29. Juni 2012, 17:40 Uhr

In Köln hagelt es Absagen

Immer mehr namhafte Spieleentwickler sagen ihren Auftritt auf der GamesCom in Köln ab, die laut Medienberichten große Verluste macht. Droht der Messe das Aus?

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Voll, voller, Gamescom: Eine Viertelmillion Besucher werden erwartet - trotzdem wollen immer mehr Hersteller der Messe fernbleiben©

Microsoft, Nintendo, Sega, THQ - die Liste der Videospielentwickler, die der Kölner Messe GamesCom im August fernbleiben werden, wird immer länger. Trotzdem steigt die Ausstellungsfläche laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in diesem Jahr um 15 Prozent auf 140.000 Quadratmeter, die Zahl der Aussteller legt gar um 20 Prozent zu und wächst auf 370 Unternehmen, die aus mehr als 30 Ländern kommen.

Trotz der Absagen einiger großer Aussteller sehen sich die Macher der Computerspielemesse Gamescom in Köln auf Kurs. "Die Absagen beziehen sich ausschließlich auf das Jahr 2012", betonte die Geschäftsführerin der Koelnmesse, Katharina Hamma. Sie gehe fest davon aus, dass die abgesprungenen Branchenriesen im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.

Verlustbringendes Geschäft?

Mindestens eine Viertelmillion Besucher werden erwartet, der bisherige Ticketverkauf läuft laut Veranstalter sehr gut. Doch ein Bericht von "Bild" schürt Zweifel: Demnach bezeichnet ein interner Prüfbericht die Kölner Messe als "verlustbringendes Geschäft", das ein Minus von 565.000 Euro verursacht hat. Außerdem werde empfohlen, "die strategische Notwendigkeit der defizitären Veranstaltung zu prüfen". Zudem sollen sich einige Aussteller über hohe Standmieten und Unterbringungskosten beklagt haben.

Der Umsatz mit Computer- und Videospielen in Deutschland ist 2011 nach Angaben des Branchenverbands BIU um 3,5 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro gestiegen. Vor allem Online- und Browsergames hätten stark zugelegt, sagte BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk. Für 2012 erwarte er insgesamt eine Absatzsteigerung von 6 Prozent, für eine Umsatzprognose sei es noch zu früh. Die Gamescom werde alle aktuellen Markttrends abbilden, sagte Schenk. Dazu gehörten unter anderem plattformübergreifendes Spielen sowie Social Media und Web 3.0. Ein Schwerpunktthema soll dieses Mal Mobile Gaming sein.

cf/DPA
 
 
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