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Eine Karriere gegen den Zeitgeist

Der Überschalljet mit der typischen Klappnase war das schnellste Passagierflugzeug der Welt, das auf einer Reiseflughöhe von 18.000 Metern fast 2.200 Stundenkilometer erreichte.

Der Überschalljet mit der typischen Klappnase war das schnellste Passagierflugzeug der Welt, das auf einer Reiseflughöhe von 18.000 Metern fast 2.200 Stundenkilometer erreichte.

Dabei heizt sich das Flugzeug außen bis auf 127 Grad auf und verlängert sich um 14 Zentimeter. Die Schallmauer darf die Concorde nur über dem Meer durchbrechen. Der Knall ist an Bord nicht zu hören.

Katastrophe im Juli 2000

Die Concorde, die 1969 zum ersten Testflug abhob und 1976 den Liniendienst aufnahm, flog trotz einiger Zwischenfälle vor allem mit den Reifen bis zum 25. Juli 2000 unfallfrei. An jenem Tag platzte beim Start auf dem Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle ein Reifen, Gummiteile schlugen von unten gegen die Tragfläche, ein Tank brach in Folge der Schockwelle von innen auf. Ausströmendes Kerosin entzündete sich, der brennende Jet stürzte auf ein Hotel in Gonesse. 113 Menschen starben.

Zahl der Sitzplätze verringert

Umbauten für die Wiederzulassung

Erst Anfang September 2001 erhielt die Concorde ihre Flugzulassung wieder. Die Luftfahrtbehörden ordneten eine technische Umrüstung an, um eine Wiederholung der verhängnisvollen Kettenreaktion auszuschließen. Kevlarmatten verstärken die Tanks, die Kabel im Fahrwerk sind jetzt besser geschützt. Zudem wurden dem Überschalljet widerstandsfähigere Reifen von Michelin aufgezogen. Wegen des zusätzlichen Gewichts musste die Zahl der Sitzplätze auf 92 verringert werden.

Doch die Wiederaufnahme des Linienbetriebs fiel im November 2001 mitten in die tiefe Krise der Luftfahrtbranche nach den Anschlägen des 11. September.

Immer weniger Kunden wollten und konnten sich das 8.000 Euro teure Vergnügen eines Transatlantikflugs in weniger als vier Stunden noch leisten. Zuletzt war nur noch jeder fünfte Platz auf der Strecke zwischen Paris und New York besetzt. Anderthalb Jahre später und nach mehr als 50 Millionen Euro Verlust ist bei Air France jetzt endgültig Schluss.

Gänseleber und Trüffel in 18.000 Metern Höhe

Das wegen seiner Eleganz und technischen Fähigkeiten bewunderte Flugzeug war besonders bei Prominenten und Geschäftsleuten beliebt. Die betuchte Kundschaft dürfte auch vom luxuriösen Service (auf der Speisekarte stehen Gänseleber auf Trüffeln, Champagner und Pomerol, Jahrgang 1986) sowie dem Gefühl der Exklusivität in 18.000 Metern über der Erde begeistert gewesen sein. Der in grau gehaltene Innenraum der engen Concorde machte dagegen nicht viel her. Auf 200 bis 300 wird der Kreis der treuen Kunden geschätzt. Topmanager, Filmstars, Models, Politiker: Die Namen werden bei Air France diskret verschwiegen; doch sollen Liz Hurley, Claudia Schiffer, Paul McCartney, Sting oder Elton John Concorde-Fans sein.

Am 24. Oktober 2003 machte die Concorde ihren letzten Transatlantik-Flug und beendete danach endgültig ihren Dienst. Doch die Geschichte des "schönsten jemals von Menschen gebauten Flugzeugs", so schwärmte Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta jüngst, werde nie zu Ende sein, "weil es für immer zur Vorstellungswelt der Menschen gehört".

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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