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Der Kampf gegen Whatsapp

Die SMS wird weiter zu Grabe getragen: Im Kampf gegen neue Handy-Dienste wie Whatsapp setzen Vodafone und die Telekom jetzt auf den Nachfolger Joyn. Doch Experten sind skeptisch.

  Der SMS-Nachfolger Joyn soll bis Ende des Jahres auf Mobiltelefonen zu finden sein

Der SMS-Nachfolger Joyn soll bis Ende des Jahres auf Mobiltelefonen zu finden sein

WhatsApp, Skype oder iMessage - für den schnellen Austausch von Mitteilungen über das Handy nutzen immer mehr Menschen kostenlose Datendienste statt SMS. Die Kurznachrichten haben den Mobilfunkanbietern in Deutschland jahrelang Milliardenumsätze beschert. Die Ära der SMS neigt sich aber jetzt langsam dem Ende zu. Die Deutsche Telekom und Vodafone reagieren auf die Entwicklung und werben auf der Berliner Technik-Messe IFA für den SMS-Nachfolger Joyn.

Joyn liefert neue Geschäftsmodelle

Die Umsätze mit SMS in Deutschland sind nach einer Erhebung der Münchener Beratungsgesellschaft Mücke Sturm & Company seit 2006 von jährlich 3,8 auf 2,7 Milliarden Euro zurückgegangen. In anderen Ländern wie den Niederlanden ist der Rückgang noch rasanter. Genutzt wird SMS zwar weiter, inzwischen müssen aber viele Kunden nicht mehr für jede Mitteilung zahlen, weil die Nutzung oft schon in den Tarifen mit enthalten ist. "Die SMS wird sicherlich nicht ganz verdrängt, aber für die Netzbetreiber sind die Margen dahin", sagt Berater Jens Gutsche, der auch an der Hochschule Merseburg Professor für Marketing und E-Commerce ist. Mit Joyn werden nun neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Für Vodafone gab der neue Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum den Startschuss. "Wir führen das jetzt ein, ich habe das gestern selbst heruntergeladen", sagte er auf der IFA. Die Anwendung sei ein "Zukunftsdienst für Messaging, für Videoanrufe, letztlich auch für Voice over IP", erklärte der Manager. Zunächst nur für Android- Smartphones verfügbar, soll es die Joyn-Software auch bald fürs iPhone und Windows-Phones geben. Die Telekom kündigte in Berlin an, den Dienst im Dezember einzuführen.

Geringe Verbreitung hemmt Start

Über RCS-e (Rich Communication Suite-enhanced) - wie der technische Standard für Joyn heißt - können Nutzer nicht nur Textmitteilungen austauschen, sondern auch Dateien verschicken oder sich zu Videokonferenzen treffen. All das wird übers Internet abgewickelt, benötigt wird also ein Datentarif fürs Smartphone. Ein weiterer Pluspunkt: Die Technik soll Kommunikationspannen wegen schlechter Verbindungen von vornherein verhindern: "Joyn erkennt Bedingungen wie die Qualität der Netzverbindung des anderen Gerätes und passt sich daran an", erklärt der Verband der Mobilfunkanbieter (GSMA), der den Standard entwickelt hat. All das soll unabhängig vom Betriebssystem und Netzanbieter funktionieren.

Hauptproblem für den Start von Joyn ist die derzeit noch geringe Verbreitung. Doch Telekom-Manager Kobus Smit ist davon überzeugt, dass der Dienst bald auf allen neuen Geräten zu finden ist. Neun der zehn größten Hersteller hätten bereits erklärt, den Dienst tief in ihre neuen Smartphones zu integrieren. Wer schon ein Gerät hat, kann sich mit einer App behelfen. Das gilt auch für iPhone-Nutzer - Apple ist derzeit nicht dabei. "Joyn soll der gemeinsame Nenner für Kommunikations-Apps werden", sagt Smit, der bei der Telekom für den Dienst zuständig ist.

Keine Chance gegen Whatsapp

Marktbeobachter Gutsche ist skeptischer. "Joyn ist technisch gut gemacht, und glaube dass dieser Dienst eine gewisse Verbreitung bekommen wird. Aber das Game ist durch. WhatsApp ist etabliert, und es kann bei solchen Diensten immer nur einen geben." Chancen für Joyn gebe es am ehesten bei der professionellen Nutzung, da Joyn den Bedürfnissen der Unternehmen nach garantierter Netzqualität und Sicherheit entgegen komme.

Beim Geschäftsmodell setzen die Netzbetreiber auf einen Mix: Bei der Deutschen Telekom etwa sind Chat und Dateitransfer für Kunden mit Komplettpaketen für SMS und Datenübertragung kostenlos, für Videotelefonate verlangt das Unternehmen nach einer Einführungsphase Geld. Auch Vodafone erwägt ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem die Grundfunktionen gratis, Extras wie eine gesicherte Übertragungsqualität dagegen kostenpflichtig sein sollen.

Die Vermarktung des Dienstes an andere Unternehmen könnte den Netzbetreibern eine weitere Umsatzquelle erschließen. Dafür werden die Programmierschnittstellen (API) offengelegt. Ein Beispiel: Ein Call Center könnte die Probleme der Kunden besser lösen, wenn dieser mit Live-Bildern zeigt, wo es hakt. "Wir bieten einen Mehrwert, das ist die Basis für ein Geschäftsmodell", sagt Smit.

"Wir müssen den Nutzern zeigen, dass Joyn mehr als WhatsApp ist", betont Smit. Bis dahin ist ein weiter Weg: Der in Kalifornien ansässige Betreiber von WhatsApp liefert nach eigenen Angaben täglich sechs Milliarden Mitteilungen aus.

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