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Dreifache Reichweite und Mach 5 - Chinas Raketen hängen westliche Waffen ab

China hat einen Antrieb entwickelt, der die Reichweite bestehender Anti-Flugzeugraketen verdreifacht und außerdem eine extrem hohe Geschwindigkeit ermöglicht. Ihre tödliche Kill-Zone ist weit größer als die von westlichen Waffen.

Diese Computeranimation von 201 zeigt einen J-31 Stealth-Fighter, der eine P-15 Rakete mit Ramjet-Antrieb abfeuert.

Diese Computeranimation von 201 zeigt einen J-31 Stealth-Fighter, der eine P-15 Rakete mit Ramjet-Antrieb abfeuert.

Chinas Rüstungsindustrie soll eine unangenehme Überraschung für mögliche Kontrahenten hergestellt haben. Ein neuer Antrieb soll bei gleichem Gewicht eine Verdreifachung der Reichweite von Raketen ermöglichen, berichtet das Fachportal "Jane's".

Hier handelt es sich nicht um ein komplett neues System in der Versuchsphase – wie die ultra-schnellen mit Geschwindigkeiten von bis zur zehnfachen Schallgeschwindigkeit - sondern um einen reinen Antriebssatz. Er könnte relativ einfach in die bestehenden Raketenwaffen integriert werden.

Test Ende Mai

Ende Mai soll der erste Test erfolgreich mit zwei Luft-Luft-Raketen durchgeführt worden sein, berichtete "Science and Technology Daily". Die Besonderheit: Diese Waffen sind mit einem Stautriebwerk ausgerüstet. Diese Technik nutzt die normale Umgebungsluft in der Verbrennung. Normale Raketen führen einen Oxidator mit. Da die chinesische Entwicklung keinen Oxidator benötigt, kann entsprechend mehr Treibstoff mitgeführt werden. So erklärt sich die hohe Reichweite.

Ramjet-Technik

Auf den ersten Blick ist ein Staustrahltriebwerk (Ramjet bzw. Scramjet) nichts Besonderes: Vorne geht die Luft hinein, strömt an einem Konus vorbei in eine Kammer und wird dort mitsamt dem Treibstoff verbrannt. Einfach gesagt, funktioniert es wie jedes Düsentriebwerk –allerdings ohne die typischen Verdichter. Ein grundsätzliches Problem ist, dass diese Triebwerke nicht von allein starten können. Sie benötigen eine hohe Anfangsgeschwindigkeit – also einen Booster für die Rakete. Außerdem gilt die Konstruktion des Triebwerks als schwierig. Neben der Reichweite gilt die hohe Geschwindigkeit als Vorteil.  Auch die chinesischen Modelle sollen mehr als Mach 5 erreicht haben, sagte der Raketenexperte der Volksarmee Song Zhongpin der "Global Times". Außerdem verspricht man sich eine bessere Manövrierfähigkeit der Waffe. Die neue Rakete werde es den chinesischen J20-Fightern erlauben, auf große Entfernung in den Kampf einzutreten, außerdem werden die Raketen Hyperschallgeschwindigkeit erreichen, sagte Song. Er hält eine Reichweite von über 300 Kilometern für realistisch.

Überragende Kill-Zone

Die Reichweite einer Luft-Luft-Rakete ist ein entscheidender Faktor. Die wirkliche effektive Kampfentfernung liegt deutlich unter der nominalen Reichweite. Im heutigen Luftkampf "bemerken" es die Gegner, wenn eine Rakete auf sie abgefeuert wird. Sie können den Kurs ändern und versuchen, der Rakete zu entwischen – ein Fighter immerhin auch mit doppelter Schallgeschwindigkeit. Die effektive Reichweite gibt die Entfernung an, in der das Ziel nicht mehr entkommen kann – ein wichtiger Faktor ist dabei die Geschwindigkeit der Angriffswaffe. Mit mehr als Mach 5 würden die chinesischen Raketen ihre "Zone ohne Entrinnen" enorm vergrößern. Und das bei gleichen kompakten Ausmaßen. Der Nebeneffekt: Ihre tödliche Reichweite würde weit über der der westlichen Systeme liegen. Um selbst zum Schuss zu kommen, müssten westliche Jets tief in die Kill-Zone des Gegners eindringen. Keine angenehme Vision.

Wang Ya'nan, Chefredakteur des "Aerospace Knowledge Magazine", sagte der "Global Times", dass die neue Technik sich derzeit nicht für bemannte Flugzeuge eigne, aber man Cruise Missiles mit enormen Geschwindigkeit damit ausrüsten könne.

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