Startseite

Daten rasen durch die Luft

Kaum setzt sich der Mobilfunkstandard UMTS durch, ist er schon veraltet. Der Nachfolger LTE ist in Vorbereitung. Zuvor müssen aber noch Milliarden bewegt werden, um die Netzinfrastruktur herzustellen.

Von Arndt Ohler und Björn Maatz

  • Björn Maatz

Es hagelt Weltrekorde in der Mobilfunkindustrie - in Mitteilungen der Branche jedenfalls. T-Mobile, Vodafone, Ericsson, Nokia Siemens Networks (NSN) und Huawei überbieten sich derzeit mit Begriffen wie "Erster" und "weltweit". Grund für das öffentliche Wetteifern sind jüngste Entwicklungen bei dem Mobilfunkstandard LTE. Hinter dem Kürzel verbirgt sich der nächste Entwicklungsschub für die mobilen Netze - das nächste große Ding. "Die Industrie befindet sich an einem Wendepunkt", sagte auch Neil Mawston vom Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics.

Durch die Technik Long-Term Evolution (LTE) sollen drahtlose Verbindungen per Handy oder mobilem Modem schneller und effizienter werden. Hochauflösende Filme werden durchs Mobilnetz flutschen, Videokonferenzen überall möglich und Computerspiele über das mobile Internet steuerbar sein, versprechen die Konzerne. Die Branche wird zum Opfer ihres Erfolgs: Die mühsam ausgebauten UMTS-Netze laufen bereits voll. Damit nicht genug: Mehr Geschwindigkeit lässt sich aus der vorhandenen Technik wirtschaftlich kaum mehr rausholen.

Wachsende Datenströme sind für die Mobilfunker immens wichtig: Angesichts sinkender Umsätze mit Sprachtelefonie stellen die ersehnten Einnahmen mit Datenfunk die Hoffnung für die Branche dar.

So hat T-Mobile die Stadt Innsbruck mit einem LTE-Netz überzogen. Auch Vodafone testet in Deutschland. NSN und Ericsson liefern passende Übertragungstechnik an Mobilfunkbetreiber, LG Electronics hat spezielle Handychips entwickelt.

"Für uns ist LTE wichtig, denn die meisten Anbieter werden es früher oder später einführen", sagte Kai Sahala, der bei dem Ausrüster NSN die Sparte für strategische Kundenlösungen leitet. In Europa wird laut NSN-Konkurrent Ericsson der Mobilfunkanbieter TeliaSonera in der zweiten Hälfte 2010 als erster LTE kommerziell starten. Im gleichen Zeitraum wollen Verizon Wireless in den USA und NTT Docomo in Japan marktreif sein. In Deutschland wird der Aufbau wohl erst Ende des kommenden Jahres beginnen.

Milliardeninvestitionen

Zuvor werden Milliarden bewegt, um die Netzinfrastruktur aufzubauen. Wie bei der Vorgängertechnik UMTS werden neue Basisstationen an den Sendemasten der Mobilfunker benötigt. Von den knapp 300 Mobilfunkbetreibern weltweit mit 3G-Netzen wird kaum jemand an der Investition vorbeikommen. Denn der Webzugang wird mobil. "Im Jahr 2013 werden von den etwa 3,5 Milliarden Breitbandnutzern weltweit rund 80 Prozent mobil auf das Internet zugreifen", so ein Ericsson-Sprecher.

Die neue Technik könnte zudem dafür sorgen, dass Gebiete ohne schnellen Internetanschluss Zugänge erhalten. "Mit LTE als Mobilfunktechnik der nächsten Generation können auch ländliche Regionen schnell mit Breitbandinternetzugängen versorgt werden", so Hartmut Kremling, Geschäftsführer Technik bei Vodafone Deutschland. Voraussetzung sei die zügige Versteigerung zusätzlicher Frequenzen im kommenden Frühjahr, so der Manager.

Auch Handyhersteller müssen neue Geräte entwickeln, die LTE-tauglich sind. "Die werden wir aber erst in zwei bis drei Jahren sehen", sagte Steffen Grosch, Produktmanager bei dem Handyhersteller Sony Ericsson.

FTD

Kommentare (0)

    Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

    Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
    Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

    Partner-Tools