Euro für Android-Geräte.

Wie die Verschlüsselung in Threema funktioniert und warum Experten Whatsapp als Datenkrake bezeichnen, erfahren Sie hier.

Whatsapp: sehr kritisch

Am Platzhirsch Whatsapp lässt Stiftung Warentest kein gutes Haar. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nicht, der Anbieter könne die Unterhaltung zwischen den Chatpartnern mitlesen, kritisiert Warentest. Sowohl die iOS- als auch die Android-Version übertragen die Adressbucheinträge des Mobiltelefons, außerdem werde die Telefonnummer sogar Dritten mitgeteilt – ebenfalls ohne Verschlüsselung, so die Experten. Die Android-Version würde sogar Daten unverschlüsselt übertragen, die der Nutzer eingibt, etwa Gesprächsinhalte.

Telegram: kritisch

Telegram bietet wie Threema eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an - allerdings muss der Nutzer die Option namens "Secret Chat" gezielt auswählen, schreibt Warentest. Die App speichere automatisch alle Adressbucheinträge ohne die Zustimmung des Nutzers oder der betroffenen Personen, kritisiert das Magazin. Auch sonst gibt es einige Merkwürdigkeiten: Telegram gibt weder ein Impressum noch eine Kontaktadresse für Datenschutzfragen an. Als einzige der fünf getesteten Apps ist die Software teilweise quelloffen. Hinter Telegram stecken die zwei aus Russland stammenden Brüder Pavel und Nikolai Durov. Sie wurden bekannt durch das 2006 gegründete VKontakte, ein russischsprachiger Facebook-Klon, der den dortigen Markt bis heute dominiert. Betrieben wird die App aus Berlin. Die App ist für Android und iOS gratis.

Blackberry Messenger: sehr kritisch

"Sehr kritisch" sei der Datenschutz beim Blackberry Messenger. In der iOS-Version würden Nutzerdaten wie Vor- und Nachname teilweise unverschlüsselt an Dritte übertragen werden, schreibt Warentest. Auch vom Nutzer eingegebene Daten wie Nachrichteninhalte würden ohne Verschlüsselung übertragen. Die Android-Version verschickt Nutzerdaten zwar nur verschlüsselt, ist dafür aber deutlich neugieriger: Sowohl der Nutzername und das dazugehörige Passwort, Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Heimatland, die E-Mail-Adresse sowie die Sicherheitsfrage und deren Antwort werden übertragen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Messengers finden sich zudem einige Einträge, die aus Verbrauchersicht problematisch sind, kritisiert Warentest. Die App ist nicht quelloffen und kann auf allen Plattformen kostenlos heruntergeladen werden.

Line: sehr kritisch

Line bietet keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, der Anbieter kann Warentest zufolge deshalb die Nachrichten der Gesprächsteilnehmer mitlesen. Adressbucheinträge werden nur mit Zustimmung des Nutzers übertragen. Die Versionen für Android und iOS weisen Unterschiede auf: Die Android-App sendet die Seriennummer des Geräts unverschlüsselt an Dritte. Die iOS-Variante sei weniger problematisch. Kritisch bewerten die Experten die AGB: Darin gestatte sich der Anbieter das Recht, die Bestimmungen jederzeit sofort zu ändern, ohne den Nutzer über die Neuerungen zu informieren. Line ist nicht quelloffen und kann kostenlos für alle Plattformen heruntergeladen werden.

Den vollständigen Test finden Sie kostenlos auf der Webseite von Stiftung Warentest.

cf
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools