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Er ist der älteste aktive Schauspieler der Welt, aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Am Mittwoch feiert Johannes "Jopie" Heesters mit einer großen Party seinen 104. Geburtstag.
Im Königreich Saudi-Arabien gilt die Scharia, das islamische Gesetz. Die Untertanen zahlen keine Steuern und Shoppen gilt als der schönste Zeitvertreib. Zara, Gucci, edle Dessous - alles gibt es in den Luxus-Malls. Nur keine Umkleidekabinen für Damen.
Neu für alle, die sich bei der Arbeit nicht genug abstrampeln, um Pfunde zu verlieren: die "Walkstation" - ein Schreibtisch, der das Büro zum Fitness-Center macht. Neulich war ich zu Fuß im Silicon Valley unterwegs. So etwas tut man nicht. Ich kam mir vor wie der Frosch in "Frogger", dem Videospiel, bei dem es darum geht, den kleinen Quaker über eine mehrspurige Autobahn zu lenken, ohne dass es "patsch!" macht. Wie jeder US-Tourist weiß, ist das Leben hier drüben weitgehend auf Autos ausgerichtet: Außerhalb von Städten wie New York, Boston oder San Francisco bewegt der Mensch sich vorwiegend auf vier Rädern vorwärts - und sofern man sich überhaupt anderweitig bewegt, zahlt man kräftig Geld für den Mitgliedsbeitrag zum Fitness-Center. 15 Milliarden Dollar nehmen Trimm-dich-Ketten Jahr für Jahr ein, und dennoch gelten zwei Drittel aller Amerikanerinnen und Amerikaner als übergewichtig, 30 Prozent sogar als "obese", also als klinisch fettleibig. Das kann nur daran liegen, dass die Leute keine Zeit finden, sich in ihrem hektischen Alltag vom Fleck zu bewegen, sagt sich der Büromöbel-Hersteller Steelcase. Die Firma aus Grand Rapids in Michigan, Heimatstaat der Autometropole Detroit, hat einen Schreibtisch entwickelt, an dem man arbeiten und sich abstrampeln kann, ohne ein Stück voranzukommen. Zugegeben, so etwas mag öfter vorkommen, aber bei der "Walkstation" ist das Auf-der-Stelle-Treten Absicht und soll gut für Geist und Körper sein: Das Gerät kombiniert einen höhenverstellbaren Arbeitsplatz mit einem Laufband. Es gibt eine Monitor-Halterung und Kabelschächte, damit sich beim Anpassen der Höhe nichts verfängt. Das Tempo der Tretmühle lässt sich stufenlos zwischen Schnecke und gemütlichem Spaziergang einstellen, die Spitzengeschwindigkeit beträgt zwei Meilen pro Stunde, etwa 3,2 km/h. Das klingt nicht unbedingt viel - die meisten Menschen gehen schneller (wenn sie gehen). Aber der Gedanke bei dem neuartigen Schreibtisch ist ja nicht Fortbewegung, sondern eine neue Form des WWW: "Working While Walking." Also arbeiten, während man sich die Füße vertritt. Schon bei halber Geschwindigkeit lassen sich 100 Kalorien pro Stunde verbrennen, hat der Medizinprofessor James Levine von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, errechnet, auf dessen Forschung die Walkstation zurückgeht. Ein Display an der Schreibtischplatte zählt fleißig mit, wie weit man schon gelaufen ist und wie viele Kalorien das gekostet hat - so weiß man gleich, wie groß die Tüte Chips am Abend sein darf. Mir ist die Walkstation vorige Woche bei der "D: All Things Digital"-Konferenz begegnet, wo sie diverse Teilnehmer anlockte, die das Gerät ausprobieren und - in manchen Fällen - gleich ihre Kreditkarte auf den Tisch legen wollten. "Ich hätte mindestens 15 Stück verkaufen können", erzählte Steelcase-Managerin Tamara Stauffer. Bestellungen nimmt die Firma allerdings nur via Händler oder auf ihrer Webseite entgegen. Laut Stauffer sind seit Januar gut 450 Trimm-dich-Schreibtische verkauft worden, obwohl sie mit einem Preis von 6.500 Dollar (etwa 4200 Euro) nicht gerade als Schnäppchen gelten können. "Die Begeisterung ist groß", sagte die gertenschlanke junge Dame. Überzeugungsarbeit koste nur die Frage: "Kann ich wirklich arbeiten, während ich gehe?" Um das auszuprobieren, bin ich selbst auf das Laufband geklettert. Als halbwegs geübter Spaziergänger aus der Hügelstadt San Francisco dachte ich, gemächliche zwei Meilen pro Stunde ließen sich bequem schaffen. Aber die Beine verlangten dann doch mehr Aufmerksamkeit, als für Arbeit nützlich wäre - selbst wenn es nur um ein paar Mausklicks im Internet ginge. Am Ende pendelten sich meine Schritte bei etwas über einer Meile ein (knapp 2 km/h), und nach einigen Minuten musste ich mir tatsächlich keine Gedanken mehr über das Laufband unter meinen Füßen machen. "Es sollte so sein, wie wenn Sie durch ein Zimmer gehen", erklärte Stauffer, "ohne dass Ihnen jeder Schritt bewusst wird." Bei Davis Masten klappte das weniger gut. "Das Laufband ist ungefähr halb so schnell, wie ich normalerweise gehe", klagte der Silicon-Valley-Investor und Stanford-Professor, hier dabei zu sehen, als er nach mir die Walkstation ausprobierte. "Es lenkt mich ab, dass ich langsamer gehen muss als gewohnt." Kein potentieller Kunde also. Aber als durchtrainierter Läufer gehört Masten ohnehin nicht zur Zielgruppe. Es geht ja um Leute, die schon ins Schwitzen kommen, wenn sie nur an Sport denken. Eben Menschen wie mich. Dabei kann es schließlich keinen Zweifel geben, dass Bewegung gut tut - nicht nur der Taille, auch dem Kopf. "Das Gehirn bekommt mehr Sauerstoff", erläuterte Stauffer, "es wird besser durchblutet, und Schadstoffe werden weggeschwemmt." Zu dumm, dass weder in meiner Wohnung noch in meinem Budget Platz ist für die Walkstation. Jetzt ist auch dieser Text wieder im Sitzen entstanden.
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