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Pannen-Airbus noch teurer - Bundeswehr bleibt auf 13 A400M sitzen

Die Bundeswehr hat 13 Airbus A400M bestellt, die sie gar nicht braucht. Einen Käufer für das Skandal-Flugzeug gibt es nicht. Am billigsten wäre es, die neuen Maschinen gleich zu verschrotten.

Großer Auftritt, kleine Leistung: Der Airbus A400M wird von Pleiten und Pannen verfolgt.

Großer Auftritt, kleine Leistung: Der Airbus A400M wird von Pleiten und Pannen verfolgt.

Es gibt kaum etwas, was der Militär-Airbus A400M nicht können sollte: Fliegen über feindlichem Gebiet, Landen auf Behelfspisten, Absetzen von Fallschirmspringern. Ein einzigartiger Jet sollte es werden.

Tatsächlich kann der wegen eines Triebwerkschadens nicht mal richtig fliegen, denn nach nur wenigen Betriebsstunden muss die Maschine in die Wartung. Das vorerst letzte Malheur in einer schier endlosen Serie von Pannen und Verzögerungen gab es vor einigen Wochen. Anfang Februar sollte die Wunder-Maschine die Bundesverteidigungsministerin ins Baltikum fliegen. Das klappte sogar, aber dort machte der Airbus dann schlapp. Für den Rückflug musste Frau von der Leyen umbuchen. Eine eindrucksvolle Demonstration der deutschen Wehr direkt vor Putins Haustür.

Niemand kauft den Vogel

Einige Wochen später kommt nun die nächste schlechte Nachricht: Die Bundeswehr hatte sich 2011 verpflichtet, 13 Maschinen von Airbus abzunehmen, die sie gar nicht haben will. Zu dem kuriosen Deal kam es, weil ursprünglich 53 Maschinen bestellt wurden, dann wurde der Bedarf der Bundeswehr auf 40 Maschinen zusammengestrichen. Auf eine Stornierung wollte sich Airbus nicht einlassen. Also entschied der Haushaltsausschuss, die Maschinen abzunehmen, redete sich aber ein, die 13 überschüssigen Flieger gemeinsam mit Airbus verkaufen zu können. So hatte man 2011 entschieden und damit das Problem um sechs Jahre verzögert.


Aber nun kommt die Stunde der Wahrheit. "Ein Verkauf konnte bis heute nicht realisiert werden", schrieb Markus Grübel, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, an die Haushaltspolitiker. Keine große Überraschung, den Pannenflieger hätte man wohl nur loswerden können, wenn man ihn verschenkt hätte.

In Berlin träumt man von einer idealen Lösung: Man möchte die Maschinen einer multinationalen Einheit unterstellen, dann würden sie mehrere Länder betreiben und unterhalten. Dann hätte man den Wehretat von den Kosten entlastet. 

Großer Auftritt, kleine Leistung: Der Airbus A400M wird von Pleiten und Pannen verfolgt.

Großer Auftritt, kleine Leistung: Der Airbus A400M wird von Pleiten und Pannen verfolgt.

Es ist allerdings unrealistisch, anderen Ländern die Pannenjets unterzujubeln, solange deren Gebrechen nicht abgestellt sind. Ebenso unwahrscheinlich wie die Hoffnung, doch noch einen Käufer zu finden. Die Maschinen einzumotten und weiter einen Käufer zu suchen, sei "äußerst risikohaft", so Grübel.  Was bleibt, ist die Lösung, die Maschinen dann eben doch der zuzuteilen.

Weitere Kosten für die Bundeswehr

Auch das ist allerdings ziemlich teuer, weil dann neben den Kosten für die Jets auch Wartungspersonal, Piloten und Hallen für die 13 Airbus bereitgestellt werden müssten. "Eine grobe Abschätzung anfallender Ausgaben für den Anfangsflugbetrieb" der Maschinen führt zu "einem einmaligen Investitionsbedarf von mindestens 505 Millionen Euro", zitiert die Tagesschau aus Grübels Schreiben. Mit der halben Milliarde Mehrkosten ist allerdings nicht gewährleistet, dass der A400M dann funktioniert. 

Die günstige Alternative, die Maschinen direkt vom Werk auf den Recyclinghof zu bringen, dürfte politisch schwer zu vermitteln sein. Der Grüne Tobias Lindner, Mitglied im Verteidigungs- und Haushaltsausschuss, machte die Tagesschau auf eine weitere Kostenexplosion aufmerksam. Die Bundesregierung habe Airbus einen 500-Millionen-Kredit gewährt, der nur zurückgezahlt werden müsse, wenn sich Kunden für das Flugzeug finden. Derzeit ist das extrem unwahrscheinlich. "Das Ministerium selbst beziffert das Ausfallrisiko mit etwa 1,2 Milliarden Euro. Das A400M-Programm ist und bleibt ein Sorgenkind", sagte Lindner.

Kra
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