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Kollateralschaden

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EU-Gipfel in Brüssel
EU-Gipfel in Brüssel
Euro-Rettung mit schwerem Kollateralschaden

Der Euro wird nicht untergehen, aber die Krise ist nicht vorbei. Der Gipfel hat Europa gespalten - dank Großbritannien.

Boni-Profiteur Andrew Hall
Boni-Profiteur Andrew Hall
"Ich bin ein Kollateralschaden"

Die Empörung über Manager-Boni in den USA hält an. Mitten drin in der Debatte: der Ölhändler Andrew Hall, der von der mit Steuergeldern geretteten Citigroup-Bank einen Bonus von 100 Millionen Dollar erhalten haben soll. Er selbst kann die Aufregung nicht verstehen und rechtfertigt sich im stern.

Sprache der Politik (I)
Sprache der Politik (I)
Jamie Shea und der Kollateralschaden

Zivile Opfer nennt man im Militärjargon "Kollateralschäden". Jamie Shea, ehemaliger Nato-Sprecher, machte den Begriff während des Kosovokrieges populär - was er heute bereut.

"Kollateralschaden"
US-Rakete soll syrischen Bus getroffen haben

Eine US-Rakete soll in der Nähe der irakischen Grenze einen syrischen Bus getroffen haben. Dabei seien fünf Menschen getötet und zehn verletzt worden, berichtete am Montag die syrische Nachrichtenagentur.

"AAA"-Staaten unter Druck
Europa zittert vor der Kernschmelze

Die Krise frisst sich durch Europa und greift Staaten an, die bis eben als gesund galten. Eine Waffe gibt es noch: die geldpolitische Bazooka der EZB. Ihr Einsatz aber ist gefährlich.

Malcom Graves - Der Gesetzlose
"League of Legends" erhält neuen Spielcharakter

Riot Games hat einen neuen Helden zu seinem beliebten Computerspiel "League of Legends" hinzugefügt. Bei Malcom Graves handelt es sich um einen Banditen und Revolverhelden.

Nach den Unruhen in Großbritannien
Nach den Unruhen in Großbritannien
Blubbern in der Volxküche

Der Aufruhr in Großbritannien bringt deutsche Anarchos in Erklärungsnot. Bambule ist natürlich immer gut. Bloß: Einfach Flatscreens zu klauen, ist das schon eine Revolution?

"Männer sind peinlich - Frauen manchmal auch" im Stadion
Wer hat Angst vor Mario Barth?

Kritiker hassen ihn, das Publikum liebt ihn. Deshalb geht er jetzt auf Stadiontour. Ist Mario Barth apokalyptischer Reiter des untergehenden Abendlandes oder harmloser Komödiant mit sozialer Störung?

Und jetzt ... Django Asül
Und jetzt ... Django Asül
Die SPD enteiert sich zu Ostern selbst

Kurz vor Ostern sind alle verplant: Optimaler Zeitpunkt für den Eiertanz mit Sarrazin, dachte sich die SPD. Und enteierte sich schnell und leise selbst.

Schöne neue Welt
Blog "Schöne neue Welt"
Löcher im System

WikiLeaks möchte die Welt offener und ehrlicher machen ? doch passieren könnte genau das Gegenteil. Es ist verlockend, in WikiLeaks-Gründer Julian Assange einen Robin Hood des Digitalzeitalters zu sehen: einen Kämpfer für das Gute, der Schandtaten der Mächtigen aufdeckt, sich stellvertretend für uns alle in die Schlacht mit den Allgewaltigen wirft und keine Scheu hat, für seine hehren Ziele viele Jahre im Gefängnis zu riskieren. Wer ? außer den Verantwortlichen ? könnte auch etwas dagegen haben, wenn WikiLeaks etwa aufdeckt, dass das US-Militär in Bagdad ganz bewusst auf Zivilisten schoss , nur um anschließend zu beteuern, es habe sich um eine bedrohliche Kriegssituation gehandelt, der unglücklicherweise zwölf Menschen zum Opfer gefallen seien? Natürlich ist es gut und wichtig, dass solche Dinge ans Licht kommen ? je früher desto besser. Problematischer wird es für mich bei anderen Beispielen: Die jüngsten Enthüllungen, die aus gut 250.000 diplomatischen Dokumenten stammen, enthalten reichlich Material, bei dem man sich fragen muss, ob es nicht verantwortlicher gewesen wäre, es unter Verschluss zu halten. Kann es wirklich gut sein, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il, der mit Atomwaffen hantiert, dank Wikileaks erfährt, wie wenig er in Wahrheit auf die Unterstützung seiner vermeintlichen Freunde in Peking zählen kann? Wenn Kim nun zu dem Schluss käme, ihm bleibe nur die Flucht nach vorn ? weitere Militäraktionen, die womöglich in einem Krieg enden: Was dann? Ist das ein ?Kollateralschaden?, wie Militärs sagen würden; bedauerlich, aber etwas, das man hinnehmen muss, um sein Ziel zu erreichen? ? Die WikiLeaks-Enthüllungen könnten den Lauf der Geschichte verändern ?, schreibt das Magazin TIME in einer lesenswerten Analyse . Beispiele wie Nordkorea zeigen, welch enorme Verantwortung Assange und seinen WikiLeaks-Mitstreitern zukommt. Bisher vermisse ich Zeichen, dass der von vielen verehrte Online-Freiheitskämpfer sich dessen tatsächlich bewusst ist. Assange gefällt sich darin, Politiker und Wirtschaftsbosse herauszufordern und pauschal zu verurteilen. Das ist ja auch leichter, als in der Grauzone zwischen Gut und Böse einen verschlungenen Weg zu finden, der sicherstellt, dass die wohlmeinenden Absichten keine ungewollten Konsequenzen haben. Doch selbst wenn WikiLeaks klare Richtilinien definieren würde, was veröffentlicht wird und was nicht ? es wird Nachahmer geben, die auf solche Grundsätze pfeifen. Wahrscheinlich wird es sogar Nachahmer geben, die das Konzept auf andere Dinge anwenden, womöglich mit einem Geschäftsmodell dahinter: Geheimes gegen Bares. Jedes Unternehmen bemüht sich, interne Informationen vor der Öffentlichkeit und dem Blick der Konkurrenz zu schützen. Das ist auch völlig legitim, solange alles mit rechten Dingen zugeht. Und doch will natürlich jeder wissen, was der andere treibt. Das WikiLeaks-Prinzip ließe sich leicht darauf anwenden: ein geheimer Briefkasten, der sammelt, was vergrätzte Mitarbeiter loswerden möchten, um anonym ihrem Boss oder Arbeitgeber eins auszuwischen. Schon sitzt der Sammler auf einem Schatz an Informationen, die ein Vermögen wert sind. (Vielleicht passiert das längst, und ich Naivling habe es bloß nicht mitbekommen.) Natürlich gibt es auch in der Wirtschaft reichlich Fälle, in denen Indiskretion ausdrücklich erwünscht ist: Wenn ein Unternehmen wie Enron systematisch Anleger betrügt, kann eine anonyme Anlaufstelle für Informanten, die Alarm schlagen wollen, nur gut sein. Diese Funktion erfüllt zwar auch die Presse. Doch vielen dürfte es leichter fallen, mit ein paar Mausklicks Dokumente an eine Website zu schicken, als persönlich mit Reportern Kontakt aufzunehmen ? was in der Regel bedeutet, dass man sich zu erkennen geben muss. Tatsächlich hat Assange bereits verkündet , dass WikiLeaks einen Haufen brisanter Dokumente über US-Banken und ihr Verhalten in der Wirtschaftskrise hortet. Anfang 2011 soll es die nächsten explosiven Enthüllungen geben. Schön wär?s, wenn die Beteiligten am Ende ihr Verhalten zum Besseren ändern würden ? bloßgestellt, geläutert, innerlich gereinigt und reformiert. Doch in Wahrheit, fürchte ich, wird etwas anderes passieren: Organisationen, die sich angegriffen fühlen, neigen eher dazu, sich einzuigeln und abzuschotten, statt sich grundlegend zu ändern. Das gilt für Unternehmen genau wie für Regierungsstellen. Sie werden noch stärker als bisher versuchen, Geheimes geheim zu halten, mit allen Mitteln. In etlichen Firmen werden die Bosse nun auf WikiLeaks schauen und sich fragen: Was können wir tun, damit uns so etwas nicht auch passiert? Das Resultat könnte sein, dass künftig jeder Mausklick im Büro, jeder Mausklick auf dem Firmenlaptop registriert und ausgewertet wird. Möglich ist das schon jetzt, aber in den meisten Fällen stehen Aufwand und gefühlte Gefahr in keinem Verhältnis zueinander. Das muss nicht so bleiben. Vielleicht täusche ich mich, vielleicht ebbt die Aufregung um WikiLeaks schnell wieder ab, und es finden sich weniger radikale Wege, Vertrauliches von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Klar ist für mich, dass die Mächtigen in Politik und Wirtschaft sich nicht so leicht geschlagen geben werden. Sie werden sich wehren, um ihre Interessen zu wahren. Hier in den USA vergleichen viele Konservative Julian Assange und WikiLeaks mit Al Kaida und Terroristen ganz allgemein. Eigentlich ein absurder Gedanke, denn es geht WikiLeaks ja nicht darum, blindwütig Angst und Schrecken zu verbreiten oder gar Menschenleben zu fordern. Und doch besteht die Gefahr, dass die Reaktion auf die Enthüllungen ähnlich ausfallen wird wie bei der Terror-Bekämpfung: neue Eingriffe in unsere Privatsphäre, vorgeblich zum Schutz der Allgemeinheit. Oder auch nur von Geschäftsgeheimnissen. Mir zumindest reicht es, am Flughafen durchleuchtet zu werden ; ich mag mir nicht vorstellen, in einer Welt zu leben, in der es plötzlich ganz normal ist, auf Schritt und Tritt, auf Klick und Klick durchleuchtet zu werden. Immerzu und überall. Weil angeblich nur so die ?nationale Sicherheit? und die Interessen der Arbeitgeber gewährleistet werden können. Nachtrag: Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Kurz noch mal zur Klarstellung: Es geht mir nicht darum, absolute Geheimhaltung zu predigen oder WikiLeaks generell zu verteufeln. Der entscheidende Punkt ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Informationen ? und da verhalten sich Julian Assange und seine Mitstreiter aus meiner Sicht bisher nicht übermäßig vertrauenerweckend. Wenn WikiLeaks etwa d ie Sozialversicherungsnummern von US-Soldaten veröffentlicht, wem ist damit gedient? In den USA ist diese Zahlenfolge oft der Zugangsschlüssel zu hoch sensiblen privaten Informationen, inklusive Bankkonten (nicht allein, aber in Kombination mit relativ leicht zugänglichen weiteren Daten). Ähnlich muss WikiLeaks sich fragen lassen, welchen Sinn es hat, die Bauanleitungen von Geräten ins Netz zu stellen, mit denen US-Soldaten in Afghanistan Bomben entschärfen. Wahrscheinlich dient es vor allem jenen, die diese Sprengsätze bauen: So wissen sie, was sie ändern müssen, damit die Bomben tödlich bleiben ? nicht nur für Soldaten, sondern auch für Zivilisten, die das Pech haben, zwischen die Fronten zu geraten. Ja, wahrscheinlich ist es eh möglich, sich solche Informationen zu beschaffen. Aber WikiLeaks macht es plötzlich kinderleicht. Offenbar, ohne sich groß um die Folgen zu sorgen. Assange selbst hat gegenüber dem New Yorker-Magazin erklärt, es könne passieren, dass WikiLeaks-Mitarbeiter bei Gelegenheit "Blut an den Händen" hätten. Das ist für mich die Sprache von Aktivisten, nicht von Journalisten. Es zeugt eben nicht von Besonnenheit und ruhigem Abwägen. Mir geht es auch nicht darum, Wirtschaftsbosse und Politiker zu verteidigen, die Informationen mit allen Mitteln der Öffentlichkeit vorenthalten wollen. Meine Sorge ist: Die Bemühungen, Geheimnisse zu wahren, werden weit drastischer ausfallen als bisher, und am Ende leiden wir alle darunter. Für  eine andere Perspektive zum Thema WikiLeaks empfehle ich den Blogeintrag meines Kollegen Hans-Joachim Tillack , der lesenswert eine Gegenposition zu meinen Argumenten bezieht.

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