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Chinas Stealth-Fighter soll Jagd auf Trumps Flugzeugträger machen

Ende einer Epoche: Zwölf Jahre lang beherrschten die unsichtbaren US-Jets den Himmel. Nun hat Peking die ersten eigenen Tarnflugzeuge in Dienst gestellt. Die J-20 soll den Luftraum über dem südchinesischen Meer sichern und Jagd auf US-Flugzeugträger machen.

Bislang bauen nur die USA sogenannte Stealth-Flugzeuge. Jets, die zwar nicht wirklich unsichtbar sind, die man mit einem herkömmlichen Radar jedoch nicht aufzuspüren kann. Auch Russland arbeitet an einem eigenen Projekt. China ist indes weltweit das zweite Land, das einen fertigen Stealth Fighter im Einsatz bei den Streitkräften hat. Wu Qian, Sprecher des Ministeriums für Landesverteidigung, gab bekannt, dass der Chengdu J-20 Stealth-Fighter offiziell in Dienst gestellt wurde.

Die J-20 beendet eine Ära.

Die J-20 beendet eine Ära.

Sehr schnelle Entwicklung

Der J-20 ist ein Langstrecken-Kampflugzeug mit Stealth-Eigenschaften. Wie weit diese Tarnung tatsächlich geht, kann derzeit nur geschätzt werden. Es existieren Berechnungen auf Basis der Form des Jets - zusätzliche Maßnahmen wie Beschichtungen des Jets können die Tarnfähigkeit allerdings weiter verbessern. Die Stealth-Eigenschaften der J-20 bleiben etwas mysteriös. Sicher ist, dass der Radarschatten besonders an der Front optimiert wurde. 

Die ersten Fotos der J-20 sah man im Dezember 2010. Im Laufe der Jahre erschienen nicht weniger als sieben verschiedene Prototypen, die eine Entwicklung von Generation zu Generation erkennen ließen. Dabei wurde praktisch alles verändert: Die Form der Nase, die Kanzel und die Lufteinlässe. Später führten die Ingenieure eine radarabsorbierende Beschichtung hinzu. Gleichzeitig verbaute man Infarot-Sensoren und eine Batterie von vier Kameras, die dem Piloten eine Rundumsicht von 360-Grad ermöglichen.

Chinesische Mauer mitten im Meer

Die Bordwaffen verbirgt der Jet in integrierten Waffenboxen. Die größte kann sechs Langstrecken-Luftabwehrraketen vom Typ PL-12 aufnehmen, zwei weitere sind für Kurzstrecken-Raketen gedacht. Vermutlich wird der J-20 als Langstrecken-Luftüberlegenheitsjäger eingesetzt werden. Er ist ein wichtiger Baustein, um die chinesischen Ansprüche im Südchinesischen Meer gegenüber den USA zu untermauern. Erst vor Kurzem hat Peking behauptet, dass es gelungen sei, ein Staustrahltrieb für Luft-Luft-Raketen zu entwickeln.

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Diese Technik könnte die PL-12 zu einer tödlichen Waffe machen. Derzeit beträgt ihre Reichweite etwa 100 Kilometer und sie erreicht die vierfache Schallgeschwindigkeit. Die Staustrahltechnik könnte die Reichweite mehr als verdoppeln und zugleich Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit erhöhen. Die J-20 kann auch die größere PL-15 tragen, sie erreicht auch ohne das neue Triebwerk eine Reichweite von 200 Kilometern. Außerdem wird die J-20 als Schiffszerstörer eingesetzt. Pekings Konzept einer Chinesischen Mauer im Meer sieht vor, mit einem ganzen Arsenal an Waffen die Gewässer um China herum für jeden Gegner inklusive der USA in eine Todeszone zu verwandeln. Die Macht der USA basiert auf den Trägergruppen. Bedrohungen wie die J-20 sollen die Träger auf Distanz halten, der militärische Wert ihrer Flugzeuge sinkt dann gewaltig.

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Vorläufige Triebwerke

Unklar ist, welches Triebwerk die jetzige Version des Jets benutzt. Zur Wahl standen eine chinesische Entwicklung, WS-15, oder ein russisches Triebwerk vom Typ Salyut AL-31FN. Da die bisher gezeigten Jets über keine Schubvektorsteuerung der Triebwerke verfügen, dürfte die J-20 nicht über die Manövrierfähigkeit der amerikanischen F-22 verfügen. Angenommen wird, dass das Flugzeug Super-Cruise-Eigenschaften besitzt, also ohne Nachbrenner mit Überschallgeschwindigkeit fliegen kann, um so den Treibstoffverbrauch in Grenzen zu halten.

Wie unsichtbar sind die Stealth-Jets wirklich?

Außer den USA baut kein einziges Land einen Stealth-Fighter. In Europa hat nicht einmal eine ernsthafte Planung begonnen. Vermutlich wird die chinesische J-20 der F-22 derzeit nicht Paroli bieten können. Erschreckend für die USA dürfte aber die ungeheure Geschwindigkeit der Entwicklung sein. Ganz anders als bei Rüstungsprojekten des Westens gelang es Peking, den Zeitplan für die J-20 deutlich zu unterbieten.

Zu den Kosten der J-20 gibt es keine verlässlichen Daten. Doch der Westen fürchtet,  dass das reiche China seine Rüstungsvorhaben weit kostenbewusster umsetzen kann. Peking soll es gelungen sein, die geschätzten Kosten des neuen Super-Zerstörers 055 zu halbieren. Er soll etwa 775 Millionen Euro gekostet haben. Die USS Zumwalt hat dagegen weit über 4 Milliarden verschlungen. Der russische Jet, Sukhoi SU-57, befindet sich in den letzten Entwicklungsphasen. 2019 soll er an die Streitkräfte ausgeliefert werden. Die Entwicklung der SU-57 wird durch die Kassenlage des Kremls behindert und leidet auch unter grundsätzlichen Bedenken.

Denn ein Problem teilen alle Stealth-Jets. Ihre Unsichtbarkeit erkaufen sie mit zahlreichen Nachteilen bei ihren Flugeigenschaften. Das und die extrem hohen Kosten lassen sich nur rechtfertigen, solange die Jets vom gegnerischen Radar nicht erfasst werden können oder das Radar zumindest kein Signal liefert, welches eine Waffe ins Ziel leiten könnte. Der russische Generalmajor Igor Konashenkov deutete allerdings an, dass diese Zeiten ohnehin zu Ende seien. Ihm zufolge würde die russische Luftverteidigung in Syrien, die "Illusionen von Amateuren über die Existenz 'unsichtbarer' Flugzeuge mit einer enttäuschenden Wirklichkeit" konfrontieren.

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