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28. September 2009, 09:11 Uhr

Verfluchte Suche auf dem heiligen Berg

Der Berg ruft: "Cursed Mountain" ist ein Survival-Trip auf dem Dach der Welt, der einem manchmal das Blut in den Adern gefrieren lässt. Aber was tut man nicht alles für seinen Bruder ...

Zoom
Wii, Cursed Mountain, Videospiel, Games

© Sproing Interactive Media/Koch Media

Spieleentwicklung 2.0: Rund 150 Designer, Programmierer, Animationsexperten und Grafiker arbeiteten am Wii-Titel "Cursed Mountain" - hauptsächlich über das Internet, koordiniert vom 15-köpfigen Team Deep Silver Vienna. Das will mit seinem Action-Adventure hoch hinaus. Der Überlebenskampf ist nicht nur auf dem Dach der Welt angesiedelt, sondern tritt auch den Beweis an, dass gute Horror-Spiele nicht zwangsläufig den Namen "Resident Evil" tragen müssen.

"Cursed Mountain" beginnt als Rettungsaktion in einer menschenleeren Stadt auf 5.200 Meter Höhe und wandelt sich schnell zum unheimlichen Survival-Trip, der einem manchmal das Blut in den Adern gefrieren lässt. Schauplatz der Schauermär ist der Chomo Lonzo - ein Felsmassiv im Himalaya, das nicht nur mithilfe von Satellitenaufnahmen und -Daten virtuell nachgebaut wurde, sondern sich auch die meiste Zeit über komplett im Arbeitsspeicher der Wii befindet. Bedeutet: Schon am Fuße des Fast-8.000ers erkennt man ein altes, verlassenes Kloster, das man erst nach Stunden erreichen wird. Und wer nach strapaziösem Aufstieg den Gipfel erklimmt, wird mit einem fantastischen Ausblick belohnt, der die übrige Grafik ein wenig in den Schatten stellt.

Doch bis es so weit ist, hat der Held Eric Simmons auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder nicht nur mit Sauerstoffmangel, Schneestürmen und gefährlichen Abgründen zu kämpfen, sondern auch mit jeder Menge schrecklicher Visionen, ruheloser Geister und rachsüchtigen Dämonen. Schnell wird ihm und dem Spieler klar: Dieser Berg ist nicht heilig, sondern verflucht. Und das mächtige Artefakt, das Erics Bruder dort oben zu finden hoffte, könnte das Ende der Welt besiegeln.

Verflucht heilig

Um in der Todeszone zu überleben, greift Eric beherzt zu einem magischen Eispickel und jeder Menge Räucherstäbchen, die seine Gesundheit an Schreinen wieder auf Vordermann bringen. Heilige Gebetsrituale des Buddhismus, die mit der Wiimote nachgeahmt werden wollen, bescheren untoten Mönchen, Sherpas und monströsen Bossgegnern ewigen Frieden. Aber auch im Kletteralltag kommen die bewegungssensitiven Controller rege zum Einsatz. An Steilhängen wird das Einschlagen des Eispickels simuliert, auf schmalen Stegen muss mit der Wiimote sachte balanciert werden.

Klar, für Kurzweil sorgt die Action. Doch die Atmosphäre ist das eigentliche Highlight von "Cursed Mountain". Wenn dem Spieler Wind und Schnee um die Ohren peitschen, macht sich ein Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit breit. Hinzu kommt, dass die Geschichte geschickt aus tibetanischen Mythen, Bergsteigerdramatik und Horror-Anleihen zusammengeflochten wurde. Es geht um Fels gewordene Göttinnen, Hinterlassenschaften weiser Mönche, sogenannte Termas, und am Ende gar um das ewige Leben.

Zäher Aufstieg auf den ersten Metern

Allerdings sind die ersten Höhenmeter auf dem "Cursed Mountain" zäh, was unter anderem der trägen Steuerung geschuldet ist. Vor allem, wenn Eric sein drittes Auge bemüht, um in die Geisterwelt zu blicken, hat man mehr mit der Kamera als mit den bösartigen Schattenwesen zu kämpfen. Aber mit der Zeit bekommt man die Steuerung in den Griff, trifft weitere Figuren und erhält dank zahlreicher Tagebucheinträge und versteckter Manuskripte einen immer tieferen Eindruck in die Mythologie des Himalayas. Wii-Spieler ab 16 Jahren dürfen schon mal den Wanderrucksack packen - der Berg ruft!

Cursed Mountain
Hersteller/Vertrieb Sproing Interactive Media/ Koch Media
Genre Action-Adventure
Plattform Wii
Preis ca. 40 Euro
Altersfreigabe ab 16 Jahren
Gerd Hilber/Teleschau
KOMMENTARE (1 von 1)
 
woris (28.09.2009, 19:42 Uhr)
spiel
Ist ja schön und gut.Nur wenn man mit vielen Geistern zu tun hat wird es schnell hecktisch.Irgenwann hängt man als Nichtprofigamer fest und verliert die Lust.
Schnell ausweichen oder Laufen ist nicht möglich.Man steht sich oft genug selber im Weg.Drehungen zu langsam.Ei wo ist denn der böse Geist schon wieder hin?
Hinter dir.Schade um die Idee.


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