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Zeitmaschinen

Vergessen Sie Videokassetten: Die neuen Festplattenrekorder mit DVD-Brenner bieten so viel mehr an Komfort, dass der Umstieg für jeden lohnt, der auch nur gelegentlich TV-Sendungen aufnimmt.

Von Maximilian Geyer und Sönke Jahn

Es war eine Sensation: Als in den 70er Jahren die ersten Videorekorder auf den Markt kamen, feierten Hersteller, Medien und Verbraucher die Unabhängigkeit vom starren Programmschema der Sender. Endlich konnten die Zuschauer einen Film oder die Lieblingsserie sehen, wann sie es wollten.

Jetzt hat die Videokassette ausgedient - Fernsehen wird auf Festplatten aufgenommen. Praktisch jeder Hersteller von Unterhaltungselektronik zeigt auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) einen neuen Festplattenrekorder.

Die Vorteile sind vielfältig

Der Umstieg lohnt sich in jedem Fall für die Kunden, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Die neuen Rekorder zeichnen digital auf Festplatten auf, wie sie auch im PC benutzt werden. Viele Stunden finden so Platz, problemlos kann gelöscht und neu bespielt werden, ohne dass die Qualität nachlässt. Weder müssen Kassetten gewechselt noch Bänder gespult werden, Festplatten springen direkt zu beliebigen Punkten im Film.

Daraus folgen weitere Vorteile: Werbeblöcke können mit ein paar Klicks auf der Fernbedienung übersprungen oder gar endgültig entfernt werden; bei manchen Rekordern regelt Letzteres eine mehr oder weniger zuverlässige Automatik.

Die meisten Geräte sind derzeit mit 160-Gigabyte-Festplatten ausgestattet. Für eine erträgliche Bildqualität sollte man zwei Gigabyte pro Programmstunde einplanen, für DVD-Qualität vier GB - also hat man Platz für 40 bis 80 Stunden. Herstellerangaben von Hunderten Stunden beziehen sich immer auf die mieseste Qualität.

Alles Zeitverschiebung

Das größte Plus der Festplatte heißt im Hersteller-deutsch "Time-Shift", "Pause Live TV" oder "Instant Replay": das zeitversetzte Anschauen von Sendungen, während sie noch aufgenommen werden. Denn die Festplatte kann gleichzeitig aufnehmen und abspielen. Klingelt zum Beispiel während der "Tagesschau" das Telefon, wird einfach die "Pause"-Taste gedrückt - und fünf Minuten später genau an der Stelle weitergeschaut, während der Rekorder den Rest der Nachrichten aufnimmt. Werbemuffel schauen Filme erst ab halb neun, während die Festplatte um 20.15 Uhr mit der Aufzeichnung beginnt. Dank dieser Viertelstunde Vorsprung lassen sich die Werbepausen einfach überspringen, am Ende holt man die Live-Sendung ein.

Ideal ist die Kombination von Festplatte und DVD-Laufwerk. Mit dem lassen sich nicht nur Filme auf DVD abspielen, sondern auch DVDs bespielen. So können wirklich wichtige Aufnahmen von der Festplatte auf Scheibe archiviert werden.

Programmführer integriert

Während die preiswerteren Geräte nach wie vor durch Eingabe der Sendezeiten oder des Showview-Codes programmiert werden, bieten High-End-Rekorder inzwischen einen elektronischen Programmführer oder "Electronic Program Guide", kurz EPG. Dabei wird das Programm in einer Tabelle am Bildschirm angezeigt, die Auswahl erfolgt per Fernbedienung. Die Programminformationen erhalten die Geräte über das TV-Signal.

Die Königsklasse der Festplattenrekorder empfängt den EPG per Internet - denn diese Geräte sind eigentlich PCs, die in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse stecken. "Media Center" heißen sie häufig, es gibt sogar eine Version des Computer-Betriebssystems "Windows" namens "Media Center Edition", die viele Hersteller verwenden. Solche Geräte bieten hohen Komfort bei der Bedienung, der EPG ist sehr gut gemacht. Zudem spielen sie auch noch Digitalmusik ab, laden Filme aus dem Internet und zeigen die Digitalfotos aus dem Urlaub auf dem Fernseher an. Dieser Luxus kostet: Schließlich steht ein vollwertiger PC mit Internetanschluss im Wohnzimmer.

Probleme bei Anschlüssen

Doch Festplattenrekorder haben leider nicht nur Vorteile: Da ist zum Beispiel das Problem der Anschlüsse. Mit dem normalen, analogen Kabelsignal kommen alle klar. Wer aber per Satellit empfängt, muss darauf achten, dass der Rekorder in der Lage ist, den Satelliten-Receiver für eine Aufnahme auf den richtigen Kanal umzuschalten. Unter den hier vorgestellten Geräten können das die Modelle von Pioneer und Toshiba. Für Nutzer des digitalen Antennenfernsehens empfehlen sich Rekorder mit DVB-T-Receiver, mit dem hier die Modelle von LG und Panasonic ausgestattet sind. Media-Center-PCs sind meist flexibler, was die Art des eingespeisten TV-Signals betrifft.

Wichtig für alle diese Geräte: Sie haben meist einen Lüfter, auch die Festplatte lärmt. Es sollte also schon beim Händler eine Hörprobe erfolgen, damit der neue Rekorder im Wohnzimmer nicht nervt. Besitzer eines hochauflösenden Fernsehers mit "HD ready"-Logo sollten darauf achten, dass der Rekorder einen HDMI-Ausgang hat. Zwar können die meisten Rekorder noch keine HD-Sendungen aufzeichnen, aber sie wandeln die Aufnahmen so um, dass sie auf dem HD-TV optimiert angezeigt werden.

Wem der Schritt in die Festplatten-Zukunft zu gewagt ist, weil er eine große Kassettensammlung im Wohnzimmer stehen hat, der kann ein Kombigerät wählen: Mit Panasonic und Toshiba bieten gleich zwei Hersteller zur IFA neue Rekorder, die sowohl mit Festplatte und DVD-Brenner als auch mit VHS-Kassettenlaufwerk ausgestattet sind. Damit können alte Video-bänder abgespielt und sogar digitalisiert und auf DVDs kopiert werden - ein sanfter Übergang in die neue Zeit.

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