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Der Rocker rockt die Piste

Zwei große Trends verändern die Pistenlandschaft: Der Rocker macht das Kurven für normale Fahrer einfacher, und Trickski wie Twintipps holen die Akrobaten vom Snowboard zurück.

Von Gernot Kramper

  Ein Team aus Skilehrern hat die Ski der wichtigsten Hersteller getestet. In diesem Jahr ist der Rocker das Maß aller Dinge

Ein Team aus Skilehrern hat die Ski der wichtigsten Hersteller getestet. In diesem Jahr ist der Rocker das Maß aller Dinge

In dieser Saison bestimmt der "Rocker"-Ski das Geschehen auf der Piste. Im vergangenen Jahr noch eine bestaunte Novität konnte sich diese Bauform durchsetzen und ist die erfolgreichste Ski-Innovation seit Erfindung des Carvers. "Der Rocker hat sich im Markt breit gemacht, und das wird in den nächsten Jahren weitergehen. Im Moment wird viel ausprobiert, um die Grundtechnik für die einzelnen Skisorten zu optimieren", sagt Heinrich Sklorz, Skilehrer und Leiter des unabhängigen Skitests Carving 2000. Rocker sind in der Grundform Carver-Ski, zusätzlich besitzen sie eine negative Vorspannung wie ein Bogen. Das heißt: Vorn (und häufig auch hinten) sind die Ski stärker nach oben gebogen.

Der große Skitest: Die besten Ski der Saison
  Kategorie: Slalom Race

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Das große Plus: Die Ski lassen sich schneller und mit weniger Anstrengung drehen, weil in der Grundstellung weniger Fläche aufliegt. Legt man sie aber auf die Kante, streckt sich der Ski. "Die Entwicklung des Rockers macht das Skifahren nicht unbedingt sportlicher oder schneller", erklärt Heinrich Sklorz. Der Rocker mache es aber einfacher – in der Schwungeinleitung verzeihe er Fehler und schone die Kräfte.

Der Ski dreht wie ein Kurzer, läuft aber wie ein Langer. Auch bei höheren Geschwindigkeiten spurt der Ski noch gut, das nervöse Flattern unterbleibt, die Streckung ermöglicht eine sichere Führung auf der Kante. Nur echte Race-Ski verzichten zugunsten einer besseren Performance im Hochgeschwindigkeitsbereich auf die Rocker-Technik. Weniger rasante Fahrer sollten diese Saison auf jeden Fall einmal einen Rocker ausprobieren. "Nach unserem Test können wir sagen, es handelt sich nicht um leere Versprechungen: Der Rocker funktioniert auch in der Praxis", lautet das Urteil von Sklorz.

Spaß und Sprünge für die Jugend

Freeride – Skifahren abseits der Piste – heißt der andere Trend, er ist vor allem etwas für Könner. Besonders begehrt sind Twintipps. Das sind Ski mit vorne wie hinten aufgebogenen Spitzen. "Jugendliche verlassen das Snowboard, weil man mit den Twintipps unglaublich viel machen kann. Diese Ski eignen sich für akrobatische Sprünge und für die Halfpipe, gehen aber auch im tiefen Schnee", so Sklorz. In den vergangenen Jahren ist dieser Bereich stark gewachsen, ganz neue, kleine Firmen sind entstanden. Zum Teil sind die Twintipp-Ski so begehrt, dass man das gewünschte Modell gar nicht bekommen kann.

Für nur gelegentliche Ausflüge in den unpräparierten Schnee ohne akrobatische Ambitionen eignen sich Allmountain-Ski besser. Sie sind die richtige Wahl für Tiefschnee-Fahrer, die die Anstrengung des Tourengehens aber vermeiden wollen, und sich auch auf der Piste sicher fühlen wollen. Sie können auf präparierten Abfahrten noch Druck auf der Kante aufbauen.

Durchgesetzt hat sich auch der Helm. Sklorz: "Wichtig ist, dass der Helm auch passt. Er darf nicht wackeln und muss den Bewegungen des Kopfes folgen, ohne zu verrutschen."

Kaufen oder leihen?

Eine wichtige Frage, die sich viele Skifahrer stellen: Lohnt sich der Skikauf überhaupt? Ein guter Allrounder kostet mit Bindung 350 bis 400 Euro, ein sehr sportlicher Ski 600 bis 700 Euro. Wirtschaftlich ist der Kauf nur dann sinnvoll, wenn man länger als drei Wochen im Jahr Ski fährt. Für reine Skiurlauber lohnt es sich kaum. Vorteile beim Kauf: Im Geschäft hat man die freie Wahl, im Verleih bekommt man nicht immer alle Modelle. Viele Skifahrer wollen aus Prinzip einen eigenen Ski fahren, weil sie so mit Ski und Bindung besonders vertraut werden.

Aber auch der Leihski besitzt Vorteile. Zunächst muss er nicht ins Skigebiet transportiert werden. In den hochpreisigen Verleihen gibt es zumeist die top-aktuellen Modelle, die man zudem problemlos tauschen kann. Wer also die Neuheiten der Saison durchprobieren möchte, kommt um einen Verleih kaum herum. Außerdem bleibt man flexibel, wenn das Wetter umschlägt. Bei Neuschnee etwa kann man problemlos seine Rennski zurückgeben und mit einem Paar Freeridern ins Gelände starten.

Auch im nächsten Jahr findet wieder ein Skitest vom 9. - 14. April 2012 statt. Teilnahmeberechtigt sind Skilehrer, sehr gute Skifahrer und Lehrer im Schuldienst (Eignungstest). Interessierte finden Anmelde- und Kontaktinformationen unter www.skitest-carving2000.de.

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