Der Fledermausmann kehrt zurück

27. Oktober 2011, 13:09 Uhr

Zwei Jahre ist es her, dass Batman den Joker durch die Irrenanstalt von Arkham jagte. Jetzt kehrt der Fledermausmann in einem neuen Videospiel zurück, um Gotham City zu retten. Und das ist spannender als je zuvor. Von Christoph Fröhlich

Batman, Arkham City, Joker, Comic

Rund zwanzig Stunden dauert Batmans neuestes Abenteuer in "Arkham City"©

Gotham City ist in Gefahr. Mörder und Vergewaltiger ziehen durch die Straßen von Arkham City, einem riesigen Gefängnis im Herzen der Stadt. Unter ihnen alte Bekannte wie der Joker, Two-Face und der Pinguin, die um die Vorherrschaft kämpfen. Der Ausbruch der Irren steht kurz bevor. Die Bevölkerung ist nur durch ein mickriges Grenzgebiet geschützt, die Polizei machtlos. Nur einer kann die Stadt noch retten: Batman. Im neuen Videospiel "Batman: Arkham City" schlüpft der Spieler in die Rolle des schwarzen Rächers und versucht ein weiteres Mal, die Welt vor dem Bösen zu schützen.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Batman ist enttarnt und wird vom Gefängnisleiter Hugo Strange nach Arkham City verschleppt. Nur mit Mühe gelingt es dem Fledermausmann, sich zu befreien. Auf seinem Streifzug durch das Gefängnisviertel trifft er auf seinen Erzfeind Joker. Nach den Ereignissen des ersten Teils "Arkham Asylum" ist der geschwächt und liegt im Sterben. Oder ist das wieder nur ein Trick? Und was hat es mit dem mysteriösen "Projekt 10" auf sich, mit dem ganz Gotham City ausgelöscht werden soll? Mehr sei von der Handlung hier nicht verraten, denn die Geschichte des dunklen Ritters ist kinoreif inszeniert und spannend bis zur letzten Minute.

Die eigenwilligen Charaktere der Comicvorlage setzen die Hersteller Rocksteady Studios perfekt in Szene, sei es der wahnsinnige Mister Freeze oder der unberechenbare Joker. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Sprecher, allen voran "Star Wars"-Legende Mark Hamill, der dem Joker seine Stimme leiht. Mit Herz und Seele schreit, lacht und jammert er und sorgt für Gänsehaut beim Spieler. Doch auch die deutsche Version kann überzeugen: Fans der letzten beiden "Batman"-Filme werden die Synchronstimme von Christian Bale wiedererkennen. Unterlegt wird das Videospiel mit einem orchestralen Soundtrack, der das Kinofeeling weiter unterstützt.

Noch nie war Klettern schöner

Nicht nur der Sound ist atemberaubend, auch die Grafik ist ein wahrer Augenschmaus. Schlich sich Batman im ersten Teil noch durch eine verlassene Irrenanstalt, ist jetzt ein ganzer Stadtteil Schauplatz des Geschehens. Überall brennen Tonnen und flackert Neon-Werbung, die Schauplätze reichen von alten Fabrikgebäuden bis zu einem beeindruckenden Museum. Die ganze Stadt wirkt dreckig, alte Poster hängen an den Wänden und verstaubte Habseligkeiten liegen in den verlassen Wohnungen. Selbst der Kampfanzug des dunklen Ritters bekommt im Verlauf des Spiels Kratzer und Schrammen und verliert seinen anfänglichen Glanz.

Ein optisches Highlight sind die Kämpfe: Wenn sich Batman mit seinen Feinden prügelt, wirkt das ähnlich choreografisch wie Martial-Art-Filme aus Fernost. Zur Unterstützung kann der Spieler auf einige Tricks zurückgreifen: Mit dem Enterhaken können Gegner entwaffnet werden, Rauchbomben stiften Verwirrung. Dass die Kämpfe nie langweilig werden, dafür sorgt ein motivierendes Erfahrungssystem: Je effektiver Batman eine Gegnergruppe ausschaltet, desto mehr Erfahrungspunkte erhält er. Die kann er wiederum in Upgrades für seinen Anzug investieren: Mehr Panzerung, ein zweiter Batarang (eine Art Bumerang im Fledermaus-Design) oder neue Kampftricks machen das Leben des Gesetzesschützers leichter.

Katz- und Fledermausjagd

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels wird stetig fordernder, ist allerdings nie zu schwer. Geübten Spielern sei allerdings der höchste Schwierigkeitsgrad empfohlen, da die Gegner in den unteren Levels teilweise sehr vorhersehbar agieren. Sind die Gegner zu Beginn des Spiels nicht mehr als Aufwärmübungen, sorgen bewaffnete Gruppen zum Ende des Spiels für einige Probleme. Um dennoch erfolgreich zu sein, muss der Spieler vorsichtig sein und die Truppen in einen Hinterhalt locken. Im Vergleich zum ersten Teil haben die Rocksteady Studios ordentlich an der künstlichen Intelligenz der Wachen geschraubt, die Gegner gehen bei der Jagd auf Batman koordinierter vor und schneiden mögliche Fluchtwege ab.

Zum ersten Mal ist es auch möglich, mit Catwoman zu spielen. In vier einzelnen Episoden, die rund zwei Stunden Spielzeit bieten, kann der Spieler mit der Katzenlady auf Verbrecherjagd gehen. Allerdings müssen die Episoden erst mit einem speziellen Code freigeschaltet werden, der in der Verpackung liegt - einmal eingelöst, ist er wertlos. Käufer von Gebrauchtspielen können den Code für zehn Euro beim Hersteller erwerben. Wer nur die Geschichte durchspielen will, kann auf die zusätzlichen Abenteuer verzichten – wer jedoch 100 Prozent haben möchte, kommt um Catwoman nicht herum.

Während die eigentliche Geschichte in rund zwanzig Stunden durchgespielt ist, sorgen zahlreiche Nebenhandlungen für weiteren Spielspaß. Bereits aus dem ersten Teil bekannt sind die Rätsel des Riddlers: In Batmans erstem Abenteuer waren sie eher eine lustige Ergänzung, jetzt hat der Rätselmeister eine eigene Rolle. Er hat fünf Geiseln genommen und in der Stadt versteckt - um sie zu befreien, muss Batman seine Aufgaben lösen. Gelingt ihm das nicht in der vorgegeben Zeit, stirbt die Geisel. Die Nebenhandlungen rücken einzelne Spielelemente in den Vordergrund: Mal muss der Spieler besonders schnell sein, ein anderes Mal braucht er eine Portion Hirnschmalz.

Fazit: Batman ist besser als je zuvor

"Batman: Arkham City" ist für Action-Freunde und Fans der Comicreihe ein absolutes Highlight. Noch nie war es schöner, sich von Haus zu Haus zu schwingen, Schurken zu bekämpfen und dabei noch cool auszusehen. Garniert wird die Grafikperle mit einer spannenden Geschichte und einem Soundtrack, der sofort unter einen Kinofilm gelegt werden könnte. Beim Spielprinzip setzt der Hersteller auf Altbewährtes, ergänzt den Spielfluss aber mit sinnvollen Neuerungen. Für Profis ist das Grundspiel vielleicht etwas zu einfach – dafür gibt es aber einen erhöhten Schwierigkeitsgrad und zahlreiche Nebenhandlungen. Und bevor man die 100 Prozent stehen hat, muss man mehr als eine Nacht in Arkham City verbringen. Absolute Kaufempfehlung!

Batman: Arkham City
Genre Action-Adventure
Hersteller/Vertrieb Rocksteady Studios/ Warner Bros. Interactive
Plattform PC, Xbox 360, PS3
Preis 45 bis 55 Euro
Altersfreigabe ab 16 Jahre
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