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In Stuttgart steht der Nazi-Propagandafilm "Jud Süß" auf dem Programm, die Vorstellungen sind restlos ausgebucht. Grund zur Sorge? Nein. Ein Museum bemüht sich, das antisemitische Hetzwerk von 1940 zu enttarnen und den Missbrauch des Mediums Film in der NS-Zeit zu erklären.
Wie kann man Fan-Gewalt bekämpfen? TV-Moderator Frank Plasberg musste feststellen: Dem deutschen Fußball ist momentan wohl nicht zu helfen. Und dann zündete ein Gast auch noch Bengalo-Feuer.
Der Umgang der Ukraine mit Julia Timoschenko erzürnt den Westen. Nun überlegt Angela Merkel die Fußball-EM zu boykottieren. Die findet in einem Land statt, das kurz vor der Diktatur steht.
Die Verleihung der Deutschen Computerspielpreise wird von einer politischen Kontroverse überschattet: Die Unionsfraktion wendet sich gegen die Nominierung des Ego-Shooters "Crysis 2". Das stößt auf Kritik - auch in den eigenen Reihen.
Die Kritik war hart. Dennoch nahm Skandal-Rapper Bushido am Donnerstagabend sein Bambi für Integration in den Arm. Das Publikum klatschte brav Beifall, allein die Band Rosenstolz bezog Stellung.
Parteichef Rösler bemüht Vergleiche mit Hannover 96 und macht auf Europäer. Doch in der Partei sitzt die Wahlschmach tief. Wichtigstes Stilmittel des Liberalen von heute: Galgenhumor.
Christoph Maria Herbst reiht sich als neuer Fernsehkommissar Kreutzer ein in die Riege verschrobener Ermittler, übertrifft diese aber an Boshaftigkeit bei weitem. Das Problem: Die Masche wirkt schnell öde.
Zum Tag der Deutschen Einheit liefert sich die Politik einen Redner-Wettstreit. Präsident Wulff läuft Gefahr, dass seine Rede zwischen denen von Joachim Gauck und Bundestagspräsident Lammert untergeht.
In 100 Jahren wird sich niemand mehr an die NRW-Wahl erinnern. An "Scheidewege" für Europa auch nicht. BP hat die Losung der Woche ausgegeben: Et hätt noch immer jot jegange. Zeit für den Abwasch.
Wenn man einen Menschen genau von vorne betrachtet, macht das Gesicht nur ca. 5 % der Gesamtfrontfläche aus. Somit ist Porträtfotografie beinahe schon etwas wie Körperdetails ablichten. Aber dieses entscheidende Zwanzigstel ist irgendwie auch der individuellste Teil von uns. Die Zweifler werden sagen, dass Hände, Füße, Hintern oder sonst was auch bei jedem anders aussehen. Losgelöst vom Ganzen muss man schon wirklicher Insider sein, um jemanden allein am Fuß oder gar Ellenbogen zu erkennen. Beim Gesicht fällt uns das bereits nach ein paar Wochen als Neugeborener nicht mehr schwer. Neben der reinen individuellen Charakterisierung ist das Gesicht – neben der eigentlichen Körperhaltung – das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Gefühlsregungen non-verbal zu kommunizieren. Und genau das macht es so spannend, Gesichter zu fotografieren. Mich hat mal jemand gefragt, wie man es hinbekommt, Menschen so zu fotografieren, wie ich es bisweilen tue. Ob das nicht doch sehr intim sei usw. Natürlich gehört ein gewisses Maß an Vertrauen dazu, wenn ein Mensch sich einem unter Umständen fremden Menschen gar nackt zeigt. Was das etwas relativiert, ist der Fakt, dass der- oder diejenige das ja wissentlich macht und deswegen dann auch nicht so überrascht ist, wenn dann jemand da tatsächlich mit einer Kamera anwesend ist. Für mich viel intimer ist es, von jemandem ein „echtes“ Porträt zu machen. Dazu muss ich teilweise näher als mitteleuropäische Zwischenmenschdistanz an die Person heran. Unser Intimbereich liegt da nämlich eigentlich ca. auf Armeslänge als gedachter „Luftraum“ um uns herum. Und in den dringe ich quasi ein. Zum einen bedingt durch die Wahl des Objektives (50mm) und zum anderen vornehmlich, um aus der Nahdistanz heraus nichts anderes als die betreffende Person bzw. deren Gesicht im Bild zu haben. Und das erfordert viel mehr gegenseitiges Vertrauen und Intimität jemanden in die Nähe des eignen Gesichtes zu lassen als beispielsweise eher anonym den Hintern in Richtung Kamera zu strecken. Aber das Ganze funktioniert auch nicht richtig, wenn man sich die ganze Zeit hinter seiner Kamera versteckt. Eigentlich baut man mit der Person unmittelbaren Blickkontakt auf, plaudert, diskutiert, flirtet oder scherzt und im passenden Moment hält man die Kamera einfach dazwischen. Klingt einfacher als es ist? Stimmt! Aber wie man dies Problem löst, will ich ein wenig später erläutern. Jetzt möchte ich erst einmal klären, was mit „Porträt“ eigentlich gemeint ist. „Gesicht im Bild.“Ist doch klar, oder? Ja. Und auch Nein. Also irgendwie beides. Aber nicht nur. Aber alles hübsch der Reihe nach. Wenn man der allgemeinen Lehrmeinung Glauben schenken darf, ist ein Porträt in erster Linie eine künstlerische Darstellung einer Person. Da aber ein wichtiger Schwerpunkt dabei auch die Darstellung der Persönlichkeit einer Person ist wird dies durch die Bedeutung der Mimik im Bild zum Ausdruck gebracht. Ausschnitt und Haltung sind dabei im Wesentlichen Stilmittel, um Charaktereigenschaften zu symbolisieren und die Bildwirkung zu steuern. Von der Ganzfigur über das Kniestück, Hüftbild, Halbfigur, Brust- und Schulterstück bis hin zum reinen Kopfbild erfüllt alles die Definition des Porträts, auch wenn einiges klingt als stamme es eher aus der kleinen Schlachter-Fibel als aus einem Kunstlexikon. Bei der Haltung trennt man die Frontalansicht von Dreiviertel-, Halb- und Viertel und Vollprofil und dem sog. „verlorenen“ Profil, einer abgewandten Dreiviertelansicht von hinten. Und was heißt das ganze theoretische Gesummse nun für die „Alltagsfotografie“? Eigentlich nur, dass alles, wo ein Mensch im Bild ist, Porträt genannt werden darf. Sagt jedenfalls das Lehrbuch. Da man ja selten auf das hört, was der Lehrer sagt, bezieht sich der „Volksmund“ bei der Erwähnung des Wortes „Porträt“ dann eher auf das Gesicht. Und so halte ich es da auch. Was man jetzt nun mit dem scheinbar überflüssigen Wissen über Ausschnitte und Kopfhaltungen anfangen kann, zeige ich beim nächsten Mal. An weiteren Bildern. Bis demnächst in diesem Kino. Es grüßt der Papendieck.
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von Chiara Ludwig:
Was wird bei einem Rhetorik Training eigentlich geübt? Nur Sprechen? Oder auch Gestik und Mimik?
von moon_ice:
Gibt es ein gutes Buch über erzählerische Mittel, dass nicht zu viel Fachgesimpel enthält?
von Liam A:
Es gibt doch Kurse in denen man sprachliche Mittel zu nutzen lernt, um beispielsweise erfolgreicher zu Verkaufen. Hilft das wirklich?
Abwasch Activision Amoklauf Ausstellung Bernd Gäbler EM Geschlecht Hideo Kojima Integrationspreis Jud Süß Kreutzer Medienkolumne Rapper Rösler Sotirios Kyrgiakos Ukraine
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