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Sechs Sekunden Endlosschleife

Twitter startet die Video-App Vine: Statt 140 Zeichen stehen den Nutzern sechs Sekunden Film zur Verfügung, um wichtige Momente festzuhalten. Doch nicht alle User können den Dienst nutzen.

Von Christoph Fröhlich

  Kurz und knapp: Twitter startet mit Vine einen neuen Videodienst, der maximal sechs Sekunden dauern darf.

Kurz und knapp: Twitter startet mit Vine einen neuen Videodienst, der maximal sechs Sekunden dauern darf.

Die Twitter-Macher lieben es kurz und knapp: Maximal 140 Zeichen erlauben Sie ihren Nutzern pro Tweet, soviel passt in eine SMS. Nun hat das soziale Netzwerk einen neuen Dienst vorgestellt: die Video-App Vine. Damit können Twitter-User mit ihrem Smartphone kurze Filmchen mit einer Länge von maximal sechs Sekunden drehen, die sich in einer Endlosschleife wiederholen und anschließend direkt in das soziale Netzwerk hochladen. Freunde und Follower können das Video dann direkt in Twitter anschauen, ohne auf eine andere Webseite klicken zu müssen.

Auf den ersten Blick erinnern die immer wieder ablaufenden, quadratischen Wackelvideos an animierte GIFs aus den Neunzigern. Der einzige Unterschied: Vine unterstützt auch Tonaufnahmen.

"Einschränkung fördert Kreativität"

Vine wurde von den Twitter-Machern nicht selbst entwickelt. Die Software stammt von dem gleichnamigen Entwickler, der von Twitter im Oktober 2012 komplett übernommen wurde. "Unsere beiden Firmen haben die gleichen Werte und Ziele", schreibt Vine-Gründer Dom Hofmann im Firmenblog. "Wir glauben außerdem, dass Einschränkungen die Kreativität fördert, egal ob es ein 140-Zeichen-Tweet oder ein Sechs-Sekunden-Video ist."

Trotz der engen Kooperation ist ein Twitter-Account derzeit nicht Voraussetzung für die Nutzung von Vine. Allerdings gibt es die App bislang nur für Apple-Geräte, Nutzer von anderen mobilen Betriebssystemen wie Android oder Windows Phone müssen sich noch gedulden. Ob sich die App gegen andere Videodienste durchsetzen kann, wird sich zeigen. Einige Anwendungsgebiete skizziert "New York Times"-Kolumnist Nick Bilton: "Vine könnte durchstarten, wenn es für Eilmeldungen benutzt wird, oder Pornos, oder beides."

Probleme mit Facebook

Der Start der Sechs-Sekunden-App verlief nicht ohne Probleme: User berichteten, dass die integrierte Möglichkeit, Vine-Videos auf Facebook zu teilen oder innerhalb der App nach Facebook-Freunden zu suchen, anfangs nicht funktionierte.

Ob Facebook die App bewusst blockierte oder ob technische Probleme dafür verantwortlich waren, ist bislang nicht geklärt. US-Medien mutmaßen aber, dass die Blockade kein Zufall war: Seit Facebook den Retro-Bilderdienst Instagram gekauft hat, ist es Twitter-Usern nicht mehr möglich, Instagram-Bilder direkt in dem sozialen Netzwerk anzuzeigen. Medienberichten zufolge soll es seit Monaten zwischen den beiden Netzwerkriesen Streitereien geben. Mittlerweile wurde die Blockade seitens Facebook aufgehoben.

So sehen Vine-Videos aus

Die Videos in diesem Artikel sind leider auf mobilen Geräten nicht sichtbar.

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