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Ansturm auf Apples iPhone

Unter dem Ansturm der Apple-Fans hat Freitag Abend in den USA der Verkauf des iPhone begonnen. Die Menschen jubelten, als die ersten Geräte für bis zu 600 Dollar über den Ladentisch gingen. Für viele Käufer war es auch eine Trophäenjagd.

Unter großem Kundenandrang und begleitet von Medienrummel ist in den USA der lange erwartete Verkauf des ersten Apple-Handys iPhone angelaufen. Punkt 18.00 Uhr (Ortszeit) stürmten am Freitagabend Technik-Fans landesweit die Geschäfte. Besonders groß war das Interesse in New York: Vor dem Apple-Shop auf der Fifth Avenue hatten bereits seit Tagen Kunden auf die Premiere des Multimedia-Geräts gewartet. USA-weit wird das Handy in rund 200 Geschäften des Herstellers sowie in 1800 Läden des Telefonkonzerns und Exklusivpartners AT&T angeboten.

Auch für Mark Conn hat um Punkt 18.00 Uhr New Yorker Ortszeit das monatelange Warten endlich sein ersehntes Happy End. Als einer der ersten Besitzer des neuen Apple-Handys iPhone kämpft sich der 44-Jährige stolz durchs Gedränge im New Yorker Apple-Shop hinaus auf die Fifth Avenue."Die lange Zeit war fast wie eine Schwangerschaft", sagt er strahlend - auch wenn die Ankündigung des neuen Multimedia-Geräts durch Apple-Chef Steve Jobs nur sechs Monate zurückliegt. Ganz egal, an diesem Abend zählt für Conn und andere Technik-Freaks nur das, was die Werbung verspricht: "iPhone - it's my phone!"

Um die frohe Botschaft im Blitzlichtgewitter sofort Freunden und Verwandten in aller Welt mitzuteilen, greifen die meisten aber noch einmal kurz zu ihrem alten Handy. Denn das iPhone kann statt im Laden am eigenen Computer freigeschaltet werden - für viele die bequemere Variante angesichts des Gewühls. Die kurze Mitteilung des überglücklichen Teenagers Bradley Fishel an seine Mutter: "Ich liebe Dich, weil Du mir das iPhone gekauft hast."

Auch Spione der Konkurrenz kaufte

Mark Conn flitzt unterdessen nach Hause - übernächtigt nach gut 48 Stunden Campieren im Freien mit abwechselnd Hitze und Gewittern. Keine Stunde nach seinem Glückskauf kann der Verwaltungsangestellte vom Computer aus berichten: "Die Aktivierung ging ganz schnell und einfach. Es funktioniert perfekt!" Überall im Land bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften. Das iPhone ist landesweit in rund 200 Apple-Stores und 1800 Läden des Telefonkonzerns und exklusiven Apple-Partners AT&T zu haben. "Das Warten hat sich gelohnt", jubelte Investmentbanker Stephen Easley (49) in Arlington im US-Bundesstaat Virginia und küsste seine Neuerwerbung. Prompt rutschte ihm dabei vor lauter Überschwang das wertvolle Stück fast aus der Hand.

Unter den im ganzen Land Wartenden versteckten sich auch einige Spione von Konkurrenten und Technik-Instituten, die die wertvollen iPhones schnell in Einzelteile zerlegen und unter die Lupe nehmen wollen. Den stolzen Preis von - je nach Speicherkapazität - rund 500 oder 600 Dollar (370 bis 443 Euro) hält Conn für völlig okay. "Das iPhone ist alles in einem: Telefon, Internet, Musikplayer - das zusammen ist mehr wert als 600 Dollar." Seine 21-jährige Tochter sehe das etwas anders: "Sie ist von meiner Begeisterung recht genervt", meinte er.

Apple versprach, das Telefon neu zu erfinden

Apple-Chef Steve Jobs hatte versprochen, mit dem iPhone das Telefon neu zu erfinden. Das bekamen die ersten Anwender gleich zu spüren: Statt der herkömmlichen Tastatur wird das Handy über einen berührungsempfindlichen Bildschirm ("touchscreen") gesteuert. "Das gefällt mir besser als normale Tastaturen und ist überhaupt nicht schwierig", meinte Lobl nach ersten Tippversuchen. Auch laut Apple lässt sich das alles binnen weniger Tage spielerisch erlernen.

Seit Jahresbeginn hatte der Computer- und iPod-Hersteller den Hype um die iPhone-Premiere immer weiter angeheizt: mit Werbespots, gezielt gestreuten Info-Häppchen und Testgeräten für ausgewählte Technologie-Experten der wichtigsten US-Medien. Eine webcam lieferte zuletzt Live-Bilder von der Schlange vor dem Apple-Store auf der Fifth Avenue. Zur Vorbereitung auf den Ansturm wurde sogar das sonst 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnete Flaggschiff der Apple- Shops ausnahmsweise vier Stunden geschlossen.

iPhone soll drittes Standbein werden

Unter den Erst-Kunden waren auch der Bürgermeister von Philadelphia, John Street, sowie der Expartner von Apple-Chef Steve Jobs, Steve Wozniak, reihten sich ein. Die anderen Wartenden räumten der Computer-Legende Wozniak in einem Einkaufszentrum im Silicon Valley bereitwillig den ersten Platz in der Schlange ein. Er wollte zwei iPhones kaufen, obwohl er als Apple-Mitarbeiter im nächsten Monat eins umsonst überlassen bekommt.

Für Apple soll das iPhone das dritte Gewinn bringende Standbein neben dem iPod-Player und den Macintosh-Computern werden. Wie viele Geräte zum Verkaufstart bereit stehen, teilten die Unternehmen nicht mit. Apple selbst hat sich offiziell zum Ziel gesetzt, bis 2008 zehn Millionen Stück weltweit zu verkaufen. Das wäre ein Marktanteil von einem Prozent. Das iPhone verbindet das Mobiltelefon mit einem Musikplayer nach dem Vorbild des iPods und einem Internet-Zugang. Das sind, wie die Zwei-Megapixel-Kamera, alles Funktionen, die das Handy schon lange kennt. Bedient wird es vor allem über ein berührungssensitives Breitbild-Display mit einer Auflösung von 480 mal 320 Pixel. Sensoren für Umgebungslicht und Bewegungen passen die Helligkeit des Bildschirms an und kippen das Bild, wenn das iPhone entsprechend gedreht wird.

In Europa soll das iPhone bis Jahresende auf den Markt kommen. Für das kommende Jahr hat Apple den Verkauf von 10 Millionen Stück geplant.

DPA/AP/AP/DPA

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